Flugzeug von Selenskyj offenbar fast von Drohne getroffen
Ukraine-News I 9. September
Flugzeug von Selenskyj offenbar fast von Drohne getroffen
Stand: 09.09.2026 22:15 Uhr
Diese Ukraine-News vom Mittwoch, 9. September 2026, sind beendet.
von MDR AKTUELL
Ukraine-News vom Mittwoch, 9. September 2026
Flugzeug von Selenskyj auf dem Weg nach Oslo fast von Drohne getroffen
Unabhängigkeit von russischem Gas und Öl stockt in EU
Wadephul fordert von Ukraine mehr Rüstungsbestellungen bei deutschen Firmen
Rubio dämpft Erwartungen an schnelle Einigung
Wadephul widerspricht Lawrows Kriegsvorwurf
Ereignisse gestern sowie Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg.
Trump telefoniert mit Putin
US-Präsident Donald Trump hat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Krieges telefoniert. Trump sagte in Washington, das sei ein großartiges Gespräch gewesen. Putin wolle eine Vereinbarung. Wenn auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Vereinbarung wolle, wäre das sehr schön. Zuletzt waren US-Vermittler nach Moskau und Kiew gereist, um Chancen für ein Kriegsende abzuklopfen. Nennenswerte Fortschritte in Richtung einer Friedenslösung wurden nicht bekannt. (Quelle: dpa)
Flugzeug von Selenskyj fast von Drohne getroffen
Das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist nach Angaben des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre auf dem Weg nach Oslo beinahe von einer Drohne getroffen worden. Zu dem Vorfall sei es gekommen, als Selenskyj am frühen Dienstagabend von Moldau in die norwegische Hauptstadt reiste, um an den Trauerfeierlichkeiten des gestorbenen Königs Harald V. teilzunehmen. Die ukrainischen Behörden und Selenskyj selbst äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall und auch Støre machte demnach keine weiteren Angaben.
Nach Angaben der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) flog am Dienstag etwa eine Stunde lang eine russische Drohne im moldauischen und rumänischen Luftraum. Die Verteidigungsministerien in Moldau und Rumänien berichteten laut ISW von einer Shahed-Drohne, die aus der Ukraine in den moldauischen Luftraum eindrang, nach Rumänien weiterflog und schließlich nach Moldau zurückkehrte, bevor sie dort abstürzte. Ob es sich dabei um die von Støre genannte Drohne handelte, ist bislang unklar. (Quelle: dpa)
Russland und Vietnam planen strategische Ölreserve
Der staatliche russische Öl- und Erdgaskonzern Sarubeschneft und das vietnamesische Staatsunternehmen Petrovietnam unterzeichnen eine Rahmenvereinbarung zum Aufbau einer strategischen Ölreserve in Vietnam. Das Abkommen wird während des Staatsbesuchs des vietnamesischen Präsidenten To Lam in Russland geschlossen. Einen Zeitplan, den Umfang der geplanten Reserve oder finanzielle Details geben die Unternehmen nicht bekannt. Die russische Seite habe ihren Partnern vorgeschlagen, die Idee zu prüfen, gemeinsam strategische Treibstoffreserven in Vietnam anzulegen, sagt Präsident Wladimir Putin. (Quelle: Reuters)
Ukraine greift Ziele in Westsibirien an
Die ukrainischen Streitkräfte haben Medienberichten zufolge ein weit entferntes Ziel in Russland mit Drohnen angegriffen und möglicherweise beschädigt. Nach Darstellung ukrainischer Medien wurde in Nowy Urengoj im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen im Norden Westsibiriens eine Gas-Kondensationsanlage angegriffen. Über das Ausmaß der Schäden lagen keine offiziell bestätigten Angaben vor. Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian veröffentlichte dazu lediglich nicht überprüfbare Fotos aus russischen sozialen Medien.
Der Gouverneur des Kreises, Dmitri Artjuchow, bestätigte den Angriff der Kampfdrohnen und sprach von einem Brand, der durch herabstürzende Trümmer verursacht worden sei. Nach seiner Darstellung wurden die anfliegenden Drohnen abgeschossen. "Die Situation ist unter Kontrolle", schrieb er. Nowy Urengoj ist über 3.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das angegriffene Unternehmen gilt als eine der wichtigsten Einrichtungen der Gas-Infrastruktur der Region. (Quelle: dpa)
Unabhängigkeit in EU von russischem Gas und Öl stockt
Die EU-Bemühungen um eine Unabhängigkeit von russischem Öl und Erdgas geraten nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs ins Stocken. Dies geschehe zu einem Zeitpunkt, an dem die Gasspeicher vor dem Winter ungewöhnlich leer seien, teilt die Behörde in einem Bericht mit. Daten des Branchenverbandes Gas Infrastructure Europe zufolge sind die Speicher zu 67 Prozent gefüllt, verglichen mit 80 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Für den Ausstieg veranschlagte die EU-Kommission 300 Milliarden Euro. Die Mitgliedsstaaten haben davon jedoch erst 54,3 Milliarden Euro eingeplant. Die EU-Kommission teilt dazu mit, die europäischen Maßnahmen hätten den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt und zu einer drastischen Verringerung der russischen Gasimporte beigetragen. Man werde die Empfehlungen des Rechnungshofs prüfen. (Quelle: Reuters)
Luftangriffe auf Ukraine: Zahl der Toten und Verletzten steigt
Nach den jüngsten Luftangriffen Russlands steigt die Zahl der getöteten Menschen in der Ukraine. Bei russischen Drohnenangriffen sind in Cherson im Süden des Landes mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der regionalen Militärverwaltung wurden zudem drei Menschen verletzt.
Sechs Verletzte gab es nach Behördenangaben bei einem russischen Drohnenangriff im ostukrainischen Gebiet Charkiw. Nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum bei Telegram wurde bei der Bahnstation Iskra ein Zug auf der Strecke zwischen Charkiw und Isjum von einer Drohne attackiert. (Quelle: dpa)
Kiew: Russische Verluste überspringen Marke von 1,5 Millionen
Die Ukraine schätzt die Gesamtverluste Russlands seit Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 auf 1.500.870 Millionen getötete und verwundete Soldaten. Das gab der Generalstab der Streitkräfte auf Facebook bekannt.
Außerdem seien in den viereinhalb Jahren 12.338 Kampfpanzer, 25.290 gepanzerte Kampffahrzeuge, knapp 50.000 Artilleriesysteme, 441 Flugzeuge, 355 Hubschrauber, 35 Schiffe/Boote und mehr als 5.100 Marschflugkörper zerstört worden. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (Ukrinform)
Kiew: BaWü-Minister Hagel verbringt Nacht im Bunker
Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) hat bei seinem Besuch in Kiew die Auswirkungen des Krieges am eigenen Leib erfahren. Einem Sprecher zufolge musste die deutsche Gruppe in der vergangenen Nacht wegen russischer Luftschläge einen Bunker aufsuchen. Als sich Hagel mit seiner Delegation in Kiew bewegt habe, sei zudem eine Drohne am Himmel abgeschossen worden. (Quelle: dpa)
US-Startup plant Massenproduktion von Marschflugkörpern in Sachsen
Das US-israelische Rüstungs-Start-up Covenant will ab 2027 in Sachsen Marschflugkörper produzieren. Das bestätigte Unternehmens-Chefin Abby Denburg. Mit den selbst entwickelten "Anthem"-Flugkörpern als preisgünstige Alternative zu den "Tomahawks" wolle man die Lücke bei Langstreckenwaffen in Europa schließen. Zunächst würden jährlich 1.000 Flugkörper gebaut, später sollen es rund 5.000 sein. Nach MDR-Recherchen soll das Werk unweit des Flughafens Leipzig-Halle entstehen.
Ein Todesopfer bei russischem Angriff auf Mykolajiw
Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Hafenstadt Mykolajiw ist nach Angaben der Behörden ein Mensch getötet worden. Zudem seien weitere Menschen verletzt sowie Hafen-, Transport- und zivile Infrastruktur beschädigt worden, teilte ein örtlicher Behördenvertreter auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. (Quelle: Reuters)
Tote bei Angriff auf Grenzposten zu Moldawien
Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kontrollpunkt an der ukrainisch-moldauischen Grenze sind laut Behörden mindestens zwei Zivilisten getötet worden. Drei Menschen seien bei der Attacke in der Nacht in Starokosatsche verletzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper.
Das russische Verteidigungsministerium informierte, dass in der Nacht zu Mittwoch knapp 600 ukrainische Drohnen abgefangen worden seien. In Noworossijsk in der südrussischen Region Krasnodar wurden durch Drohnenbeschuss nach russischen Angaben vier Menschen getötet. (Quelle: AFP)
Wadephul fordert von Ukraine mehr Rüstungsbestellungen bei deutschen Firmen
Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert von der Ukraine mehr Bestellungen bei deutschen Rüstungsunternehmen. Der CDU-Politiker sagte in einem Podcast von "Bild", Deutschland sei mittlerweile der stärkste Unterstützer der Ukraine. Davon müsse die deutsche Verteidigungs-Industrie profitieren. Wie Wadephul weiter sagte, habe er darüber auch bei seinem jüngsten Besuch in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen. (Quelle: AFP)
Drohnenangriff auf russischen Ölhafen Noworossijsk
Ukrainische Drohnen haben in der Nacht ein Ölterminal im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk angegriffen. Nach Angaben des unabhängigen russischen Nachrichtensenders Astra brach ein Brand aus. Außerdem wurde ein Wohngebäude in der Stadt beschädigt, wie der Sender unter Berufung auf Augenzeugen berichtet. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Krasnodar Wenjamin Kondratjew bei Telegram gab es vier Todesopfer. (Quelle: Kyiv Independent/AFP)
Rubio dämpft Erwartungen an schnelle Einigung im Ukraine-Krieg
US-Außenminister Marco Rubio sieht trotz neuer diplomatischer Kontakte noch viel Arbeit auf dem Weg zu einem Ende des Ukraine-Kriegs. Er wolle nicht zu optimistisch sein, sehe aber in den kommenden Wochen eine Chance, einen Fahrplan für neue Gespräche zu entwickeln und möglicherweise eine für beide Seiten akzeptable Vereinbarung zu erreichen.
Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am Wochenende Moskau und Kiew besucht. Rubio bezeichnete die Gespräche als produktiv, weil der Austausch wieder aufgenommen und konkrete Vorschläge vorgelegt worden seien. Einen Durchbruch gab es jedoch nicht. (Quelle: EBU)
Wadephul weist Lawrows Vorwürfe gegen Deutschland zurück
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat Äußerungen seines russischen Kollegen Sergej Lawrow zu angeblichen deutschen Kriegsabsichten scharf zurückgewiesen. Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle sei klar, dass Russland dafür verantwortlich sei und Deutschland darauf habe reagieren müssen, sagte Wadephul in einem Podcast. Lawrow hatte Berlin zuvor vorgeworfen, "wieder Krieg" gegen Russland führen zu wollen.
Wadephul kritisierte zudem die Ukraine. Sie müsse mehr Rüstungsgüter in Deutschland bestellen, sagte der CDU-Politiker. Außerdem sprach er sich dafür aus, dass ukrainische Männer im wehrfähigen Alter aus Deutschland in die Ukraine zurückkehren sollten, allerdings ohne Zwang. (Quelle: AFP)
Zahl der Toten nach russischen Angriffen auf Kiew steigt auf fünf
Nach den russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist die Zahl der Toten auf fünf gestiegen. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden zudem 35 Menschen verletzt. Mindestens 14 Hochhäuser wurden durch Drohnen und Raketen beschädigt. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde auch das Gebäude eines Fernsehsenders teilweise zerstört. (Quellen: Reuters, dpa)
Die Ereignisse gestern – am 8. September 2026
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew nach einer dreitägigen Pause erneut mit Drohnen und Raketen angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Mehrere Menschen sollen unter Trümmern verschüttet sein. Getroffen wurden unter anderem Wohnhäuser und eine Schule. Auch aus Boryspil und Fastiw wurden Schäden gemeldet. Während des Besuchs der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew hatte Russland auf Angriffe gegen die Hauptstadt verzichtet. Die Ukraine griff im Gegenzug Moskau nicht an.
Deutschland sagte der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte Abfangraketen vom Typ PAC-2 für das Patriot-System sowie eine größere Zahl von AIM-9-Luft-Luft-Raketen an. Er rief die Verbündeten dazu auf, ebenfalls ihre Bestände zu prüfen. Großbritannien stellte zusätzliche Luftverteidigungshilfe im Wert von umgerechnet rund 117 Millionen Euro in Aussicht. Das Paket soll unter anderem Patriot-Abfangraketen enthalten.
Ukraine-News am Mittwoch, 9. September 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.