Flugzeugabsturz fordert zwei Todesopfer (mit Fotogalerie)
Weinheim. (sha/vkn/pol/rl) Schreckliches Ende des zweitägigen Sommerfests des Weinheimer Luftsportvereins (LSV): Beim Absturz eines Flugzeugs kamen laut Polizeiangaben der 67 Jahre alte mutmaßliche Pilot und ein 76 Jahre alter Passagier ums Leben.
Eine 40-jährige Frau und ein drei Jahre altes Kind kamen mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus. Dabei handelte es sich mutmaßlich um Gäste, die einen Rundflug gebucht hatten.
Die Propellermaschine war nach ersten Erkenntnissen der Polizei am Sonntagnachmittag im Anflug auf den Flugplatz Weinheim-Bergstraße. Dabei schlug sie auf und wurde im Frontbereich völlig zerstört. Feuer gefangen hatte sie wohl nicht. Wie es zu dem Absturz kommen konnte, steht noch nicht fest.
Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat die Sicherstellung des Flugzeugwracks angeordnet. Für die Dauer der Bergungsarbeiten und die anschließenden Untersuchungen bleibe die Unfallstelle abgesperrt, teilte die Polizei am späten Abend mit. Ein Polizeihubschrauber fertigte zudem Übersichtsaufnahmen an. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermittelt zusammen mit der Kriminalpolizei derzeit die genaue Unfallursache. Wer sachdienliche Hinweise hat, kann sich unter der Rufnummer 06252/706-0 beim Kommissariat 10 der Heppenheimer Kripo melden.
Veranstaltung nach Unglück abgebrochen
Der erste Notruf war am Sonntagnachmittag bei den Einsatzkräften eingegangen. Kurz darauf kamen einem Augenzeugen, der sich auf dem Weg zur Veranstaltung befand, zahlreiche Rad- und Autofahrer entgegen. Ihm wurde zugerufen, dass die Veranstaltung abgebrochen worden sei. Zu diesem Zeitpunkt waren wohl bereits Rettungshubschrauber in der Luft.
Einem weiteren Augenzeugen zufolge lag die Absturzstelle in Hessen auf Viernheimer Gemarkung und befand sich in der Nähe der zahlreichen Zuschauer auf badischer Seite. In etwa 100 Metern Entfernung befindet sich demnach ein landwirtschaftliches Anwesen.
Nach dem Unglück wurden die Zuschauer per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, das Areal sofort zu verlassen. Vor Ort waren zahlreiche Kräfte der Polizei, der Rettungsdienste und auch Notfallseelsorger.
Rund 2000 Besucher auf dem Fest
Am Abend wurde für die Presse ein spezielles Zentrum eingerichtet. Auch Weinheims Oberbürgermeister Michael Möslang war vor Ort.
Nach ersten Angaben der Einsatzkräfte waren zum Zeitpunkt des Unglücks rund 2000 Besucher auf dem Veranstaltungsgelände. Sie waren allerdings zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die meisten bekamen von dem Unglück nichts mit, hieß es. Sie hätten das Veranstaltungsgelände ruhig und geordnet verlassen. Danach sei alles sofort weiträumig abgesperrt worden.
Möslang zeigte sich sichtbar betroffen. Auch er konnte noch keine weiteren Einzelheiten mitteilen. Man wartete noch auf die Freigabe der Polizeimeldung, die erst im Laufe der Nacht, nach Redaktionsschluss, die Öffentlichkeit informieren werde. Daher gab es am Abend noch keine Angaben zur Anzahl der Opfer oder zur Ursache des Absturzes.
Flugshows lockten zahlreiche Besucher
Bis zu dem Unglück am Nachmittag hatte auf dem Sommerfest gute Stimmung geherrscht: Die Flugvorführungen zogen viele Besucher – wie in den Jahren zuvor – in ihren Bann. Mit vielen ehrenamtlichen Helfern war das Sommerfest als Event für die ganze Familie konzipiert worden.
Entsprechend groß war der Andrang: Auf der Wiese vor dem Flugplatz parkten an beiden Festtagen die Autos in mehr als 20 Reihen. Viele waren zudem auch zu Fuß oder mit dem Rad gekommen.
Der Höhepunkt des beliebten und ausgesprochen besucherstarken Fests waren die Flugshows mit ihren spektakulären Figuren und den Kondensstreifen. Die Veranstalter berichteten von einer entspannten Stimmung und waren voller Vorfreude auf den Sonntag, der so tragisch enden sollte.
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