Folarin Balogun: Norwegens Fußballverband will Beschwerde in Balogun-Fall einreichen
Die aufgehobene Rotsperre von US-Stürmer Folarin Balogun bei der Fußballweltmeisterschaft hat ein weiteres Nachspiel. Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness kündigte an, eine formelle Beschwerde bei der Fifa einzureichen. Sie wolle die Einmischung von US-Präsident Donald Trump nicht ignorieren, sagte sie der britischen Times. Klaveness warf den Fifa-Funktionären vor, den Fall vertuschen zu wollen. Fifa-Präsident Gianni Infantino und Trump stehen seit mehreren Wochen in der Kritik, nachdem der US-Stürmer seine Sperre trotz Roter Karte für das Achtelfinale gegen Belgien erlassen bekommen hatte. Der in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Schritt folgte auf einen Anruf Trumps bei Infantino. Balogun spielte zwar, konnte das 1:4 gegen Belgien aber nicht verhindern. »Wer gegen eine solche Regel verstößt, begibt sich auf einen gefährlichen Weg und gefährdet den gesamten Sport«, sagte Klaveness. Norwegens Verband wolle den Fall vollständig aufklären, das gelte insbesondere für das Telefonat Trumps mit Infantino. Gegenwind für Gianni Infantino Norwegens Verband gilt als eine der wenigen offen auftretenden kritischen Stimmen gegen Infantino. Verbandspräsidentin Klaveness hatte beispielsweise eine Beschwerde gegen den sogenannten Fifa-Friedenspreis eingereicht, den Infantino im Dezember 2025 im Rahmen der WM-Auslosung an US-Präsident Trump verliehen hatte. Zuletzt hatte Infantino von mehreren Verbänden Gegenwind bekommen. Spaniens Ligaboss Javier Tebas sagte der Gazzetta dello Sport, die Zeit des Fifa-Chefs sei »vorbei, er sollte nicht im Amt bleiben. Er hat die Unterstützung des Systems, der Verbände. Das ist das System, und es ist ein System, das bereits an der Wurzel krank ist.« Aleksander Čeferin, Präsident der Europäischen Fußballunion (Uefa), verzichtete sogar auf den sonst üblichen Besuch des WM-Finales. Die Uefa hatte die Aufhebung der Rotsperre für Balogun offen kritisiert. »Wir bringen unsere Fassungslosigkeit angesichts einer solch beispiellosen, unverständlichen und ungerechtfertigten Entscheidung zum Ausdruck«, hieß es vom Verband. Die Fifa habe eine »rote Linie überschritten«. Auch der DFB hatte das Vorgehen kritisiert. Afrikas Kontinentalverbandschef Patrice Motsepe hingegen verteidigte Infantino. »Ich schätze seine große Liebe zum Fußball, sein tiefes Engagement für den Fußball weltweit und seine Unterstützung für Afrika«, sagte der Südafrikaner in Johannesburg.