DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,02 % 64.298,69 USD 09:25:24 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Folgen für Handel: Chinas Währung überraschend teuer geworden

Wirtschaft

Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert sehr deutlich, dass Chinas Währung, der Yuan unterbewertet ist - und dadurch auch die deutsche Wirtschaft leidet. Denn ein schwacher Yuan macht Chinas Produkte im Ausland billiger als die deutschen. Merz prangert an, dass die chinesische Währung künstlich um 20 bis 30 Prozent niedriger bewertet wird, als die tatsächlichen Wirtschaftsdaten Chinas das nahelegen würden, um chinesischen Produkten damit unfaire Handelsvorteile zu verschaffen. Beim EU-Gipfel in Brüssel im Juni forderte Merz konkrete Verhandlungen mit der kommunistischen Führung in Peking, um wettbewerbsverzerrende Bedingungen zu korrigieren. Dazu gehören auch Subventionen, die dafür sorgen, dass die chinesische Konkurrenz preisgünstiger produzieren kann. Merz sagte in Brüssel: "Und wenn das Ganze begleitet wird mit einer Währung, die nicht frei konvertierbar ist, die auch am Kapitalmarkt letztendlich nicht teilnimmt, weil der Kapitalmarkt für sich abgeschottet ist: Dann sind das Wettbewerbsverzerrungen, die wir nicht einfach hinnehmen wollen. Darüber muss man auch dann offen sprechen." China will auch Binnenwirtschaft stärken Was Finanzmarktexperten allerdings auch feststellen: Die chinesische Währung hat gegenüber dem Euro neuerdings spürbar aufgewertet. Plus acht Prozent innerhalb eines Jahres. Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Netfonds AG, sieht darin einen Beweis dafür, dass China immer weniger Anlass hat, seine Währung künstlich niedrig zu halten. "China hat das Interesse - und das wird auch in den Fünfjahresplänen immer wieder deutlich -, sich stärker binnenwirtschaftlich aufzustellen, also mehr die Wachstumskräfte der Binnenwirtschaft zu forcieren", so Hellmeyer. "Der Aufstieg Chinas lief über die Exportmärkte, und da war eine niedrig bewertete Währung hilfreich. Man sieht offenbar nicht mehr die Notwendigkeit, diese Subvention des Devisenmarktes in Anspruch zu nehmen, weil man jetzt auch eine große Stärke hat." Der Yuan ist also zuletzt etwas stärker geworden. Aus Sicht von Finanzmarkt-Beobachtern ist er allerdings immer noch unterbewertet. Eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) kommt zu dem Ergebnis, dass die deutsche Wirtschaft deutlich stärker wachsen würde, wenn der Yuan "fair" bewertet wäre. Ausgleichszölle als Lösung? Wirtschaftswissenschaftler wie Jürgen Matthes vom IW fordern daher "Ausgleichszölle" auf chinesische Produkte, um die Nachteile für deutsche Unternehmen auszubalancieren. "Ausgleichszölle sind deshalb ein probates Mittel, weil sie wieder einen fairen Wettbewerb - also ein sogenanntes 'level playing field' - herstellen sollen, indem sie die unfairen Teile der chinesischen Niedrigpreise herausnehmen sollen, die entstehen; also diese unfairen Teile durch Subventionen und durch eine unterbewertete Währung." Das solle ausgeglichen werden, so Matthes. "Und da, wo China tatsächlich aus fairen Gründen uns intensiven Wettbewerb macht und billiger anbieten kann, damit müssen wir klarkommen. Ausgleichszölle haben also die Intention, wieder fairen Wettbewerb zu schaffen." Export bleibt wichtigste Säule für China Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gering, dass Peking das ohne Gegenmaßnahmen akzeptieren würde. Andreas Mischer vom Mercator Institut für China Studien hält es für ebenso unwahrscheinlich, dass die chinesische Führung einem Währungsdialog zustimmt, wie Merz ihn fordert. Er sagt: "Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die chinesische Regierung, falls sie denn eine Aufwertung des Yuan zulassen möchte, das eher in ihrem eigenen Sinne - also von sich selbst gesteuert - macht und eben eine kontrollierte Aufwertung in ihrem eigenen Sinne möglicherweise zulässt." Denn der Export bleibt die wichtigste Säule der chinesischen Wirtschaft. Und Exporte laufen nun mal besser, wenn die Währung Produkte billiger macht, und zwar weltweit.

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