Folgen für Volkswagen und Baunatal?
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Börsen-Absturz bei Volkswagen: VW fliegt aus Elite-Index – was das für Baunatal bedeutet
Von: Natalie-Margaux Rahimi
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Schwerer Schlag für Volkswagen: Der Autoriese verliert seinen Platz im EuroStoxx 50. Auch im Werk Baunatal wächst der Blick auf den Sparkurs.
Kassel – Für Volkswagen markiert dieser Freitag eine historische Zäsur: Nach Börsenschluss verliert der Wolfsburger Automobilkonzern seinen festen Platz im europäischen Elite-Börsenbarometer EuroStoxx 50. Danach wird der Autobauer nicht mehr in dem Börsenindex der 50 großen Unternehmen des Euroraums, geführt. Was der Indexanbieter ISS Stoxx bereits Anfang September ankündigte, ist nun Realität und bedeutet für den Konzern vor allem einen empfindlichen Prestigeverlust auf dem internationalen Parkett.
In Nordhessen wird diese Nachricht mit großer Sorge aufgenommen. Im Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal – mit rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der größte industrielle Arbeitgeber der Region – blickt die Belegschaft ohnehin angespannt auf die wirtschaftliche Lage. Das Komponentenwerk befindet sich mitten im tiefgreifenden Wandel, während die Konzernspitze parallel ein drastisches Sparprogramm vorantreibt. Die anhaltende Talfahrt des VW-Kurses verstärkt die Verunsicherung über künftige Investitionen und Auslastungen am nordhessischen Standort spürbar.
Kurskrise bei VW: Warum Volkswagen den wichtigsten europäischen Aktienindex verlassen muss
Der Rauswurf ist die direkte Konsequenz einer monatelangen Talfahrt der VW-Aktie. Für die Zusammensetzung des EuroStoxx 50 ist die frei handelbare Marktkapitalisierung maßgeblich. Da das Papier seit Jahresbeginn um knapp 22 Prozent und auf Sicht von fünf Jahren sogar um fast 60 Prozent eingebrochen ist, rutschte Volkswagen im Börsenranking hinter die europäische Konkurrenz ab. Neben VW scheidet auch Wolters Kluwer aus, während der französische Energiekonzern Engie und der finnische Netzwerkausrüster Nokia neu in den Index aufrücken.
Zwar hat der Index-Ausschluss für das laufende Tagesgeschäft in den Fabriken keine unmittelbaren Folgen, doch die internationale Sichtbarkeit bei institutionellen Großanlegern schwindet merklich.
Die Konzernführung in Wolfsburg versucht derweil zu beruhigen und verweist auf die fundamentale Substanz des Unternehmens. Mit dem Anfang September auf den Weg gebrachten Zukunftsplan will VW die Kosten nachhaltig senken, Doppelstrukturen abbauen und die operative Umsatzrendite bis 2030 auf acht bis zehn Prozent steigern.
Sparkurs und Zukunftspläne: Wie der Autobauer den Weg aus der Krise schaffen will
Für die Beschäftigten im Werk Baunatal und in ganz Nordhessen bleibt die entscheidende Frage, wie dieser Sparkurs konkret ausgestaltet wird. Der Konzern hofft, durch die angekündigte Restrukturierung mittelfristig die Profitabilität zu sichern und so wieder die Rückkehr in Europas wichtigste Börsenliga zu schaffen. (Quellen: dpa, eigene Recherche) (nmr)