Förderung junger Studenten: Wissenschaftsstiftungen nun am Tegernsee beheimatet
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Förderung junger Studenten: Wissenschaftsstiftungen nun am Tegernsee beheimatet
Von: Alexandra Korimorth
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Seit Kurzem sind am Tegernsee zwei neue Stiftungen ansässig, die sich der Förderung der Wissenschaft verschrieben haben. Die Stiftungen vergeben Stipendien an zahlreiche junge Forscher.
Bad Wiessee – Das alljährliche Stiftungstreffen mit Vergabe der Stipendien fand in Bad Wiessee, und zwar im Hotel Terrassenhof, statt. Rund 40 Bachelor- und Master-Studenten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) nahmen ihre Urkunden erstmals nicht im Umfeld der TU Darmstadt entgegen, wo Stifter Thomas Weiland (74) viele Jahre das Institut „Theorie Elektromagnetischer Felder“ geleitet hatte. Stattdessen kamen sie am neuen Stiftungs- und Unternehmenssitz in Bad Wiessee zusammen.
Der Physiker, Ingenieur, Hochschullehrer und Unternehmer Weiland stellte sich und die Stiftungsarbeit zusammen mit langjährigen Wegbegleitern in mehreren Vorträgen vor. „Die MINT ist das Fundament unserer Wirtschaft, unseres Erfolgs“, stellte Weiland klar. Es sei in Deutschland von großer Bedeutung, auf die Intelligenz junger Leute zu bauen und in diese zu investieren. Seit 2015 unterstützt der Professor daher mit der Thomas-Weiland-Stiftung (TWS) Studenten im Masterstudiengang, überwiegend von der TU Darmstadt. Seit vergangenem Jahr fördert er mit der Thomas-Weiland-Wissenschaftsstiftung (TWWS) zudem Bachelor-Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet – von Darmstadt und Frankfurt am Main über Heidelberg, Hannover und Rostock bis nach Süddeutschland.
Allein 16 Stipendiaten studieren in München an der LMU und TU. In jeder Stadt stehen ihnen Vertrauensprofessoren zur Seite. Die Stipendiaten bekommen über sechs oder vier Semester – je nach Förderprogramm – bis zu 750 Euro monatlich, um sich „ohne finanzielle Sorgen“ ihren Studien und Forschungen widmen zu können. Über die kooperierende Stiftung „Jugend forscht“ würden geeignete Bewerber, die Forscherdrang verspüren und in ihrer Freizeit Projekte vorantreiben, empfohlen und dann ausgewählt. Etwa eine Million Euro haben die TWS und TWWS bislang in den wissenschaftlichen Nachwuchs investiert.
Wie ein Professor zu so viel Geld komme? Diese Frage beantwortete Thomas Weiland, indem er auf seine Unternehmen Computer Simulation Services GmbH (CSS) und die 1992 gegründete CST Computer Simulation Technology AG verwies. Letztere hatte 2016 300 Mitarbeiter, die sich gemeinschaftlich entschlossen hätten, zu verkaufen. Die CSS ist mittlerweile eine Finanzfirma mit Sitz in der neuen Wiesseer Ortsmitte.
„Ich wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben und habe mich für die Nachwuchs-Förderung entschieden“, erklärt Weiland sein Engagement. Während gemeinhin viele der Ansicht seien, die Förderung der Studenten sei über das Bafög abgedeckt, gebe es seiner Ansicht nach eine Lücke im Bereich der Familien mit mittlerem Einkommen – vor allem, wenn diese zwei oder mehrere begabte Kinder hätten. „Sie sollen ohne finanzielle Sorgen studieren können – was und wo sie wollen“, sagt Weiland.
Im Beisein von Stipendiaten, ehemaligen Absolventen aus den Förderprogrammen, weiteren Professoren, Vorstands- und Kuratoriumsmitgliedern der beiden Stiftungen teilte er seine Zukunftspläne ab 2027 mit: Sein Plan sei es, die 40 besten Nachwuchswissenschaftler und künftigen Ingenieure mit jährlich einer Million Euro zu fördern. Seine Vision: „Wir wollen hier im Tegernseer Tal ein Begegnungszentrum für Wissenschaft bauen.“ Dort sollen dann künftig die Begegnungen, Symposien, Fachkonferenzen, Workshops, Stipendiatenveranstaltungen und Sommerfeste stattfinden. Vize-Landrat Josef Bierschneider sowie Bad Wiessees Zweiter Bürgermeister Georg Erlacher, der zuvor die Stiftungen herzlich an ihrem neuen Standort willkommen geheißen hatte, nickten wohlwollend.
Daniel Griese von der Stiftung „Jugend forscht“ umriss das wissenschaftliche Netzwerk, zu dem nun auch das Tegernseer Tal gehört. Peter Thoma, Kuratoriumsmitglied von TWS und TWWS, beleuchtete noch einmal die erfolgreiche Unternehmensgeschichte hinter der Förderung, während der Patentanwalt Holger Srachmann in seinem Festvortrag zwischen „Kreativität, Innovation und Erfindung“ differenzierte und die neuen Stipendiaten auf diese Weise motivierte.
Zur Motivation trug auch Stipendiat Jan Heinemann (23) bei, der „Jugend forscht“-Bundessieger von 2021. Er ist mittlerweile Firmengründer und Geschäftsführer der Rescuevation/Löschigel Gmbh, eines Feuerwehr-Fachhandels. Als Jung-Feuerwehrler hatte er mit gerade einmal 18 Jahren die Idee zur Optimierung von Löscheinsätzen durch den sogenannten Löschigel.
ak