Formel 1: Ärger bei Ferrari - Lewis Hamilton kündigt Aufarbeitung an
Für Ferrari lief der Große Preis der Niederlande nicht nach Plan. Die Scuderia verpasste beim Formel-1-Abschied in Zandvoort das Podest. Zudem sorgte eine teaminterne Entscheidung für Ärger. Lewis Hamilton will die Situation aufarbeiten.
Eigentlich sollte sich Charles Leclerc in der 42. Runde des Formel-1-Rennens in Zandvoort neue Reifen abholen. Doch der Monegasse entschied sich dazu, draußen zu bleiben. Direkt hinter ihm fuhr Ferrari-Teamkollege Hamilton. Der 41-Jährige war zu diesem Zeitpunkt schneller und wollte folgerichtig vorbei.
"Super Art, um Zeit zu verschwenden! Gute Arbeit!", schimpfte Hamilton sarkastisch am Funk. Eine Runde später kam Leclerc dann tatsächlich an die Box, der Frust bei Hamilton hatte aber auch noch nach dem Rennende Bestand.
"Wir müssen besser zusammenarbeiten"
"Es war definitiv frustrierend. Ich hatte eine super Pace, war auf einer anderen Strategie mit einem anderen Reifen. Er hatte ganz klar Probleme auf dem Medium-Reifen am Ende des Stints, und ich habe da ganze Sekunden verloren", klagte der Viertplatzierte bei "Sky". Leclerc wurde beim vorerst letzten Formel-1-Wochenende in Zandvoort Fünfter.
"Um als Team die maximale Punktezahl herauszuholen, müssen wir besser zusammenarbeiten. Die Entscheidung hätte früher getroffen werden sollen. Ich denke, das hat uns wahrscheinlich mindestens das Podium gekostet", kritisierte Hamilton.
Sein Ziel sei es, "dieses Team zur WM zu führen. Es wird eine ruhige Diskussion werden, aber sie muss natürlich auch geradlinig geführt werden. Wenn man gewinnen will, dann muss man diese Dinge tun. Das machen die anderen. Jetzt ist das sehr frustrierend, aber wir werden daran arbeiten und das definitiv diskutieren", kündigte der siebenmalige Formel-1-Champion eine Aufarbeitung an.
Formel-1-Experte kritisiert Ferrari
Leclerc sprach von "normalen Diskussionen während eines Rennens". "Von außen sieht das vielleicht schlimmer aus. Wenn nicht so viel auf der Strecke los ist, wird sich auf diese Diskussion fokussiert. Am Ende war es aus meiner Sicht nicht die richtige Runde, um in die Box zu fahren. Die Entscheidung wurde anders getroffen und das werden wir gemeinsam analysieren", erklärte der Monegasse.
"Zu einem Zeitpunkt dachten wir, Charles würde bis zum Ende fahren. Er war vor Antonelli, dann kam das Safety Car. Norris war schneller als wir, aber wir hatten gedacht, wir würden auf der Strecke bleiben. Klar hat Lewis etwas Zeit hinter Charles verloren. Hinterher ist es immer einfach, alles zu erklären, aber in dem Moment war es die richtige Entscheidung, denke ich", analysierte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur im Nachgang.
Formel-1-Experte Timo Glock vertrat eine andere Meinung. "Leclerc hält Hamilton zwei, drei Runden zu lange auf. Wenn man Lewis frühzeitig vorbeigebracht hätte, hätte man vielleicht sogar vor Antonelli sein können", kritisierte der Ex-Fahrer bei "Sky".
Hamilton rangiert nach dem Niederlande-GP 59 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Antonelli.