Formel 1 | Drama um Mercedes-Star Russell: "Jenseits der Enttäuschung"
George Russell war der dritte Platz beim Großen Preis von Bahrain in Malaysia eigentlich nicht mehr zu nehmen, doch dann streikte plötzlich sein Mercedes. Nach dem Rennausfall, durch den er sich wohl endgültig aus dem Kampf um den WM-Titel verabschiedet, ließ der Brite tief blicken.
George Russell rang nach seinem Defekt in Sepang zunächst mit den Worten, seinen Frust konnte der Mercedes-Pilot und WM-Zweite aber nicht verbergen.
"Es ist fast schon zum Lachen. Ich bin jenseits der Enttäuschung", sagte er bei "Sky" nach dem Rennen: "Das ist in dieser Saison jetzt so oft passiert. Es ist wirklich sehr schade." Eigentlich, so Russell, "sah das Podium sicher aus".
Statt auf WM-Leader Kimi Antonelli, der hinter Max Verstappen Zweiter wurde, nur wenige Punkte zu verlieren, wuchs der Abstand nun auf 84 Punkte an. Erst am vergangenen Wochenende in Baku hatte er die Hoffnungen mit einem Sieg neu entfachen können.
Mercedes-Boss Wolff wütend: "Im Moment überwiegt der Ärger"
Zu seinen geschrumpften WM-Chancen sagte er nun: "Ich würde nicht sagen, dass es vorbei ist, aber es ist natürlich ziemlich wahrscheinlich. Das ist die Realität. Wenn ich noch zurückkommen möchte, brauche ich Glück auf meiner Seite. Leider ist das momentan nicht der Fall. Statt heute drei Punkte auf Kimi zu verlieren, sind daraus 18 Punkte geworden. Wäre es andersherum passiert, hätte ich 18 Punkte gutgemacht. Es ist sehr schade, aber so ist es nun einmal."
Auch Teamchef Toto Wolff war sichtlich enttäuscht über den Ausfall seines Fahrers. Er zeigte sich bei "Sky" trotz des Podiumsplatzes für Antonelli "überhaupt nicht glücklich. Dass George stehen bleibt, ist für seine Meisterschaft ganz schlecht und auch für uns in der Konstrukteurs-WM ein Knackpunkt".
Der Österreicher betonte: "Wir haben noch sieben Rennen. Wenn wir da noch zweimal stehen bleiben, kann es auch für die Konstrukteurs- oder Fahrer-WM schlecht aussehen. Im Moment überwiegt deshalb der Ärger. Das Chassis-Update hat nicht funktioniert, der Motor hat nicht gehalten und auch das Rennen ist gegen uns gelaufen. Zwei Safety-Cars und ein VSC - der ganze Vorsprung, den du dir herausgefahren hast, ist plötzlich weg."