Formel-1-Liveticker: Verwarnung für Antonelli und Russell
Der Rookie schaffte es wieder in Q3, ist mit P10 aber nicht so ganz happy. Denn weil er gestern crashte, verpasste er nicht nur einen Teil von FT2. Er brauchte auch ein neues Chassis und konnte so auch heute in FT3 lange nicht fahren.
"Ich bin fest davon überzeugt, dass der Verlauf des Qualifyings ganz anders gewesen wäre und ich viel zufriedener gewesen wäre, wenn ich gestern nicht diesen Crash gehabt hätte", ärgert er sich.
"Wir sind im dritten Training nicht richtig gefahren, deshalb wollten wir keine Änderungen vornehmen. Im Grunde haben wir also nur FT1 für das Set-up genutzt. Ich fahre mit demselben Set-up, auf das wir uns nach FT1 geeinigt hatten", erklärt er.
Trotzdem schaffte er es eben wieder in die Top 10, während Teamkollege Yuki Tsunoda nur 15. wurde.
Gestern wurde so viel über den Reifenverschleiß gesprochen. Nun sieht es laut Pirelli aber doch wieder nach einem ganz gewöhnlichen Rennen morgen aus. "Eine Einstoppstrategie scheint derzeit die naheliegendste Wahl zu sein", so Dario Marrafuschi.
Hintergrund sei die Schwierigkeit beim Überholen und die lange Boxengasse, in der man viel Zeit verliert. "Eine Zweistoppstrategie könnte sich jedoch weiterhin als wettbewerbsfähig erweisen, sofern der Reifenverschleiß auf dem am Freitag beobachteten Niveau bleibt", ergänzt der Italiener.
Vieles werde zudem "vom möglichen Einsatz des Safety-Cars oder des virtuellen Safety-Cars abhängen - ein Szenario, das auf einem Straßenkurs mit so nah an der Strecke gelegenen Leitplanken [...] einen Faktor darstellt, der sehr ernst genommen werden muss", fügt er hinzu.
Der Hadjar-Ersatz kam ganz gut rein ins Qualifying, landete am Ende aber nur auf P8, während der Teamkollege Dritter wurde. "Zu Beginn des Qualifyings sahen wir konkurrenzfähig aus, daher wäre es schön gewesen, etwas weiter vorne mitzukämpfen", so Lawson.
"Aber leider hat es in Q3 für uns nicht ganz geklappt. Im Verlauf der Session schienen alle um uns herum noch etwas an Rundenzeit zu gewinnen, während wir diesen Schritt nicht mitmachen konnten", erklärt er.
Trotzdem ist er "happy" mit den Fortschritten im Verlauf des Wochenendes. "Jedes Mal, wenn ich mich hinter das Steuer setze, fühle ich mich im Auto wohler. Es gibt zwar noch ein paar Dinge, die wir lernen und morgen umsetzen müssen, aber insgesamt war es ein positiver Schritt nach vorne", so Lawson.
Der Argentinier schaffte es in Q3 und belegte am Ende P9. Er berichtet: "Die Runde in Q2 war fantastisch. Ich bin sehr zufrieden damit. Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis, denn diese Strecke war für uns von vornherein eine Herausforderung. Ich glaube, diese Strecke ist quasi wie geschaffen für Audi."
Trotzdem schaffte er es in die Top 10 und die Audis nicht. "Ich bin also sehr zufrieden damit, sehr, sehr zufrieden mit meiner Runde. Die Runde in Q2 war eine der besten, die ich je gefahren bin", sagt er stolz.
Für seinen Alpine-Teamkollegen Pierre Gasly war dagegen bereits in Q2 auf P14 Feierabend. Der Franzose kann sich das nicht so recht erklären. "Im Moment habe ich absolut keine Ahnung, wie sich das Auto im Vergleich zum gesamten Wochenende so stark verändert hat", grübelt er.
"Ich habe mich im Auto super wohlgefühlt und war mit der Abstimmung sehr zufrieden. Und was im Qualifying passiert ist, so etwas habe ich noch nie erlebt", so Gasly, der glaubt, dass irgendetwas nicht gestimmt hat.
Auch Charles Leclerc war im Qualifying einmal "unnötig langsam". In seinem Fall gab es die Verwarnung allerdings für das Team und nicht für ihn selbst. Auch hier die Erklärung der Stewards im Wortlaut:
"Der Fahrer von Wagen 16 kehrte nach seiner letzten Rundenzeit in Q3 in die Box zurück, ohne dass ihn andere Fahrzeuge behindert hätten, und hielt die Anforderungen an die Delta-Zeit nicht ein."
"Während der Anhörung räumte der Teamvertreter ein, dass man dem Fahrer aufgrund einer Fehlberechnung ein falsches Delta-Zeit-Profil zur Verfügung gestellt hatte."
"Der Fahrer hielt sich daher an die auf seinem Armaturenbrett angezeigte Delta-Zeit, doch da diese nicht korrekt war, verstieß er unbeabsichtigt gegen die Anforderungen an die Delta-Zeit."
"Die Rennkommissare stellen fest, dass in diesem Fall ausschließlich das Team schuldhaft gehandelt hat und der Fahrer keinen Fehler begangen hat. Daher wird eine Strafe gegen das Team verhängt."
"Die Rennkommissare berücksichtigen zudem, dass in diesem Szenario die abweichende Delta-Zeit, die dem Fahrer bereitgestellt wurde, keinerlei Auswirkungen auf die Leistung von Auto 16 oder eines anderen Autos hatte."
Die Urteile der Rennkommissare kommen nach und nach rein und wie erwartet hat George Russell eine Verwarnung bekommen, weil er in Kurve 5 einmal falsch zurück auf die Strecke gefahren ist.
Auch Kimi Antonelli und Gabriel Bortoleto kommen mit einer Verwarnung davon, weil sie im Qualifying einmal "unnötig langsam" gefahren sind. Hier das Antonelli-Urteil im Wortlaut:
"Auto 12 kehrte nach der Fahrt seiner letzten Rundenzeit in Q3, ohne dass andere Autos ihn behinderten, an die Box zurück und erfüllte die Anforderungen an die Delta-Zeit nicht."
"Der Fahrer erklärte während der Anhörung, dass es ihm aufgrund von Anforderungen an das Energiemanagement und kleinerer technischer Probleme schwergefallen sei, die Delta-Zeit einzuhalten."
"Er räumte jedoch ein, dass er mehr hätte tun können, um die Delta-Zeit einzuhalten."
Daher die Verwarnung.
Wir haben ja schon darüber gesprochen, dass das Überholen morgen schwierig werden könnte. Kimi Antonelli hat es nun noch einmal etwas ausführlicher erklärt: "Ich glaube, es wird sehr schwierig werden."
"Im Training bin ich zwei Runden hinter dem Williams gefahren und habe mühsam versucht, vorbeizukommen. Aber es war wirklich schwer, vor allem, weil der Reifenverschleiß schon ziemlich groß ist."
Und hinter einem anderen Auto komme man dann noch mehr ins Rutschen. "Das Einzige, was man tun kann, ist, Druck auf das vorausfahrende Auto auszuüben, um es zu einem Fehler zu verleiten oder den Reifenverschleiß noch etwas zu verstärken", so Antonelli.
Zudem könne man über die Strategie etwas versuchen. "Aber ja, besonders wenn man ein sehr ähnliches Tempo hat, ist es schwierig, einen Überholmanöver zu starten", betont der WM-Leader.
Das Formel-3-Rennen ist ohne weitere rote Flagge über die Bühne gegangen - dafür aber mit einem Twist im Titelkampf. Audi-Junior Freddie Slater, der bislang die Meisterschaft angeführt hat, ist nach einem Dreher ausgeschieden.
Rivale Ugo Ugochukwu ist gleichzeitig Vierter geworden und hat damit jetzt nach Punkten gleichgezogen. Vor dem finalen Rennen morgen stehen beide bei 141 Zählern. Und weil Ugochukwu dort vor Slater startet, hat er jetzt den Vorteil auf seiner Seite.
Das Rennen gewann der Brasilianer Pedro Clerot, der damit seinen ersten Formel-3-Sieg holte.
Nimmt man die Piloten ganz ohne Zeit raus, belegte Valtteri Bottas heute den 20. und damit letzten Platz. Er wurde bekanntlich von Carlos Sainz aufgehalten, doch auch sonst wäre wohl kaum mehr möglich gewesen.
Teamkollege Sergio Perez erklärt nicht P19: "Ich bin wirklich sehr, sehr zufrieden mit dem Qualifying. Wir haben das Maximum aus dem Programm herausgeholt. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Runden - sehr sauber gefahren, ganz am Limit."
Trotzdem fehlte bereits eine halbe Sekunde auf Fernando Alonso direkt vor ihm auf P18. "Dort sind wir im Moment", zuckt Perez die Schultern und erklärt: "Ich bin sehr froh, dass wir den Rückstand auf Williams und Aston aufgeholt haben."
Der ist aber noch immer ziemlich groß.
Der Haas-Pilot konnte im Qualifying gar nicht fahren, nachdem er sein Auto in FT3 zerlegt hatte. Er berichtet: "Es ist schade, denn das Auto war schnell. Gestern war ein harter Tag, aber wir haben über Nacht einige Änderungen vorgenommen, und im dritten Training fühlte sich das Auto wirklich gut an."
"Leider hat es mich in der letzten Runde in Kurve 10 erwischt. Das lag zum einen daran, dass die Reifen schon etwas abgenutzt waren, und zum anderen an einer ungünstigen Windböe. Ich hätte diesen Fehler nicht machen dürfen. Es tut besonders weh, da das Auto stark war", ärgert er sich.
Teamkollege Esteban Ocon wurde im Qualifying 13. und erklärt: "Wir haben uns zum vierten Mal in Folge problemlos für das Q2 qualifiziert, was sehr positiv ist. [...] Wir waren zwar noch ziemlich weit von den Audis entfernt, das müssen wir uns also noch genauer ansehen. Aber bisher ist es ein viel besseres Wochenende als in Monza."
Der Brite führte nach den ersten Runs, landete am Ende aber nur auf P4. Teamchef Frederic Vasseur erklärt bei Sky: "Der erste Run lief sehr gut. Das Tempo stimmte und die Runde war gut."
"Beim zweiten Versuch hat er in der ersten Kurve etwas mehr Gas gegeben und dabei eine Zehntelsekunde verloren. Ich glaube, damit war es gelaufen", so Vasseur.
Hamilton selbst vermutet, dass die Reifen womöglich noch nicht bereit waren. Denn davon abgesehen sei die zweite Runde nicht schlechter als die erste gewesen.
Für Carlos Sainz geht es in der Startaufstellung drei Plätze nach hinten. Er stand Valtteri Bottas in Q1 im Weg und wurde dafür jetzt von den Rennkommissaren bestraft. Damit geht es von P17 auf P20 nach hinten.
Die aktualisierte Startaufstellung findet ihr hier.
Nico Hülkenberg landete heute auf dem undankbaren elften Platz und verpasste die Top 10 nur um 0,019 Sekunden. "Wir wussten, dass das Qualifying auf einer brandneuen Rennstrecke knapp werden würde, und genau so ist es auch gekommen", so der Deustche.
"Was morgen passiert, ist noch ein bisschen ungewiss. Es ist das erste Rennen hier, daher weiß niemand so recht, wie sich die Dinge entwickeln werden. Wir müssen auf alles vorbereitet sein, was auf uns zukommt", so Hülkenberg.
"Das Wichtigste wird sein, uns zu Beginn aus Schwierigkeiten herauszuhalten und dann zu sehen, was wir aus dem Rennen machen können", betont der Deutsche, der lediglich einen Platz hinter den Punkterängen startet.
Rennleiter Allan McNish ergänzt: "Da beide Autos ganz an den Top 10 waren, war dies erneut eine starke Leistung des Teams, insbesondere angesichts der Upgrades, die unsere Konkurrenten in den letzten Rennen eingeführt haben."
Gabriel Bortoleto landete auf P12 hinter Hülkenberg.
Ferrari verpasste heute die Top 3, doch laut Charles Leclerc war für ihn nicht mehr als P5 möglich. "Ich finde, die Runde war ganz okay", sagt er bei Sky und erklärt, dass er so ziemlich das Maximum herausgeholt habe.
"Mit der Runde bin ich relativ zufrieden, mit der Platzierung hingegen nicht", so Leclerc, der betont: "Wir wissen, dass wir im Rennen ein stärkeres Auto haben als im Qualifying. Aber auf einer Strecke wie dieser ist es schwierig, das Tempo im Rennen auszunutzen."
Denn das Überholen könnte morgen bekanntlich schwierig werden.
Gerade läuft in Madrid das erste Hauptrennen der Formel 3. Dort haben die Fahrer aber nicht einmal eine Runde geschafft, dann musste nach einem Massencrash die rote Flagge geschwenkt werden.
Das ist die erste rote Flagge bei einem Rennen an diesem Wochenende. Bislang kamen Formel 3 und Formel 2 ohne Unterbrechung durch. Glücklicherweise sind alle Fahrer in Ordnung.
Auch der Brite ist mit P9 natürlich nicht zufrieden. "Zu Beginn der Session habe ich mich gut gefühlt. Doch als ich in Q3 versucht habe, noch ein bisschen mehr zu geben, haben die Reifen das einfach nicht mehr mitgemacht", erklärt er bei Sky.
"Das hat mich ein paar Zehntel gekostet, was ein bisschen frustrierend war", so Russell, der am Ende 0,325 Sekunden Rückstand auf die Pole hatte. Toto Wolff verrät zudem: "George konnte sich einfach nie mit dem Set-up anfreunden."
Insgesamt ist das Teamergebnis aber in Ordnung für ihn. "Vor dem Wochenende hatten wir nicht damit gerechnet, auf der Pole zu stehen. Es ist nicht unsere Strecke. Daher ist P2 eigentlich ziemlich gut", so Wolff.