Formel-1-Liveticker: WM-Entscheidung auf Mexiko vertagt
Noch mehr Ärger im Mittelfeld. Carlos Sainz sagt über Arvid Lindblad: "Ich bin überrascht, dass er damit durchgekommen ist, denn er drängt jemanden gegen die Wand und verursacht damit eine Situation, die möglicherweise zu einem sehr schweren Unfall hätte führen können."
Lindblad drückte Sainz beim Start fast in die Boxenmauer, wobei der Flügel des Spaniers beschädigt wurde. Die Situation hätte seiner Meinung nach aber auch schlimmer enden können. Lindblad habe es da auf jeden Fall übertrieben, sagt er.
Grundsätzlich übertreibe es jeder Fahrer mal, erklärt Sainz zwar versöhnlich. Aber er sagt auch: "Wann immer ich es übertrieben habe, bin ich nie ungestraft davongekommen." Deswegen versteht er nicht ganz, warum die Rennkommissare heute nicht eingegriffen haben.
Bei McLaren hört man aktuell gefühlt jeden Tag die gleichen Aussagen. Auch heute hat Oscar Piastri nach P7 wieder erklärt, dass der MCL40 einfach zu schwer zu fahren sei.
Über das Ergebnis sagt er: "Ich denke, das spiegelt ein wenig unsere derzeitige Situation wider. Ich glaube nicht, dass wir im Moment besonders stark sind."
"Natürlich hatten wir an diesem Wochenende ein paar Upgrades, die das leisten, was wir erwarten, aber offensichtlich steigern auch die Teams um uns herum die Leistung ihrer Autos."
"Es sieht so aus, als hätte Mercedes seine Upgrades jetzt viel besser im Griff,
die Red Bulls sind offensichtlich schnell und auch Ferrari hatte einige Upgrades"
"Wir müssen also weiter Druck machen, aber keines dieser Upgrades macht das Auto wirklich leichter zu fahren, was irgendwie unser größtes Problem ist", so Piastri.
Fernando Alonso ist sauer auf Alexander Albon, nachdem es zu Beginn des Rennens einen Kontakt zwischen beiden gab. Er sagt: "Ich glaube, wenn man ganz hinten startet, besteht dieses Risiko [eines Unfalls] immer."
"Ich finde, das Niveau der Fahrer im unteren Drittel der Startaufstellung ist sehr niedrig. Das haben wir heute bei Alex gesehen", sagt er. Ein klarer Angriff auf Albon und auch einige andere Fahrer.
Sein Rennen sei dadurch natürlich früh gelaufen gewesen. "Das Auto ist völlig zerstört, ich habe es im Parc ferme gesehen. Die Hälfte des Unterbodens fehlt", so Alonso.
Es sei ein Wunder, dass er damit überhaupt noch habe weiterfahren können.
Der Brite berichtet nach P8 heute: "Das Tempo war im ersten Stint nicht gut. Aber als ich mit den harten Reifen aus der Box kam, bin ich wahrscheinlich sechs Runden lang im gleichen Tempo wie Kimi gefahren."
"Doch dann holte ich Oscar ein und konnte einfach nicht überholen. Sechs gute Runden, 50 schlechte Runden", fasst er zusammen und ergänzt: "Ich möchte verstehen, warum das Tempo im ersten Stint so schlecht war."
"Die Strafe war auch ein bisschen lächerlich", sagt er zudem. Doch das sei nach diesem Wochenende noch sein geringstes Problem.
Der Mercedes-Teamchef ist stolz auf Kimi Antonelli und auch auf die Strategieabteilung. Bei Sky erklärt er: "Die Strategie hat wirklich gut funktioniert. Wir haben darüber gesprochen, dass Max uns mit einem Undercut überholen könnte."
Trotzdem sei man "bei unserer Entscheidung geblieben, da die Einstoppstrategie die schnellere zu sein schien", erklärt Wolff und betont: "Wir haben den Informationen vertraut und wollten nicht einfach nur deshalb reagieren."
Deswegen habe man sich vom frühen Verstappen-Stopp nicht unter Druck setzen lassen, obwohl es keine leichte Entscheidung gewesen sei. "Aber man sollte sich an die Daten halten und ihnen vertrauen", so Wolff.
Der Mercedes-Fahrer bekam gleich zu Beginn des Rennens eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die warf ihn hinter die beiden McLaren-Piloten zurück, und davon erholte er sich bis zum Rennende nicht mehr. Die Rennkommissare begründe die Strafe so:
"Der Fahrer von Wagen 63 verteidigte seine Position gegen Wagen 81 in Kurve 12, verließ dabei die Strecke und kehrte dann vor Kurve 13 vor Wagen 81 wieder auf die Strecke zurück. Er behielt diese Position bei."
"Dementsprechend stellen die Rennkommissare fest, dass er die Strecke verlassen, wieder auf die Strecke zurückgekehrt und sich einen dauerhaften Vorteil verschafft hat."
"Die übliche Strafe hierfür beträgt zehn Sekunden. Die Rennkommissare waren jedoch der Ansicht, dass der Fahrer von Wagen 63 zuvor Wagen 6 unter Druck gesetzt hatte, wodurch Wagen 81 in eine Angriffsposition geriet (und somit Wagen 63 in eine Verteidigungsposition)."
"Da es sich zudem um einen Vorfall in der ersten Runde handelte, sollte die Strafe nach unserer Einschätzung auf fünf Sekunden gemildert werden."
Kimi Antonelli sagt nach seinem Sieg: "Das war genau das Ergebnis, das wir gebraucht haben. Das ganze Team hat es sich wirklich verdient." Denn in Malaysia und Singapur hatte das neue Update für den W17 ja noch Probleme gemacht.
"Es ist ein sehr schönes Gefühl, nach all der Zeit, in der wir so viel Arbeit in die Entwicklung dieses neuen Pakets gesteckt haben, nun endlich das Ergebnis zu sehen", freut sich der WM-Leader.
"Auch die Entscheidung für den Einstopper war strategisch perfekt umgesetzt. Ich bin wirklich froh, dass wir das durchziehen konnten. Das war heute eine großartige Teamleistung", so Antonelli.
Über die WM-Situation sagt er noch: "Wir sind ganz nah dran. Wir versuchen, die Saison mit einem Erfolg abzuschließen, und hoffentlich können wir den Titel schon sehr bald unter Dach und Fach bringen."
Vermutlich ja bereits in einer Woche in Mexiko.
Der Niederländer galt heute bei einigen als Favorit, wurde am Ende aber sogar "nur" Dritter. "Ich glaube, unser Tempo war insgesamt nicht gut genug, und wahrscheinlich waren auch die Reifen, die uns zur Verfügung standen, nicht die richtigen", berichtet er.
"Das müssen wir also verstehen, denn in den letzten Rennen hat es bei uns immer gut funktioniert", erklärt der Niederländer nach zuvor zwei Siegen in Malaysia und Singapur.
"Aus welchem Grund auch immer es hier nicht geklappt hat, aber wir haben es trotzdem aufs Podium geschafft. Vielleicht hatten wir am Ende ein bisschen Glück mit dem VSC", gesteht er zudem.
Denn ohne das VSC hätte er P3 am Ende vielleicht sogar noch an Lewis Hamilton verloren.
Wir atmen einmal kurz durch, denn auch an diesem Wochenende habt ihr bei uns wieder die Möglichkeit, die Piloten für ihre Leistung zu bewerten. Wer waren eurer Meinung nach die besten Fahrer in Austin? Jetzt abstimmen!
Kimi Antonelli reist mit 124 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton und 123 Zählern Vorsprung auf George Russell nach Mexiko. Ihm fehlen also noch genau zwei Zähler zum Titel. Heißt: Wird er in einer Woche in Mexiko-Stadt mindestens Neunter, ist er Weltmeister.
Das sollte im Normalfall machbar sein.
In zehn Minuten beginnt das Rennen in Austin und wir verlagern das Geschehen damit erst einmal in unseren Session-Ticker. Hier ist also kurz Pause, nach der Zieldurchfahrt geht es an dieser Stelle weiter mit den Stimmen zum Grand Prix.
Und wenn ihr wissen wollt, wie ihr die Formel 1 am USA-Wochenende im Livestream sehen könnt, dann erfahrt ihr das hier.
Wegen der ganzen Strafen geht Fernando Alonso gleich von P12 ins Rennen - falls er überhaupt starten kann. Denn an seinem Aston Martin gibt es aktuell noch ein kleines Problem.
Adrian Newey bestätigt bei Sky: "Wir hatten gestern im Qualifying das gleiche Problem. Sobald er losfährt, tritt es auf. Wir vermuten, dass etwas Öl aus dem Entlüftungsventil austritt, sind uns aber nicht ganz sicher."
Drücken wir mal die Daumen, dass alles passt.
Es geht langsam in die heiße Phase. 40 Minuten noch bis zum Start in Austin, damit öffnet jetzt die Boxengasse. Zehn Minuten haben die Fahrer wie immer, um sich auf den Weg in die Startaufstellung zu machen.
Wer auf welchen Reifen losfährt, das erfahren wir erst unmittelbar vor dem Start. Die Pneus, die jetzt montiert sind, spielen keine Rolle. In der Startaufstellung wird noch einmal gewechselt.
Vor wenigen Tagen jährte sich der Todestag von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz. Der Österreicher verstarb am 22. Oktober 2022. Eines seiner Markenzeichen waren Jeanshosen, weshalb heute alle Mitarbeiter von Red Bull und den Racing Bulls eine Jeans tragen und so an den "Oberbullen" erinnern.
Der Start ist in Austin immer für einen Unfall gut. Experte Jenson Button prophezeit bei Sky: "Max [Verstappen] wird in Kurve 1 alles geben. Er hat doch nichts zu verlieren, oder?"
"Außerdem steht der gut startende Ferrari von Charles Leclerc auf Platz vier auf der Innenbahn. Das wird also in Kurve 1 ein ziemliches Durcheinander geben", so der Weltmeister von 2009.