Formel 1 | Mega-Zoff in Ungarn: Onboard-Aufnahmen widerlegen Sainz
Es war einer der großen Aufreger beim Formel-1-Rennen in Ungarn: In der 38. Runde kollidierte McLaren-Pilot Oscar Piastri mit Hinterbänkler Carlos Sainz. Der Spanier erklärte daraufhin, er habe keine Blauen Flaggen gesehen, doch die Onboard-Aufnahmen zeichnen ein anderes Bild. Carlos Sainz hat mit seiner Blockade von Oscar Piastri in der 38. Runde des Ungarn-GP am Sonntag den Zorn vieler Formel-1-Fans auf sich gezogen. Der McLaren-Pilot war drauf und dran, den Spanier zu überrunden, doch statt Platz zu machen, konzentrierte sich der Williams-Fahrer einzig und allein auf seinen Zweikampf mit Fernando Alonso. Es kam zur Kollision, Piastri verlor viele wichtige Sekunden. Sainz entschuldigte sich nach dem Rennen zwar für den Vorfall, schob die Verantwortung dafür aber weiter. "Ich hatte keine Ahnung, dass ich überrundet werde", deutete er an, dass auf seinem Lenkrad kein blaues Warnlicht aufleuchtete. Zwar gab es während des Rennens tatsächlich technische Probleme beim Anzeigen der Blauen Flaggen in den Autos. Sainz aber fuhr vor der Kollision an nicht weniger als sieben (!) deutlich zu sehenden Blauen Flaggen am Streckenrand vorbei. Das ist auf den Onboard-Aufnahmen seines Williams klar zu erkennen. Piastri sieht "inakzeptables" Verhalten Sainz empfand den Vorfall als normale Rennsituation. Piastri habe sich "in seinem toten Winkel" befunden. "Daher war es für mich unmöglich, ihm auszuweichen", sagte der Spanier, dessen Aussage nur wenig dazu beitrug, im McLaren-Lager für Verständnis zu sorgen. "Es ist mir eigentlich egal, ob er mich nicht gesehen hat", polterte Piastri. "Die Tatsache, dass er mich nicht gesehen hat und niemand ihn darauf hingewiesen hat oder dass es an umfassender Aufmerksamkeit gemangelt hat, ist inakzeptabel." Schumacher fordert weitere Strafe gegen Sainz "Sky"-Experte Ralf Schumacher forderte sogar weitere Konsequenzen. Die Fünf-Sekunden-Strafe, die Sainz für sein Verhalten kassierte, reichte dem Ex-Formel-1-Fahrer nicht aus. "Eine normale Strafe reicht da nicht. Für mich gehört Carlos Sainz für das nächste Rennen mitbestraft. Im Qualifying in Zandvoort muss er einen obendrauf kriegen", sagte Schumacher, der das Verhalten des Spaniers als "absolutes No Go" bezeichnete. Für Piastri kam es am Ende noch schlimmer: Der Australier musste sich nicht nur über den Zweikampf mit Sainz ärgern, sondern fiel später im Rennen auch noch mit einem Getriebeschaden aus.