Formel 1 | Pikante Details enthüllt: So sehr knirscht es zwischen Verstappen und Red Bull
Das Tischtuch zwischen Max Verstappen und Red Bull ist noch nicht vollständig zerrissen, aber für jeden Außenstehenden schon seh- und spürbar angerissen. Rund um die derzeit größte Story in der Formel 1 kommen nach und nach neue Details ans Licht. Die einstige Traum-Ehe von Max Verstappen und Red Bull Racing ist seit einigen Monaten eine gefühlte Zweckgemeinschaft, die nur noch besteht, weil der Rennkalender der Formel 1 nichts anderes zulässt. Restlos glücklich ist das Team mit dem viermaligen Weltmeister nicht mehr, was auf der anderen Seite auch für den Niederländer gilt. Es herrscht gegenseitiges Misstrauen. Wie tief die Gräben zwischen den Parteien derzeit sind, offenbart ein Bericht des US-Senders "ESPN". Dort wird unter anderem von dem Treffen von Verstappen mit der Red-Bull-Spitze in Spielberg am Rande des Österreich-GP gesprochen. Dabei hat es offenbar ordentlich geknallt. Verstappen verzichtet auf mündlichen Handschlag Die RB-Verantwortlichen hätten dieses Treffen "frustriert und irritiert" verlassen, heißt es. Grund dafür war, dass sie Verstappen die Hand reichten und sich wenigstens eine erste mündliche Zusage für einen Verbleib bis zum Ende der Saison 2027 erhofften. Doch selbst dieses Bekenntnis ging dem Niederländer nicht über die Lippen. Statt einen Schritt auf Red Bull zuzugehen, drehte sich der viermalige Weltmeister weg. Für Red Bull wäre eine mündliche Zusage Verstappens von weitreichender Bedeutung gewesen. Mit diesem Bekenntnis hätte das Team im Formel-1-Paddock werben können. Nach dem Abgang zahlreicher Top-Ingenieure muss man in diesem Bereich erheblich aufbessern. Gibt es keine Garantie eines Verstappen-Verbleibs, fehlt dem Team auch ein wichtiges Argument bei der Akquirierung neuer Führungskräfte. Red Bull will Verstappen-Forderung nicht erfüllen Unterschiedlicher Meinung sollen Verstappen und Red Bull auch im finanziellen Sektor sein. Der Niederländer und sein Team sehen sich laut "ESPN" als unterbezahlt an, sein Arbeitgeber sieht das anders. Als das Verstappen-Camp seine Zahlen vorlegte, seien die Red-Bull-Verantwortlichen "zurückgeschreckt", heißt es. Dass Verstappen derzeit nicht gut auf Red Bull zu sprechen ist, weiß man derweil schon lange. Verschärft hat sich die Lage nach seinen beiden Unfällen in Spielberg und Silverstone. Zwei Defekte am RB22 ließen ihn jeweils in der Mauer landen. Das wäre für jeden Fahrer inakzeptabel, erst recht aber für den erfolgsverwöhnten Niederländer. Unmittelbar nach dem Crash in Silverstone hat es laut "ESPN" eine Diskussion zwischen Teamchef Laurent Mekies, Verstappen-Vater Jos und Berater Raymund Vermeulen gegeben. Mekies soll geflüchtet sein, als Verstappen zurück im Motorhome war, um das Gespräch mit ihm zu suchen. Verstappen wollte neuen Motor, Red Bull lehnte ab Laut niederländischen Medien basierte Verstappens Ärger in Silverstone noch auf einem anderen Vorfall. Demnach wäre er gerne mit einem neuen Motor ins Rennen gestartet, dann von der Boxengasse aus. Diese Idee wurde vom Team aber abgelehnt. Längst habe der 28-Jährige das Gefühl, das Team höre bei wichtigen Entscheidungen bezüglich des Wagens nicht mehr auf ihn, heißt es. "De Telegraaf" berichtete vor einigen Tagen zudem, dass der langjährige Verstappen-Vertraute Gianpiero Lambiase von Technikchef Pierre Waché langsam aber sicher vom Informationsfluss abgeschnitten werde und längst nicht mehr Einsicht in alle Daten bekomme. Das ist nicht ungewöhnlich, zumal Lambiases Wechsel zu McLaren bereits feststeht. Gleichzeitig passt es aber auch ins Bild, das Red Bull in diesen Tagen abgibt. Grenzenloses Vertrauen herrscht in der einstigen Wohlfühlfabrik in Milton Keynes schon lange nicht mehr.