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Formel 1: Setzt Ferrari schon in Zandvoort auf Stallorder?

Sport

Wer zwischen dem 14. Juni und dem 26. Juli versucht hat, sein Geld auf einen möglichen Grand-Prix-Sieger in der Formel 1 zu setzen, hätte auch Lotto spielen können. In den fünf jüngsten Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause gab es fünf verschiedene Sieger. Von Lewis Hamilton im Ferrari über George Russell (Mercedes), Charles Leclerc (Ferrari), Kimi Antonelli (Mercedes) und zuletzt sogar mal wieder Weltmeister Lando Norris im McLaren durfte jeder aus dem Top-Quintett der WM-Wertung einmal den Schampus vom Podium regnen lassen. Auch Verstappen ist noch zu beachten Ab Freitag im niederländischen Motorsport-Mekka Zandvoort könnte auch noch ein Sechster hinzukommen. Lokalmatador Max Verstappen im Red Bull ist auf seiner Hausstrecke immer ein Siegkandidat, auch wenn sein Auto vor allem im ersten Saisondrittel deutlich schwächer war als in der zweiten Hälfte der Vorsaison. Zuletzt in Ungarn kam auch Oscar Piastri im zweiten McLaren lange für einen Sieg in Frage, ehe er an einem technischen Defekt scheiterte. Der Kampf um den Weltmeistertitel könnte so spannend sein, wenn nicht Antonelli zu Beginn der Saison fast alles abgeräumt hätte. Er führt mit 220 Punkten die Fahrerwertung klar an, Hamilton hat den Rückstand aber auf 50 Punkte verkürzt und wäre noch näher dran, wenn seinem Team in Ungarn nicht mal wieder eine Panne unterlaufen wäre: Mit einem Boxen-Flop zur Unzeit (Hamilton wurde während einer Virtual-Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel gerufen, verlor dadurch zwei Plätze und halste sich noch ein Fünf-Sekunden-Strafe wegen zu hohen Tempos auf) verpatzte der achtmalige Weltmeister einen Podiumsplatz und wurde nur Fünfter. Leclerc nahm Hamilton Punkte ab Rang vier belegte der in der WM-Wertung wohl chancenlose Leclerc (138 Punkte), nahm dadurch also seinem Temkollegen noch zwei Zähler ab. Ob der offene Kampf der beiden Konkurrenten so gewünscht ist, ob er geduldet oder von den Ferrari-Strategen eventuell schon sehr bald verboten wird, darüber diskutieren die "Roten" gerade intensiv. Die gleiche Auseinandersetzung gibt es bei Mercedes, wo Russell (160) 69 Punkte hinter Antonelli liegt, aber nur neun hinter Hamilton. Ferrari-Chef Fred Vasseur stellte gerade in einer Podiumsdiskussion mit Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff klar: "Lewis und Charles müssen jetzt noch mehr Respekt und ein korrektes Verhalten an den Tag legen. Es geht jetzt nicht mehr um den eigenen Ehrgeiz. Es geht um Ferrari. Also müssen wir vielleicht auch etwas unpopuläre Maßnahmen treffen." Diskussionen auch bei Mercedes Etwas unpopulär - damit meint er den Eingriff der Bosse ins Renngeschehen, also die Stallorder. Wenn sie mit Blick auf eine mögliche Aufholjagd im Titelkampf überhaupt noch Sinn ergeben soll, müsste sie sofort erfolgen, also schon in Zandvoort. Bei den "Silbernen" ist die Frage, ob man Russell ausbremsen sollte, wenn er Punkte von Antonelli gefährdet. Oder ob man glaubt, dass der junge Italiener so viel Vorsprung an der Spitze hat, dass man Russell freie Fahrt lässt, um Hamilton noch von Platz zwei in der Fahrerwertung zu verdrängen. Toto Wolff will nicht noch ein Drama zulassen

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