Formel-1-Star fleht Fans an und zieht sich von Social Media zurück
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Die Fans von Franco Colapinto (23/Alpine) sind die heißblütigsten in der gesamten Formel 1. Wer ihr Idol kritisiert, ihm auf der Strecke zu nahe kommt oder ihn aus ihrer Sicht einfach nur ungerecht behandelt, bekommt umgehend die Wut des argentinischen Internet-Mobs ab. Roh und ungefiltert.
Zuletzt traf der Shitstorm Colapintos Teamkollegen Pierre Gasly (30). Hintergrund war ein Vorfall in Madrid. Beim Rennen lag Gasly vor Colapinto. Der Argentinier war schneller unterwegs, forderte einen Platztausch. Aber Gasly verfolgte weiter seine eigene Strategie, ließ Colapinto nicht vorbei.
Was folgte, war eine Welle des Hasses im Internet gegen Gasly, vor allem von Fans aus Argentinien. Die Kommentare waren so schlimm, dass sich der Franzose öffentlich darüber beklagte: „Ich weiß, dass ich als Spitzensportler in der Öffentlichkeit stehe. So war es schon immer. Aber die aktuellen Drohungen und Angriffe übersteigen jedes Maß. Vor allem, wenn sie sich gegen Mitglieder meiner Familie, meine Freundin oder andere Personen aus meinem Umfeld richten. Das ist völlig inakzeptabel.“
Auch Alpine-Boss Flavio Briatore (76) ging danach an die Öffentlichkeit, drohte sogar einen Interview-Boykott Colapintos gegenüber argentinischen Medien an.
Colapinto zieht sich von Social Media zurück
Darauf forderte der Argentinier seine Fans auf, die Angriffe zu unterlassen. Mit mäßigem Erfolg. Beim letzten Grand Prix in Singapur schied Colapinto sowohl im Sprint als auch im Rennen mit technischen Problemen aus. Was folgte, waren falsche Behauptungen und massive Beschimpfungen des Rennstalls im Internet.
Die Anfeindungen wurden so massiv, dass sich Colapinto genötigt sah, seine Fans in einem Instagram-Video aufzufordern, die Angriffe einzustellen.
Seinen rund 6 Mio. Followern sagt er darin: „Ich weiß, dass ihr sehr stolz seid, wenn es bei mir gut läuft und ich Punkte hole – sowohl für mich als auch für das gesamte Team. Dafür werde ich euch immer dankbar sein. Aber manchmal überschreiten wir eine Grenze. Anstatt mich zu unterstützen, kritisieren wir andere Fahrer und greifen sie an. Das betrifft andere Kollegen, meine Teamkollegen, meine Mechaniker, meine Ingenieure und die Menschen, mit denen ich jeden Tag zusammenarbeite. Ich weiß, dass ihr denkt, ihr würdet mich damit verteidigen. Aber tatsächlich bewirkt ihr das Gegenteil. Ihr helft weder mir noch meiner Zukunft. Und ich möchte wirklich, dass ihr versteht, dass wir das gemeinsam ändern müssen.“
Weil der WM-Zwölfte um seine Zukunft bei Alpine bangt, geht er sogar noch einen Schritt weiter: „Ich habe mich dazu entschieden, mich aus den sozialen Netzwerken zurückzuziehen. Ich werde dort eine Pause einlegen. Ich möchte mich auf das konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist: meinen Traum, meine sportliche Karriere und die Arbeit mit dem Team, damit wir die Ergebnisse und Ziele erreichen, die wir uns vorgenommen haben.“