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Formel 1: Toto Wolff erklärt brisante Mercedes-Entscheidung

Sport

Beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort waren nicht mehr viele Runden zu fahren. Da kamen sich die beiden Williams so in die Quere, dass ein virtuelles Safety-Car unumgänglich war. Während Kimi Antonelli die Möglichkeit für einen Boxenstopp bekam, musste sein Formel-1-Teamkollege George Russell das Rennen mit seinen alten Reifen zu Ende fahren - und den WM-Führenden wegen einer Teamorder sogar noch passieren lassen.

In den vergangenen Wochen und Monaten war Mercedes nicht müde geworden, zu betonen, dass man das WM-Duell zwischen George Russell und Kimi Antonelli auf der Strecke austragen will und die beiden Teamkollegen so lange wie nur irgendwie möglich miteinander um Punkte kämpfen lassen will. Beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort griff das Team dann aber doch ein.

In Runde 70 kamen sich die beiden Williams in die Quere und verloren Teile auf der Strecke, was ein virtuelles Safety-Car nach sich zog. Antonelli nutzte auf Platz zwei liegend die Gunst der Stunde, um sich für die letzten zwei Runden frische Reifen zu besorgen. Russell, hinter dem der 19-Jährige nach dem Boxenstopp herauskam, blieb auf der Strecke, weil er ansonsten hinter Charles Leclerc herausgekommen wäre.

Formel 1: Mercedes wählte "den sichersten Weg"

Anschließend erhielt der Brite vom Kommandostand die Aufforderung, seinen Teamkollegen wieder vorbeizulassen. Eine Entscheidung, die Russell am Funk zunächst hinterfragte, dann aber in die Tat umsetzte. "Diese Entscheidung sieht von außen betrachtet schwierig aus, von innen jedoch nicht. Das ist eine Situation, die wir sehr oft besprochen haben, auch heute Vormittag", erklärte Teamchef Toto Wolff bei "Sky Sports" den Eingriff.

Es sei der klare Plan des Rennstalls gewesen, den schnellen Ferrari, die auf P4 und P5 lagen, nicht die Chance aufs Podium zu geben, indem man Zeit mit teaminternen Duellen verschwendet, legte der Österreicher nach: "Es wäre also genau umgekehrt genauso gewesen. Es spielt keine Rolle, wer in der Meisterschaft vorne liegt oder nicht, es geht einfach darum, die bestmöglichen Positionen zu sichern."

Man habe einfach "den sichersten Weg, um Punkte zu holen" gewählt, erklärte Wolff: "Man hätte vielleicht versuchen können, ihn im Überholmodus zu lassen, aber dann riskiert man zu viel – man hat zwei Ferraris im Nacken. Es waren also schwierige Entscheidungen, aber solche muss man treffen, wenn man um die Konstrukteurs- und Fahrer-Meisterschaft kämpfen will."

Die Strategie ging voll auf: Hinter Rennsieger Lando Norris kam Antonelli ins Ziel. Das Podium komplettierte Russell, der sich von den beiden Ferrari nicht mehr überholen ließ.

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