Forsa-Umfrage: Bevölkerung für Angela Merkel als Bundespräsidentin
Altkanzlerin weit vorne Steinmeier-Nachfolge? Viele Deutschen haben eine Favoritin Von t-online, jha 07.08.2026 - 20:06 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Der Bundespräsident wird neu bestimmt. Ilse Aigner wird als Präsidentin gehandelt. Die Bevölkerung nennt eine andere Favoritin. Doch die hat sich bereits klar geäußert. Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist einer Forsa-Umfrage für die Sender RTL/ntv zufolge die Wunschkandidatin der Deutschen für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. 47 Prozent der Befragten halten sie für geeignet als Staatsoberhaupt – der höchste Zustimmungswert aller abgefragten Personen. Zugleich erachten 48 Prozent Merkel als ungeeignet, auch das ist der höchste Ablehnungswert. Auf den weiteren Plätzen folgen die CSU-Politikerin Ilse Aigner, derzeit Präsidentin des bayerischen Landtags, mit 26 Prozent Zustimmung, TV-Moderator Günther Jauch mit 25 Prozent sowie Entertainer Hape Kerkeling, der im April eine bewegende Rede zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald gehalten hatte, mit 24 Prozent. Es folgen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (20 Prozent), die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Bayerns CSU-Regierungschef Markus Söder. Der Bundespräsident wird am 30. Januar von der Bundesversammlung gewählt, einem Gremium, das sich aus den Mitgliedern des Bundestags sowie gleich vielen Vertretern aus den Bundesländern zusammensetzt. Die Parteien haben sich bislang nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten oder eine Kandidatin verständigt. CSU-Chef Markus Söder hatte sich zuletzt für Aigner als Nachfolgerin ausgesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich zunächst offen für eine Bundespräsidentin gezeigt, zuletzt aber einen anderen Akzent gesetzt: Er verwies auf die aktuell herausfordernde Zeit, zu der sich ein Staatsoberhaupt äußern können müsse. "Das ist der Maßstab", sagte Merz. Danach wurde in konservativen CDU-Kreisen der Name des hessischen CDU-Regierungschefs Boris Rhein genannt. Die Geschlechterfrage In der politischen Debatte um die Nachfolge wird vielfach gefordert, das Amt solle erstmals von einer Frau bekleidet werden. Der Umfrage zufolge ist das aber den meisten Menschen in Deutschland egal: 74 Prozent äußern sich entsprechend. Von den Übrigen wünschen sich 19 Prozent eine Frau als Nachfolgerin, 5 Prozent einen Mann. Vor zehn Jahren, im Oktober 2016, sah das Meinungsbild noch anders aus: Damals sprachen sich 24 Prozent für eine Frau und 15 Prozent für einen Mann aus, 61 Prozent war das Geschlecht egal. Bei den Parteianhängern gibt es deutliche Unterschiede: Für 81 Prozent der CDU/CSU-Anhänger und 80 Prozent der AfD-Anhänger ist das Geschlecht des künftigen Staatsoberhaupts egal. Den größten Wunsch nach einer Frau äußern Anhänger der Linkspartei (43 Prozent) und der Grünen (39 Prozent). Nur unter AfD-Anhängern liegt der ausdrückliche Wunsch nach einem Mann im zweistelligen Bereich (11 Prozent). Neben dem Geschlecht spielt für viele Befragte auch eine Rolle, ob das künftige Staatsoberhaupt aus der Politik kommen sollte. 46 Prozent bevorzugen eine Person mit Erfahrung in der aktiven Politik, 31 Prozent eine Person außerhalb des Politikbetriebs. Vor allem SPD-Anhänger (70 Prozent) und Unionswähler (54 Prozent) wünschen sich politische Erfahrung, bei Linken (43 Prozent) und AfD (40 Prozent) überwiegt der Wunsch nach einer Person von außen. Merkel äußert sich zu eigenen Ambitionen Merkel selbst hatte sich zu möglichen Ambitionen auf die Steinmeier-Nachfolge im Frühsommer beim WDR-Europaforum geäußert. "Ich war 16 Jahre lang Bundeskanzlerin", sagte Merkel und ergänzte: "Dieses Amt braucht jemand, der mehr Kraft hat." Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die Erhebung am 5. und 6. August tausend Menschen. Die Fehlertoleranz wird mit plus/minus drei Prozentpunkten angegeben.