Forsa-Umfrage: Vertrauen in den Staat sinkt laut Umfrage auf Tiefstwert
Das Vertrauen der Menschen in Deutschland in den Staat ist auf einen neuen Tiefpunkt gesunken. Lediglich 17 Prozent trauen dem Staat zu, seine Aufgaben zu erfüllen, wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes (dbb) hervorgeht. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Den größten Verbesserungsbedarf sehen 55 Prozent der Befragten beim Thema soziale Sicherungssysteme und Rente. Auf Platz zwei folgt die wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsplatzsicherheit mit 54 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 53 Prozent, sehen zudem dringenden Nachholbedarf bei der Infrastruktur, insbesondere bei Straße und Schiene. Beamtenbund: Negativtrend kann »durch konsequentes Handeln« gestoppt werden Die Ergebnisse seien »extrem alarmierend«, sagte dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer. »Ein solcher Vertrauensverlust ist eine Gefahr für unsere Demokratie.« Bei den Themen Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie innere Sicherheit, die die Rangliste der gesellschaftlichen Baustellen im vergangenen Jahr noch angeführt hatten, habe sich die Lage dagegen entspannt. »Vielleicht liegt hierin auch eine Botschaft an die Politik«, sagte Geyer. »Durch konsequentes Handeln kann der Negativtrend in den Umfragen tatsächlich gestoppt werden.« Die Zufriedenheit mit der Arbeit des öffentlichen Diensts sank der Umfrage zufolge ebenfalls auf einen neuen Tiefpunkt: Rund jeder Zweite attestierte eine verschlechterte Leistungsfähigkeit der Behörden. Dabei wünscht sich ein Großteil der Befragten vereinfachte Vorschriften, verkürzte Bearbeitungszeiten und mehr Digitalisierung. Die Umfrage findet seit 2007 jedes Jahr im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes statt.