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Forscher empfangen Radiosignal aus 63 Lichtjahren

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Rätselhaftes Radiosignal aus 63 Lichtjahren Entfernung entschlüsselt – Forscher machen historische Entdeckung

Von: Tanja Banner

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Forschende haben ein Radiosignal von einem Planeten in 63 Lichtjahren Entfernung empfangen. Das könnte die Suche nach Leben im All verändern.

Frankfurt – Ein Forschungsteam hat ein Radiosignal aufgefangen, das von Beta Pictoris b stammt, einem Planeten, der in rund 63 Lichtjahren Entfernung um seinen Stern kreist. Es ist das erste Mal, dass sich ein Radiosignal direkt zu einem Exoplaneten zurückverfolgen lässt – doch ist es das Signal, auf das die Menschheit schon lange wartet? Die Astronomin Yvette Cendes von der University of Oregon weiß genau, was in unseren Köpfen vorgeht: „Wenn Menschen ‚Radiosignal von einem Exoplaneten‘ lesen, denken sie sofort an Aliens“, erklärt sie gegenüber dem Portal ScienceNews.

Doch das Forschungsteam um Cendes, das die Entdeckung gemacht hat, hat eine andere Erklärung für das Signal. Der Ursprung des kosmischen Rauschens soll den Forschenden zufolge der bislang deutlichste Beweis für gewaltige Polarlichter auf einem Planeten jenseits unseres Sonnensystems sein – und die erste direkte Messung eines exoplanetaren Magnetfelds in der Geschichte der Astronomie.

„Unglaublich spannender Fortschritt“: Forschungsteam entdeckt Radiosignal von Exoplanet

Bisher wurde die Studie nur auf dem Preprint-Server ArXiv veröffentlicht und muss noch von Fachleuten überprüft werden. Sollte das Ergebnis in diesem Prozess bestätigt werden, wäre es „ein unglaublich spannender Fortschritt“, sagt der Astronom Joe Callingham von der Universität Amsterdam bei ScienceNews.

„Obwohl Radioausbrüche in Verbindung mit Polarlichtern auf Planeten des Sonnensystems und bei einigen ultrakühlen Zwergen beobachtet werden, konnte bisher noch kein Radiosignal eindeutig einem Exoplaneten und nicht dessen Mutterstern zugeordnet werden“, erklärt das Forschungsteam in der Studie die Bedeutung des Signals. Das Forschungsteam hat das Radiosignal mithilfe des MeerKAT-Radioteleskop-Arrays in Südafrika entdeckt. Zwischen 2025 und 2026 beobachteten sie das Sternsystem Beta Pictoris viermal und empfingen dabei jedes Mal ein Radiosignal.

Exoplaneten-Signal stammt von einer Strahlung, die von Magnetfeldern erzeugt wird

Die entscheidende Frage war: Stammt das Signal von dem Planeten – oder doch von seinem Stern? Mit aufwendigen astronomischen Berechnungen konnten die Forschenden zeigen, dass das Signal mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 99,999 % vom Planeten Beta Pictoris b stammt und nicht von dem Stern, den er umkreist.

Die aufgefangenen Radiosignale sind stark zirkular polarisiert, das heißt, das Signal dreht sich beim Ausbreiten – ein typisches Merkmal einer Art von Strahlung, die von Magnetfeldern erzeugt wird. Unter bestimmten Bedingungen erzeugen Magnetfelder Radiostrahlung. Aus der höchsten gemessenen Frequenz des Signals können die Forschenden direkt die Stärke des Magnetfelds am Planeten berechnen. Es liegt bei mindestens 1250 Gauss – zum Vergleich: Das Magnetfeld der Erde beträgt an der Oberfläche nur etwa 0,5 Gauss.

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Exoplanet Beta Pictoris b hat ein starkes Magnetfeld, verglichen mit der Erde

Beta Pictoris b hat also ein extrem starkes Magnetfeld – und es ist das erste Mal in der Geschichte der Astronomie, dass ein solches Magnetfeld außerhalb des Sonnensystems direkt gemessen wurde. Auf der Erde wirkt das Magnetfeld wie eine unsichtbare Schutzhülle um den Planeten, die unter anderem gefährliche Strahlung aus dem Weltall ablenkt. Deshalb sind Magnetfelder entscheidend dafür, ob ein Planet lebensfreundlich sein kann. Bisher war es unmöglich, das zu messen, doch die neue Studie zeigt, dass es funktioniert.

Das Forschungsteam geht davon aus, dass mit der nächsten Generation von Radioteleskopen noch mindestens sieben weitere Exoplaneten auf diese Weise untersucht werden können. Auch wenn das Radiosignal von einem Exoplaneten kein Signal einer außerirdischen Intelligenz war: Enttäuschung ist keineswegs angebracht. Denn um überhaupt herauszufinden, wo im All echtes Leben existieren könnte, muss die Forschung zuerst wissen, welche Welten vor tödlicher Strahlung geschützt sind.

Blick in die Zukunft der Radioteleskope

Um die deutlich schwächeren Magnetfelder kleiner Felsplaneten zu messen, reicht die Leistung aktueller Radioteleskope noch nicht aus. Den entscheidenden Durchbruch soll das Square Kilometre Array Observatory (SKAO) bringen – ein Mega-Observatorium, das derzeit in Südafrika und Australien entsteht und das für die Studie genutzte MeerKAT-Teleskop integriert. Mit einer bis zu 50-fach höheren Empfindlichkeit wird die Anlage ab voraussichtlich 2028 in der Lage sein, auch die magnetischen Schutzschilde potenziell lebensfreundlicher „Erde 2.0“-Kandidaten direkt nachzuweisen.

Exoplanet mit auffälligem Radiosignal gilt als unbewohnbar

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