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Forscher entdecken mysteriöse Strömungsumkehr unter dem Pazifik

Wissenschaft

Der Erdkern besteht überwiegend aus Eisen und Nickel. Der innere Kern ist fest, der äußere Kern flüssig. Dieses geschmolzene Metall zirkuliert mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Kilometern pro Jahr zwischen innerem Kern und Erdmantel. Dabei erzeugt es das Erdmagnetfeld. Üblicherweise fließt es in Ost-West-Richtung. Doch die Forschenden um Frederik Dahl Madsen von der University of Edinburgh haben nun eine Anomalie entdeckt: Unterhalb des Pazifiks, in 2200 Kilometern Tiefe, kehrte sich ab 2010 eine schwache West- in eine starke Ostströmung um. Noch überraschender: Seit 2020 scheint sich diese Strömung bereits wieder abzuschwächen. Die an der Studie beteiligte Europäische Weltraumagentur (Esa) hat das Phänomen mit einer Animation verdeutlicht. Demnach kann man sich die Rotation des flüssigen Kerns so ähnlich vorstellen wie etwa die Jetstreams oder den Golfstrom: Ein turbulentes System von großen Strömungen mit vielen Nebenströmen und Wirbeln. Einer dieser vielen Wirbel hat nun seine Richtung gewechselt. Spekulationen über die Ursache Die Ursache dafür vermuten die Forschenden im inneren Kern, der im selben Zeitraum seismologische Auffälligkeiten zeigte. Ob es sich bei der Strömungsumkehr um ein einmaliges Phänomen oder um eine regelmäßige Schwankung handelt, darüber können die Forschenden nur spekulieren. Große Änderungen auf das Erdmagnetfeld gehen davon nicht aus. Trotzdem sei solche Forschung wichtig, um das Magnetfeld der Erde besser zu verstehen, betonen die Forschenden. Solche Beobachtungen ermöglichen zum Beispiel, plötzliche Sprünge („Jerks“) im Magnetfeld zu erklären, wie sie etwa 2017 passiert sind. Nordpol wandert nach Nordwesten Um die Strömungsänderungen zu erfassen, kamen mehrere Satelliten über einen Zeitraum von 1997 bis 2025 zum Einsatz, darunter Swarm und CryoSat der Esa sowie der deutsche Champ-Satellit. „Durch sorgfältig koordinierte Orbits können die Satelliten unterscheiden, ob magnetische Signale vom Kern stammen, von der Kruste, den Ozeanen, der Ionosphäre oder der Magnetosphäre“, heißt es in der Esa-Pressemeldung. Der Fall zeigt: Der Erdkern verhält sich weit volatiler und unberechenbarer als bisher gedacht. Dazu passt, dass sich auch der magnetische Nordpol bewegt. Derzeit wandert jedes Jahr rund 30 Kilometer Richtung Nordwesten.

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