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Forscher lassen sich in der Arktis einfrieren

Wissenschaft

Startseite Wissen Neues Arktis-Projekt soll blinden Fleck aufdecken: Forschende lassen sich im Packeis einfrieren Von: Christoph Gschoßmann Uns auf Google folgen Die Route startet im Norden Norwegens, doch das Ziel bleibt beweglich: Das Projekt folgt dem Wasser und dem Wind, nicht einem Fahrplan. Bremerhaven – Austin Powers war 30 Jahre eingefroren. Captain America aus den Marvel-Comics sogar 66 Jahre, und Aang aus „Avatar – Der Herr der Elemente“ ganze 100. Ganz so lange planen die Forscher in der Arktis zwar nicht, vom ewigen Eis eingeschlossen zu werden, doch ihr Vorhaben klingt dennoch wie ein Experiment aus einem Sci‑Fi-Film: Menschen steigen auf eine Plattform, lassen sie vom Packeis zuschnüren – und treiben dann durch die zentrale Arktis. Genau das ist mit der „Tara Polar Station“ geplant. Nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) soll die Station ab Sommer 2026 ihre erste Drift im Arktischen Ozean beginnen. AWI sitzt in Bremerhaven, hat aber auch Standorte in Potsdam, Helgoland oder Sylt. Die Plattform wurde laut AWI von der Tara Foundation (Frankreich) gebaut und wird hauptsächlich von ihr finanziert. Koordiniert wird das Vorhaben durch ein internationales Konsortium. Das Driftprogramm soll helfen, die Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis und im Rest des Planeten besser zu verstehen. Ein Schwerpunkt ist auch, Biodiversität in Regionen zu erfassen, die bisher schwer erreichbar sind. Deutsches Arktis-Projekt: Warum lassen sich Forschende am Nordpol einfrieren? Warum gehen die Forschenden dieses Risiko ein? Weil die Daten fehlen, gerade über den arktischen Winter. In der Arktis entstehen viele Messreihen traditionell im Sommer. Monatelange Dunkelheit, extreme Kälte und die Polarnacht machen Forschung logistisch und menschlich zur Herkulesaufgabe. In einer Guardian-Reportage beschreibt Romain Troublé von der Tara Ocean Foundation die Dringlichkeit so: „Wir verlieren Arten, bevor wir Zeit haben, sie zu entdecken.“ Und er sagt über die Biologie im zentralen Arktischen Ozean: „Wir kennen die Physik der Arktis ziemlich gut. Aber wir haben keine Ahnung vom Leben, vom biologischen Aspekt. Es ist ein leeres Blatt.“ Auch die Belastung für die Menschen an Bord ist ein Thema. Die biologische Ozeanografin Nina Schuback schildert ihre Sorge vor der Polarnacht: „Ich habe noch nie eine Polarnacht erlebt. Meine größte Angst ist die Dunkelheit.“ Die Expedition führt in eine Umgebung, in der Rettung zwar möglich ist, aber nicht schnell – und in der das Team auf engem Raum zusammenlebt. Das Sea Ice Portal nennt als Startpunkt für die Route Ende August 2026 Kirkenes in Norwegen. Die Station soll im September im Eis positioniert werden und dann mit der Transpolardrift über mehr als ein Jahr durch den Arktischen Ozean treiben. Der Ablauf ist so angelegt, dass ein kompletter Jahreszyklus beobachtet werden kann – von der Überwinterung bis in die Zeit der Schmelze.

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