Forscher melden Durchbruch
Startseite Panorama Forscher erreichen „Meilenstein“ in Studie: Neuer Impfstoff soll gegen Krebs bei Kindern helfen Von: Robin Dittrich Uns auf Google folgen Irische Forschende haben einen mRNA-Impfstoff gegen Krebs bei Kindern entwickelt – und sprechen von einem „ersten Meilenstein“. Was steckt hinter den Ergebnissen? Frankfurt – Immer wieder erhalten Kinder die Diagnose Krebs – und das oft mit wenigen Monaten oder Jahren. Für viele Familien ist das bittere Realität. Neuroblastome, bösartige Tumoren des noch unreifen Nervensystems, sind die häufigsten nicht im Schädel gelegenen Krebserkrankungen bei Kindern – und für rund 15 Prozent aller Krebstodesfälle bei Säuglingen und Kleinkindern verantwortlich. Irische Forscher wollen das jetzt ändern. Ein Team um Dr. Olga Piskareva von der RCSI University of Medicine and Health Sciences in Dublin hat einen neuartigen mRNA-Impfstoff gegen Neuroblastome entwickelt. Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin Molecular Therapy Oncology und gelten als weltweit erster präklinischer Wirksamkeitsnachweis für einen solchen Impfstoff. Die Technologie dahinter ist vielen aus der Corona-Zeit bekannt: Statt der Krebszelle selbst bekommt der Körper eine Bauanleitung – und lernt so, den Tumor selbst zu bekämpfen. mRNA-Impfstoffe hatten in der Vergangenenheit unerwartete Effekte bei Menschen mit Krebs gezeigt. Impfstoff gegen Krebs: Tierversuche stimmen Forschende überaus positiv Piskareva beschreibt das Prinzip anschaulich: „Die mRNA-Impfstofftechnologie ist wie LEGO-Steine. Durch die Kombination verschiedener Bausteine können wir den Impfstoff präzise auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zuschneiden.“ Konkret zielt der Impfstoff auf das Protein Glypican 2 (GPC2), das sich auf der Oberfläche vieler Neuroblastomzellen befindet. Winzige selbstassemblierende Peptid-Nanopartikel transportieren dabei die mRNA direkt an den Tumor. Die Ergebnisse aus den Tierversuchen sind bemerkenswert: Der Impfstoff verzögerte das Tumorwachstum um zehn bis elf Tage und reduzierte die Tumorgröße um bis zu 70 Prozent. Für Piskareva ist das ein klares Signal: „Wir stehen noch am Anfang des Weges zur Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs, aber der erste Meilenstein wurde erfolgreich abgeschlossen.“ Laut dem Wissenschaftsportal EurekAlert sprechen 80 Prozent der Patientinnen und Patienten nicht auf bestehende Therapien an – der Bedarf an neuen Ansätzen ist also enorm. Auch eine KI hatte zuletzt einen Impfstoff designt. Forschungsteam dämpft Erwartungen an baldigen Einsatz Trotz der vielversprechenden Zahlen betonen die Forschenden: Ein Einsatz beim Menschen ist bisher nicht möglich. Die Pilotstudie ist ein notwendiger Schritt, damit klinische Studien am Menschen überhaupt starten können. Sicherheit, Dosierung und Nebenwirkungen müssen erst noch geprüft werden, heißt es.