Forscher wandeln männliche Mäuseembryonen in weibliche um
Japanische Wissenschaftler:innen haben weltweit erstmals männliche Mäuseembryonen in weibliche umgewandelt. Das Team nutzte einen auf der Genschere CRISPR basierenden Ansatz. Dabei entfernten sie das Y-Chromosom aus männlichen Zellen und erzeugten so weibliche Klone der männlichen Mäuse. Die Ergebnisse wurden Anfang dieses Monats als Vorabdruck auf dem bioRxiv-Server veröffentlicht. Den Peer-Review-Prozess hat das Paper noch nicht durchlaufen. Novum mit Geneditierung: Geschlechtsumwandlung bei Mäusen „In unserem wissenschaftlichen Fachgebiet herrscht die fest verankerte Vorstellung, dass wir für die Fortpflanzung sowohl Weibchen als auch Männchen benötigen“, sagt Takashi Ishiuchi, Reproduktionsbiologe an der Universität Yamanashi und einer der Projektleiter. „Ich glaube, wir könnten diese Vorstellung ändern.“ Laut Monika Ward, Reproduktionsbiologin an der Universität von Hawaii „hat das noch niemand zuvor geschafft“. Sie war nicht an der Forschung beteiligt. Ishiuchi und sein Kollege Shogo Matoba vom Riken BioResource Research Center in Ibaraki hoffen zudem, dass ihre Technik zur Rettung gefährdeter Arten beitragen könnte, insbesondere in Fällen, in denen nur noch wenige Individuen übrig sind. „Das ist spannend zu sehen“, sagt Ben Novak, leitender Wissenschaftler bei der Artenschutzorganisation Revive & Restore, der nicht an der Arbeit beteiligt war. „Ich bin zuversichtlich, dass es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten geben wird, insbesondere für Artenschutzzwecke.“