Forschungsgruppe Wahlen: Abstand zwischen AfD und SPD in Mecklenburg-Vorpommern wird kleiner
Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die in Teilen rechtsextreme AfD in Umfragen weiter vor der regierenden SPD, der Abstand verkleinerte sich jedoch. In einer Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kam die AfD auf 37 Prozent. Die SPD erreichte 34 Prozent.
Auf Platz 3 liegt demnach die Linke mit zehn Prozent. Die CDU steht bei sieben Prozent – das wäre ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik. Die Grünen kommen auf fünf Prozent, das BSW liegt bei vier Prozent. Für den Einzug in den Landtag gilt auch in Mecklenburg-Vorpommern eine Fünf-Prozent-Hürde.
Mehrheit wünscht sich Schwesig als Ministerpräsidentin
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) schneidet der Umfrage zufolge im direkten Vergleich mit dem AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm deutlich besser ab. Auf die Frage, wen die Menschen lieber als Ministerpräsidenten oder Ministerpräsidentin hätten, nannten 61 Prozent die Amtsinhaberin, 28 Prozent den Herausforderer.
Befragt wurden von Montag bis Donnerstag gut tausend Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern. 25 Prozent waren der Umfrage zufolge noch unsicher. Die Forschungsgruppe Wahlen gab die Fehlertoleranz mit zwei bis drei Prozentpunkten an. Wahlumfragen sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Sie spiegeln nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
Infratest dimap sieht AfD fünf Prozentpunkte vor SPD
In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD lag die AfD bei 38 Prozent und die SPD bei 33 Prozent. Es folgten die Linke mit neun Prozent, die CDU mit sieben Prozent und die Grünen mit fünf Prozent. Unter der Fünf-Prozent-Hürde landete mit vier Prozent auch hier das BSW. Die ARD-Befragung lief von Montag bis Mittwoch.
In Mecklenburg-Vorpommern wird am Sonntag kommender Woche gewählt. Sollte das Wahlergebnis so ausfallen wie in der Umfrage, könnte die SPD eine Mehrheit entweder mit Unterstützung von CDU und Grünen oder von Linken und Grünen bilden. Aktuell führt Schwesig eine Koalition mit den Linken. In der Amtsperiode vor 2021 regierte die Sozialdemokratin allerdings mithilfe der CDU.
Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern wird vom Landesverfassungsschutz nicht als gesichert rechtsextrem eingestuft, anders als in Sachsen-Anhalt, wo die Partei bei der Landtagswahl rund 44 Prozent der Stimmen erhalten hatte.