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Forschungsschiff: Russland bestellt Norwegens Botschafter wegen Schiffsfestsetzung ein

Welt

Russland hat den norwegischen Botschafter einbestellt, nachdem das Land ein russisches Schiff in einem Hafen der Inselgruppe Spitzbergen beschlagnahmt hatte. »Dem Botschafter wurde ein entschiedener Protest gegen das Vorgehen der norwegischen Behörden übermittelt, die am 2. September das russische Forschungsschiff Professor Moltschanow festgesetzt hatten«, teilte das russische Außenministerium in Moskau mit.

Das Schiff sei mit Mitarbeitern des Bergbauunternehmens Arktikugol sowie Wissenschaftlern und Lebensmitteln von Murmansk in die russische Siedlung Barentsburg unterwegs gewesen, hieß es. Die Versorgungsfahrt nach Spitzbergen, einer zu Norwegen gehörenden Inselgruppe in der Arktis, sei aufgrund von norwegischen Sanktionen notwendig gewesen, die das russische Außenministerium als Blockade bezeichnete.

Russland strebe die Freigabe des Schiffes an, teilte das Ministerium mit. Der Schiffsbesatzung und den Passagieren werde konsularische Hilfe bereitgestellt.

Naftogaz hatte Festsetzung beantragt

Norwegen hatte das Schiff Professor Moltschanow auf Antrag des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz festgesetzt. Mit dem Schritt solle sichergestellt werden, dass Russland seinen ausstehenden Verpflichtungen nachkomme, teilte Norwegen mit. Mit der Beschlagnahme will Naftogaz die Entscheidung eines Schiedsgerichts durchsetzen.

Das Gericht hatte Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) an Naftogaz angewiesen – als Ausgleich für enteignete Vermögenswerte auf der 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Russland ist dem Schiedsspruch bislang nicht nachgekommen.

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