Fortuna Düsseldorf: Funkel-Video geht wegen F95-Aussage viral
Es ist einer dieser Tage, an den sich die eingefleischten Fortuna-Fans nach wie vor bestens erinnern können. Die Stadt Düsseldorf hatte Friedhelm Funkel noch wenige Stunden vorher zum „Trainer des Jahres“ 2019 ernannt. Auf diese Meldung auf der Fortuna-Website folgte dann aber die Mitteilung, dass die Vereinsverantwortlichen Funkel von seinen Aufgaben entbunden haben. Mittlerweile sind fast sieben Jahre seit dem denkwürdigen Tag im Januar 2020 vergangen. Schon mehrfach erzählte Funkel, auch öffentlich, seine Sichtweise. Bei einem aktuellen Podcast-Auftritt wird aber einmal mehr deutlich, wie emotional der mittlerweile 72-Jährige weiterhin auf dieses Kapitel reagiert.
Für die Gesprächsreihe „Der Fußball, mein Leben und ich“ war Funkel zuletzt in der „11 Freunde“-Redaktion zu Gast, um in einer mehr als zweistündigen Podcast-Ausgabe über die prägenden Momente seiner Laufbahn im Fußball zu sprechen. Gerade in den sozialen Medien schlägt seit der Veröffentlichung Funkels Schilderung des 29. Januar 2020 hohe Wellen. An jenem Tag wurde er – für den gebürtigen Neusser aus heiterem Himmel – bei Fortuna entlassen.
„Lutz Pfannenstiel hatte am Morgen schon fünfmal versucht, mich telefonisch zu erreichen“, schilderte Funkel in dem Podcast. „Da habe ich gesagt: ‚Oh, was ist denn jetzt?‘ Dann bin ich ins Auto gestiegen, wieder kam ein Anruf. Ich bin aber bewusst nicht drangegangen, weil ich wusste, dass ich in zehn Minuten am Stadion bin. Auf dem Parkplatz stand aber schon ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle.“ Er habe Funkel dann mitgeteilt, dass der damalige Fortuna-Trainer zum Vorstand kommen solle. In diesem Moment sei Funkel klar geworden, was die Verantwortlichen ihm mitteilen wollen: „Da wusste ich Bescheid.“
Fortunas Aufstiegstrainer machte sich auf den Weg – schon ahnend, dass ihm sein Aus in Düsseldorf mitgeteilt wird. „Dann bin ich hochgegangen – ich war hochimpulsiv und hochemotional. Dann habe ich mich hingesetzt und gefragt, ob sie mich entlassen wollen.“ Laut Funkels Ausführung hatte der damalige Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer „nicht den Mut“, die Freistellung zu bestätigen. Das habe dann Sportvorstand Lutz Pfannenstiel übernommen. In einem Detail täuschen Funkels Erinnerungen allerdings: Denn Schäfer war zum Zeitpunkt von Funkels Entlassung gar nicht mehr bei Fortuna tätig. Bereits im April 2019 musste er gehen; Thomas Röttgermann war im Januar 2020 der Vorstandsvorsitzende.
Im Podcast wird es nach dieser Schilderung erst einmal still – eine bewusste Pause von Funkel. Dann führt er fort: „Es war so still wie gerade. Dann bin ich aufgestanden, habe den Stuhl umgeschmissen und habe gesagt: ‚Ihr seid feige Schweine’.“ Dann, so schildert Funkel, habe er den Raum verlassen und die Tür zugeknallt. „Mein Trainerteam wusste Bescheid. Später haben sie mir dann gesagt, dass sie vorher schon vom Vorstand informiert wurden“, ergänzte Funkel. Anschließend habe er den tränenreichen Abschied von der Mannschaft gegeben: „Es war sehr emotional. Dann bin ich nach Hause gefahren.“
Als Funkels Nachfolger wurde Uwe Rösler verpflichtet, dem es in der von der Corona-Pandemie geprägten Rückrunde der Saison 2019/20 aber nicht gelang, den Fortuna-Abstieg zu verhindern. Während Rösler mittlerweile Trainer beim VfL Bochum ist, übernahm Funkel noch zweimal als Interimstrainer beim 1. FC Köln und kehrte zum 1. FC Kaiserslautern zurück, für den er bereits als Spieler aufgelaufen war.
Besonders für Fortuna-Fans war die Abfolge der Funkel-Entlassung im Januar 2020 zwar nicht mehr neu. Allerdings waren die öffentlichen Schilderungen des 72-Jährigen zu der für ihn „schlimmsten Trainerentlassung“ bislang noch nie derart emotional. Das von „11 Freunde“ gepostete Instagram-Video mit Funkels „Feige Schweine“-Aussage wurde in den ersten 20 Stunden nach Veröffentlichung rund 200.000 Mal aufgerufen.