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Fortuna Düsseldorf gegen Alemannia Aachen - 0:1 und Schiri-Pech

Sport

Man musste schon etwas tiefer graben, um in den Annalen den bislang letzten Torschützen von Drittligist Fortuna auf dem Tivoli ausfindig zu machen. Erstens, weil es das Duell zwischen den Düsseldorfern und Alemannia Aachen in den vergangenen 15 Jahren überhaupt nicht gegeben hatte. Und zweitens, weil die beiden jüngsten Gastspiele der Rheinländer, damals noch als Zweitligist, in der Kaiserstadt jeweils torlos zu Ende gegangen waren. Das Ergebnis der Suche: Martin Harnik, damals für eine Saison von Werder Bremen ausgeliehen, war derjenige, der die Fans der Düsseldorfer letztmals in Aachen jubeln ließ – beim 1:0-Sieg am 1. März 2010.

Einen Nachfolger fand Fortuna allerdings auch am Samstag nicht. Die Landeshauptstädter blieben auf dem Tivoli erneut torlos und kassierten eine verdiente 0:1-Niederlage. Nach einer äußerst schwachen ersten Hälfte zeigte sich die Mannschaft von Trainer Alexander Ende im Anschluss an den Seitenwechsel zwar etwas verbessert, bekam den Rückstand aber nicht mehr korrigiert. Noch schwieriger wurde es für sie, nachdem Elias Egouli eine halbe Stunde vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. Nach den beiden Siegen gegen Duisburg und Regensburg (jeweils 2:1) verpasste Fortuna somit die perfekte englische Woche.

Wie bereits vor der Partie beim SSV Jahn hatte Trainer Ende seine Startelf auf drei Positionen verändert. Matthias Zimmermann übernahm die rechte Abwehrseite wieder von Steven van der Sloot, Fabian Schleusener löste Eric Hottmann im Sturmzentrum ab und auch der Matchwinner aus der Oberpfalz stand auf dem Tivoli von Anfang an auf dem Platz: Lukas Eixler ersetzte Anas Slimani als Freigeist an der Seite von Schleusener. Für den „Woltemade-Verschnitt“, wie ihn Ende kürzlich bezeichnet hatte, war es der erste Drittliga-Startelfeinsatz seit seinem Wechsel aus Zwickau nach Düsseldorf.

Doch den Start in die Partie hatten sich sowohl Eixler als auch alle übrigen Protagonisten des Absteigers gänzlich anders vorgestellt. Während der Angreifer völlig unscheinbar war, schwamm die Defensive von der ersten Sekunde an. Die Aachener hatten sich ihren Matchplan von den Regensburgern abgeschaut und setzten Fortuna genauso früh unter Druck wie die Oberpfälzer vor wenigen Tagen – mit dem Unterschied nur, dass sie qualitativ deutlich besser besetzt waren als der SSV Jahn. So zwangen sie Fortuna zu Fehlern am laufenden Band und hebelten die Spielidee von Trainer Ende auf gar nicht mal so komplizierte Art und Weise wirkungsvoll aus.

Den verdienten Lohn fuhr die Alemannia schon nach zehn Minuten ein: Andreas Müller ließ sich den Ball unweit der eigenen Strafraumkante von Mika Schroers abluchsen, und die Flanke von Matti Wagner, die wenige Sekunden später einmal quer durch den Fortuna-Strafraum rauschte, drückte Lukas Scepanik am zweiten Pfosten eiskalt über die Linie. Die Gäste aus Düsseldorf hätten zwar fast postwendend die passende Antwort gegeben, doch erst scheiterte Philipp Förster an einem Abwehrbein der Aachener und im zweiten Anlauf parierte Manuel Riemann den Abschluss von Erik Wekesser.

Abgesehen von dieser Situation hatte die Ende-Truppe im ersten Durchgang nur eine weitere Chance. Kurz vor der Halbzeit fasste sich der über weite Strecken unsichtbare Jorrit Hendrix aus der Distanz ein Herz und hatte Pech, dass sein Schuss noch entscheidend abgefälscht wurde. Ansonsten spielten nur die Aachener, gar nicht mal brillant, aber im Rahmen der Notwendigkeit äußerst clever. Auch deshalb hätten sie zur Pause deutlich höher als nur mit 1:0 führen müssen, doch Louis Köster, Mehdi Loune und Schroers ließen den zweiten Treffer der Aachener teilweise leichtfertig liegen.

Dass Ende mit dem Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Hälfte freilich ebenfalls überhaupt nicht leben konnte, zeigte sein Dreifachwechsel zur Pause: van der Sloot, Jomaine Consbruch und Anas Slimani kamen für Zimmermann, Yassine Bouchama und Förster in die Partie. Fortuna taten diese Wechsel spürbar gut, doch sie kämpfte auch gegen Schiedsrichter Konrad Oldhafer, der insgesamt eine merkwürdige Linie fuhr. Kurz nach dem Seitenwechsel verweigerte er den Düsseldorfer einen klaren Strafstoß: Riemann traf Schleusener nach einer van-der-Sloot-Flanke am Fuß – ein Pfiff wäre zwingend angebracht gewesen, blieb aber aus.

Nur wenig später stand Oldhafer wieder im Mittelpunkt, diesmal entschied er aber korrekt. Der bereits verwarnte Egouli stoppte Schroers mit dem Arm und flog nach einer Stunde völlig zurecht mit Gelb-Rot vom Feld. In Überzahl war Aachen wieder die bessere Mannschaft, der starke Fortuna-Keeper Louis Lord verhinderte mehrfach eine höhere Niederlage.

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