Fortuna Düsseldorf: Samir Arabi mit klarem Auftrag an ALLE im Klub
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Samir Arabi (47) hat Fortuna nach dem Abstieg mit 15 Neuverpflichtungen so aufgepäppelt, dass vor dem Drittliga-Auftakt am Freitag in Mannheim (19 Uhr/live auf Magenta Sport) die Hoffnung auf den Wiederaufstieg riesig ist. Im BILD-Interview drückt der Manager in der „A-Frage“ auf die Bremse, geht aber sehr offen damit um, dass er sich bisher gar nicht an seine Job-Beschreibung halten konnte. Herr Arabi, Ende Mai schrieb BILD über Sie kurz vor Ihrem Amtsantritt: „Hut ab vor dem Mut des Ex-Bielefelders, der den aktuell schwierigsten Job im deutschen Profifußball annimmt.“ Wie schwer war er wirklich und wie schwer ist er noch? Samir Arabi: „Er ist immer noch schwer, weil es ja auch um Anspruch sowie Größe eines Klubs und die Realität geht. Wir haben in 7 Wochen 18 Transfers gemacht, daran sieht man, was es hier zu tun gab. Es ist das Hauptthema, für das 99 Prozent der Zeit draufgeht, aber die Aufgabe als Sportvorstand ist ja viel umfassender. Wir haben das in einer überschaubaren Konstellation gemacht, in der alle Extra-Meter gegangen sind, aber das ist sicher nicht meine Vorstellung, wie man einen Klub aufbaut in einer Abteilung, die Lokomotive eines ganzen Klubs ist.“ BILD: Also waren Sie bisher kein Sportvorstand, sondern nur Transfer-Direktor? Arabi: „Ja, absolut! Für strategische Dinge war wenig Zeit. Wir sind im Austausch, aber sicher nicht so, wie es perspektivisch laufen soll und mein Anspruch ist. Es ging nun erstmal darum, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die Freitag konkurrenzfähig ist.“ BILD: Da startet Fortuna in Mannheim in die 3. Liga. Ihre Konkurrenz ist beeindruckt vom Kader und nennt Düsseldorf als einen der Aufstiegs-Favoriten… Arabi: „Das wird gerne auch genutzt, um den Druck auf andere Vereine zu lenken, in dem Fall auf uns. Ich glaube schon, dass wir eine gute Mischung haben, aber man darf nicht vergessen, dass es ein komplett neues Team ist. Wir sind im Findungs-Prozess, auch wenn die Mannschaft zeigt, dass sie eine sehr gute Gemeinschaft ist mit den Älteren an der Spitze, die nichts ausklingen lassen wollen, sondern die ambitioniert sind.“ BILD: Und für die es sicher darum geht, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Arabi: „In den letzten 10 Jahren haben das nur 3 Absteiger geschafft, in den letzten 5 Jahren nur einer – das spricht statistisch also dagegen, unabhängig von den Transfers. Es ist jetzt ein totaler Neustart und man hat im letzten Jahr gesehen, wie wichtig es ist, ein gewisses Klima zu haben, dass alle wissen, dass es um Fortuna Düsseldorf geht und alle in die gleiche Richtung gehen – das Gefühl habe ich. Alle machen einen engagierten und ambitionierten Eindruck, um das Bestmögliche für Fortuna herauszuholen. Was es sein wird, wird sich zeigen – man hat hier auch nicht die besten Erfahrungen damit gemacht, irgendwelche Ziele herauszublasen.“ BILD: Womit wir wieder beim Thema „Anspruch vs. Realität“ wären… Arabi: „Die Leute haben ein feines Gespür dafür, wo wir vor 8 Wochen waren und man darf nie vergessen, wo man herkommt. Wir sind da irgendwo im Verfolgerfeld, aber am Anfang haben wir sogar überlegen müssen, ob wir den Trainingsstart verschieben, weil so wenige Spieler da waren, und jetzt haben wir einen echten Konkurrenzkampf, was total positiv ist.“ „Alle müssen in die gleiche Richtung gehen“ BILD: Die 3. Liga ist ja auch finanziell ein Desaster. Gibt es da keinen, der Sie darauf hinweist, dass sich Fortuna kein zweites Jahr dort leisten könne und der sofortige Aufstieg Pflicht ist? Arabi: „Wir wollen kleine und stabile Schritte machen und wissen, dass Fortuna kein Klub ist, der sich langfristig in der 3. Liga halten will. Wir müssen aber was entwickeln und das braucht eigentlich Zeit. Wer den Weg nicht mitgehen will, ist bei mir an der falschen Stelle. Wir brauchen die Unterstützung von allen und wenn jemand andere Vorstellungen hat, können wir darüber reden – aber am Ende bin ich für so was nicht zu haben. Wir müssen ambitioniert, aber dabei auch realistisch sein.“ BILD: Es gab ja während der Vorbereitung das ein oder andere Thema, bei dem sich beispielsweise Aufsichtsrat und Management nicht einig über die Ausrichtung waren.