Fotos aus Kehlsteinhaus-Ruine kursieren - Polizei ermittelt
Nach dem Brand des einstigen Nazi-Repräsentationsbaus tauchen im Netz Aufnahmen aus dem Inneren auf. Die Ermittler halten einen Teil davon für echt – und sehen darin ein ernstes Problem.
Nach dem Brand des von den Nazis errichteten Kehlsteinhauses ermittelt die Polizei nun auch wegen im Internet kursierender Aufnahmen aus der Ruine. Es deute alles darauf hin, dass es sich zum Teil um echte Fotos handele, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.
Dies sei jedoch aus polizeilicher Sicht höchst problematisch und gegebenenfalls sogar strafbar. Zunächst waren die Ermittler davon ausgegangen, dass es sich wie bei anderen verbreiteten Aufnahmen um mit künstlicher Intelligenz erstellte Fälschungen handele.
Kehlsteinhaus ist abgesperrt: "Aus polizeilicher Sicht ist das ein Tatort"
Grundsätzlich sei der Bereich rund um das Kehlsteinhaus abgesperrt und dürfe nicht betreten werden, betonte der Sprecher. "Aus polizeilicher Sicht ist das ein Tatort." Daher spreche vieles dagegen, dort Fotos zu machen - und erst recht, diese zu veröffentlichen. Auch wenn der konkrete Fall eindeutig scheint: "Wir sehen sowas selbstverständlich nicht gerne, weil das die Ermittlungen nicht vereinfacht, sondern verkompliziert", sagte der Sprecher. Dies könne auch juristische Folgen haben: "Da sind Verstöße denkbar bis hin zu Straftaten."
Der Urheber der Aufnahmen sei derzeit noch unbekannt, erläuterte der Polizeisprecher. Möglich scheint aufgrund der Motive, dass die Aufnahmen aus den Reihen der Einsatzkräfte stammen könnten.
Schadenhöhe ist noch nicht zu beziffern
In der Nacht zum Samstag war das von den Nationalsozialisten zu Repräsentationszwecken errichtete und inzwischen als Berggasthof genutzte Gebäude am Obersalzberg bei Berchtesgaden fast vollständig abgebrannt. Die Polizei nahm einen 33 Jahre alten Deutschen fest, der nach bisheriger Einschätzung psychisch krank ist und deshalb in einer Psychiatrie untergebracht wurde.
Der entstandene Schaden ist derweil nach Angaben des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden, welches das auf 1834 Metern Höhe gelegene Kehlsteinhaus verwaltet, weiterhin nicht konkret zu beziffern. In ersten Einschätzungen war von einem Millionenschaden die Rede.
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Auch ist noch nicht klar, ob der mit Messing verkleidete Luxus-Aufzug, der über 124 Meter durch den Berg zu dem Gebäude hinaufführt, ebenfalls beschädigt wurde. Das ehemalige Teehaus wurde 1937/38 auf Initiative des Hitler-Vertrauten Martin Bormann errichtet und war Teil des Führersperrgebiets Obersalzberg bei Berchtesgaden. (dpa/bearbeitet von ank)