Frankfurt am Main: Ehemann wirft Frau 60 Meter in die Tiefe - lebenslange Haft
»Ihr Verhalten steht sittlich auf niedrigster Stufe«, sagte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer zu dem 60-Jährigen. »Wie einen Müllsack« habe dieser seine Frau über das Balkongeländer »entsorgt«. Der 60-Jährige hatte in dem fast vier Monate dauernden Prozess nichts zu den Vorwürfen gesagt. Spurenlage passte nicht zu der Behauptung des Ehemanns »Es wäre das perfekte Verbrechen gewesen, wenn die Behörden nicht so akribisch ermittelt hätten«, sagte der Richter. Direkt nach dem Mord am Vatertag im Mai 2023 hatte der Ehemann gesagt, seine Frau sei beim Sex von der Balkonbrüstung gestürzt. Doch die Spurenlage passte nicht zu seinen Angaben. Fast zwei Jahre lang wurde daher auch verdeckt gegen den in Rodgau im Landkreis Offenbach lebenden Mann ermittelt. Dort hatte er sich mit seiner Freundin und den Kindern aus der Ehe mit der Ermordeten ein neues Leben aufgebaut. Doch im Frühjahr 2025, rund zwei Jahre nach dem Mord, wurde er festgenommen. Am 1. April 2026 begann der aufwendige Prozess im Landgericht. Während der insgesamt 20 Verhandlungstage wurden sogar zu Beweiszwecken an dem besagten Balkon im 22. Stock des Hotels mögliche Sexszenen nachgestellt. Letztlich gebe es keine Zweifel daran, dass der Mann seine Frau ermordet habe, so der Richter. Die Geliebte habe vom Angeklagten verlangt, sich von der Ehefrau zu trennen. Er habe im Internet nach unauffälligen Tötungsarten recherchiert und sich letztlich dazu entschieden, die Ehefrau aus großer Höhe zu stürzen und dies wie einen Unfall aussehen zu lassen. Einen Tag vor dem Mord buchte der Deutschbrite laut den Feststellungen des Gerichts für den Vatertag das Zimmer im 22. Stock. Seiner Ehefrau gaukelte er vor, die Beziehung retten zu wollen. Als später die Leiche der Frau gefunden wurde, war sie kaum noch bekleidet, an den Armbeugen hatte sie Verletzungen, die vor dem Mord entstanden waren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.