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„Frankfurt Mord“: Neuer ZDF-Samstagskrimi überrascht mit Tiefgang

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„Frankfurt Mord“: Neuer ZDF-Samstagskrimi überrascht mit Tiefgang

Von: Erik Scharf

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Der neue ZDF-Samstagskrimi „Frankfurt Mord“ verbindet Mordermittlung mit politischen Themen und einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte.

Frankfurt – Eine Leiche am Mainufer, dahinter die Hochhäuser der Bankenstadt: Bereits die Eröffnungsszene der neuen ZDF-Krimireihe „Frankfurt Mord“ nutzt die Kulisse der Mainmetropole wirkungsvoll. Das beinahe monochrome Intro mit einem Kameraflug über den Fluss weckt zunächst Assoziationen an zahlreiche bekannte Samstagabend-Krimis. Doch wer den Film vorschnell einordnet, liegt falsch – denn hinter der vertrauten Oberfläche verbirgt sich eine überraschend vielschichtige Geschichte.

Mord an einer Juristin: Verdächtiger auf dem Weg zum Flughafen

Das Opfer ist eine Juristin, deren Ehemann bereits zum Flughafen unterwegs ist, als die Polizei eintrifft. Der junge Ermittler Jakob Loose, dargestellt von Johannes Hegemann, glaubt den Fall schnell durchschaut zu haben: „Der Typ hat versucht, zu fliehen. In 70 Prozent kommt der Täter aus dem familiären Umfeld.“ Seine deutlich erfahrenere Vorgesetzte Sarah Frankfurter hält dagegen: „Wir haben es hier aber mit echten Menschen zu tun, nicht mit Statistiken.“ Die von Marie-Lou Sellem verkörperte Kommissarin soll mit ihrer Einschätzung richtig liegen.

Rasch zeigt sich, dass mehrere Personen als Tatverdächtige infrage kommen – und der Fall eine politische Dimension hat. Nicole Geissner, gespielt von Anna Kubin, hatte sich vor ihrem Tod öffentlich dafür eingesetzt, das Embryonenschutzgesetz zu lockern. Hintergrund war unter anderem, dass sie und ihr Mann selbst Schwierigkeiten hatten, Nachwuchs zu bekommen. Ob ihr dieses Engagement zum Verhängnis wurde, ist eine der zentralen Fragen des Films. Neben dem Ehemann geraten zwei weitere Männer ins Visier der Ermittlungen. Ein persönliches Motiv oder der Zusammenhang mit dem Einsatz für die Eizellenspende – schnelle Antworten liefert der erste Fall der Reihe bewusst nicht. Die Ausstrahlung ist für Samstag, den 10. Oktober, um 20.15 Uhr im ZDF geplant, der Streamingstart erfolgt bereits am 3. Oktober.

ZDF-Krimi „Die Polizistin“ kehrt zurück

Sie führt die BKA-Ermittlerin ins Frankfurter Drogenmilieu

Jüdische Identität, ein One-Night-Stand und politische Themen ohne Überladung

Autorin Elena Lyubarskaya scheut sich nicht vor gesellschaftspolitischen Stoffen, überfrachtet die Handlung aber dennoch nicht. Die jüdische Identität der Hauptfigur Frankfurter etwa fließt selbstverständlich in den Alltag ein – ihre Tochter bereitet sich als Rabbinerin gerade auf Rosch Haschana, das jüdische Neujahrsfest, vor. „Sarah Frankfurter ist deutsche Jüdin, und das war für mich nie ein Zusatz, sondern ein zentraler Teil ihrer Figur - nicht zuletzt, weil ich selbst jüdisch bin und diese Perspektive aus erster Hand kenne“, sagte Lyubarskaya laut ZDF-Mitteilung. „Mir war wichtig, dass ihr Jüdisch-sein nie als Erklärung für Antisemitismus oder Trauma auftaucht, sondern einfach als normaler Teil ihres Lebens, der neben all den anderen wichtigen Fragen steht, die sie beschäftigen - ihrem Job, ihrer Familie, ihrem Liebesleben.“

Zusätzlich sorgt eine ungewöhnliche Konstellation im Ermittlerteam für Spannung: Was Frankfurter als anonymes Abenteuer für eine Nacht geplant hatte, wird zum beruflichen Problem, als sich ihr Liebhaber wenige Stunden später als neuer Kollege am Tatort herausstellt. „Mich hat die Konstellation zwischen den beiden auf vielen Ebenen gereizt. Die Peinlichkeit, dass sie sich nichtsahnend direkt nach einem One-Night-Stand bei der Arbeit begegnen. Der Altersabstand zwischen den beiden. Dass Sarah Jakobs Chefin ist. Und dass beide dann ganz unterschiedlich versuchen, den Spagat zwischen Professionalität, Vertuschung und gegenseitiger Anziehung zu bewältigen“, sagte Johannes Hegemann laut Mitteilung. „Dass sich Kommissare bei der Arbeit näherkommen und Privates und Berufliches vermischen, kennt man ja. Aber wir erzählen es umgekehrt. Die beiden waren schon sehr intim miteinander und müssen sich darauf dann erst mal als Ermittlerteam kennenlernen und alles etwas entzerren.“ Zum Trio der Ermittelnden gehört außerdem Leona Grundig in der Rolle der Milli Schneider. Der erste Fall von „Frankfurt Mord“ verzichtet bewusst auf einfache Schwarz-Weiß-Antworten.

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