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Frankfurt (Oder): Polizei ermittelt nach Schlägerei vor Schule

Nation

Mehrere Jugendliche haben in Frankfurt (Oder) auf einen Schüler eingetreten und ihn geschlagen. Das teilte die Polizeidirektion Ost mit. "Der Junge wies Gesichtsverletzungen auf", hieß es. Demnach ereignete sich der Angriff bereits am Mittwoch vor einer Oberschule. Nach rbb-Informationen handelt es sich um die Kleist-Oberschule. Das Opfer ist laut Polizei 14 Jahre alt.

Der Vorfall wurde gefilmt, unter anderem auch von den mutmaßlichen Tätern selbst, und kursiert in den sozialen Netzwerken. In einem Video, das der Polizei vorliegt und das den Angriff zeigen soll, sind etwa zehn junge Menschen zu sehen, die einen anderen Jungen zunächst bedrängen, und dann auf ihn einschlagen und treten, auch gegen den Kopf. Auch als ihr wehrloses Opfer zu Boden geht, lassen sie nicht von ihm ab. Die Polizei hält das Video nach eigenen Angaben für authentisch. Sie ermittelt gegen zehn Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung und Raub.

Die Tatverdächtigen sind laut Polizei im Alter zwischen 13 und 15 Jahren. Zudem betonte sie, dass das "Teilen von gewaltverherrlichenden Inhalten in sozialen Medien strafbewehrtes Verhalten" sei. Am Donnerstag gab es nach rbb-Informationen einen Polizeieinsatz an einer anderen Oberschule (Hutten-Oberschule).

Die Polizei nahm einen Teil der Tatverdächtigen noch während des laufenden Unterrichts fest. Man habe mit "der dringend gebotenen Entschlossenheit" gehandelt, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Nach ersten Erkenntnissen zu den Tatverdächtigen habe man sich direkt aufgestellt und die Jugendlichen in deren Schule aufgesucht, um "sie der Strafverfolgung zuzuführen".

Im Zusammenhang mit den Geschehnissen will die Polizei eigenen Angaben zufolge mit der Stadt Frankfurt (Oder), dem Schulamt und weiteren Partnern Sicherheitsgespräche führen. Dabei soll es um die aktuelle Lage, konkrete Handlungsmöglichkeiten und die weitere Zusammenarbeit der beteiligten Stellen gehen.

Laut Angaben des Brandenburger Bildungsministeriums kooperieren die Schulleitungen der Kleist-Oberschule und der Hutten-Oberschule, die von einigen mutmaßlichen Tätern besucht wird, mit der Polizei. Schulleitung und Lehrer hätten mit den betroffenen Klassen über den Vorfall gesprochen.

Bildungsminisuter Gordon Hoffmann (CDU) dankte der Polizei für ihr Eingreifen. "Dem angegriffenen Schüler wünsche ich, dass er diesen Angriff körperlich und seelisch gut verarbeiten kann". Den Angaben zufolge wurden die Eltern des Opfers sofort informiert.

"Der brutale Angriff auf einen Jugendlichen vor einer Schule in meiner Heimatstadt macht mich betroffen und wütend", teilte Brandenburgs Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, René Wilke (SPD), auf der Plattform Instagram mit. Wer solche Gewalttaten begeht, müsse zur Verantwortung gezogen werden, so der frühere Frankfurter Oberbürgermeister.

Laut Wilke sollten – wie in ähnlichen Fällen in Potsdam – die neuen rechtlichen Möglichkeiten zur Aberkennung eines Schutzstatus und zur Aufenthaltsbeendigung ausgeschöpft werden. "Wer für Unsicherheit in unserem Land sorgt, kann sich nicht auf die Unsicherheit in seinem Herkunftsland berufen", so der Minister. Laut Polizeiangaben sind einige der Tatverdächtigen ausländischer Nationalität.

"Dieses Ausmaß an organisierter Jugendgewalt hatten wir bisher in Frankfurt (Oder) nicht. Und wir werden das in unserer Stadt nicht dulden", teilte der Frankfurter Oberbürgermeister Axel Strasser (parteilos) mit. Er stehe im intensiven Austausch mit dem brandenburgischen Innenminister Jan Redmann (CDU) und der Polizei, so Strasser weiter. "In Fällen wie diesem müssen die Sicherheitsbehörden unabhängig vom Herkunftsland konsequent handeln."

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