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Frankfurter Science-Festival: Neunjährige erklärt Zentrifuge zu ihrem Lieblingsstand

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Frankfurter Science-Festival: Neunjährige erklärt Zentrifuge zu ihrem Lieblingsstand

Von: Julia Rojewska

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Beim Science-Festival auf dem Roßmarkt machen 16 Forschungseinrichtungen Wissenschaft zum Anfassen. Ein begehbares Riesenherz und ein KI-Truck gehören zu den Attraktionen.

Ich freue mich, Sie in die Welt der Krisen einzuführen, aber eigentlich sind Sie mittlerweile alle schon Experten darin“, sagt Stefan Kroll vom Leibniz-Institut schmunzelnd. Am Samstag steht er mit vielen anderen Expertinnen und Wissenschaftlern auf der Bühne des Roßmarkts. Grund ist das Science-Festival, das in diesem Jahr zum zweiten Mal unter dem Motto „Gude Zukunft“ Wissenschaft zum Anfassen anbietet. Gäste aus 16 Forschungseinrichtungen der Frankfurt Alliance aus Frankfurt und der Rhein-Main-Region stehen an den 20 Ständen und auf der Bühne bereit. Die Themen sind dabei so vielfältig wie die Institute. Sie reichen von Biologie und Medizin über Ökologie und Ökonomie bis hin zur Friedensforschung.

Kinder bringen Backpulver zum Schäumen

„Das Science-Festival zeigt, dass Wissenschaft der Gesellschaft dient, und macht Wissenschaft erfahrbar. Forschung ist kein Selbstzweck“, sagt Staatssekretär Christoph Degen (CDU). Der gesellschaftliche Nutzen ergebe sich erst aus dem Austausch von Wissenschaft und Gesellschaft. „Denn Wissenschaft soll nicht hinter verschlossenen Türen von Universitäten stattfinden“, sagt der Präsident der Goethe-Universität, Enrico Schleiff, der das Festival mit der Direktorin des Max-Planck-Instituts und dem Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur eröffnet.

Das Kinderprogramm soll bei den anspruchsvollen Themen nicht zu kurz kommen. Viele der Stände haben Experimente oder Mitmachaktionen für das jüngere Publikum aufgebaut. An einem Stand der DECHEMA, der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie, können Kinder ein Glas mit Backpulver und Essig zum Schäumen bringen. „Das sah aus wie ein Vulkan, der gerade ausbricht“, so der neunjährige Till. An anderer Stelle wirbt die Uniklinik mit einem Fahrrad, das beim Treten zu einer Smoothiemaschine wird, für gesunde Ernährung. Am Stand daneben sehen die Besucher und Besucherinnen, wie sich Säfte in einer Zentrifuge vermischen. „Wir haben viel Tomaten- und Karottensaft genommen – das war ein bisschen eklig“, sagt ein neunjähriges Mädchen. Dennoch sei das ihr Lieblingsstand, versichert sie.

Ihrer Mutter hingegen gefällt eher das schlagende Herz in Übergröße am Cardio-Pulmonary-Institute. Das ist sogar begehbar und im Inneren sind die Bestandteile des Herzens beschriftet. Im Digitaltruck zieht ein Junge seinen Vater immer wieder am Hemd, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. „Schau mal! Meine Wassermelone tanzt“, sagt er. Mit einfachen Mitteln sollen Kinder und Jugendliche hier einen Einblick in künstliche Intelligenz bekommen. Erst malen sie ein beliebiges Objekt, anschließend wird es von der Maschine zum Leben erweckt.

„Aus dem letzten Festival haben wir dazugelernt und versuchen jetzt, noch inklusiver zu sein“, sagt Karoline Kullik von der Goethe-Universität. Darum wird das Bühnenprogramm auch bis 14 Uhr von Gebärdendolmetscherinnen begleitet. „Das Festival ist zwar immer noch lautsprachenorientiert, aber ich bin von der Brücke beeindruckt, die es zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schlägt“, sagt Robert Jasko, der das Festival als taube Person besucht. Dass Wissenschaftskommunikation aber auch für taube Menschen stattfinde, freue ihn dennoch. „Alles ist einfach und sehr klar erklärt“, sagt der Doktorand der Universität Hamburg. Die Karten des Leibniz-Instituts gefallen ihm besonders. Darauf werden komplexe Fragen zu Themen wie der Cybersicherheit einfach und verständlich beantwortet.

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