DAX +0,52 % 26.435,51 Pkt 09:21:56 MDAX +0,51 % 32.429,41 Pkt 09:21:56 Euro Stoxx 50 +0,28 % 6.557,81 Pkt 09:21:45 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,74 % 69.220,25 Pkt 08:45:03 Gold +0,39 % 4.454,50 USD 09:26:52 Silber +1,06 % 65,80 USD 09:26:34 Brent -0,26 % 88,29 USD 09:26:15 WTI -0,86 % 81,69 USD 09:26:51 Bitcoin +1,07 % 63.493,88 USD 09:36:51 EUR/USD +0,65 % 1,16100 USD 09:36:56 EUR/GBP +0,08 % 0,85560 GBP 09:36:56 EUR/CHF -0,07 % 0,93830 CHF 09:36:57 EUR/JPY +0,30 % 184,443 JPY 09:36:56

Frankfurter Traditionsbäckerei geht an Finanzinvestor aus Norwegen

Wirtschaft

Startseite Frankfurt Frankfurter Traditionsbäckerei geht an Finanzinvestor – „Seele des Bäckereihandwerks“ in Gefahr? Von: Nora Kraft Uns auf Google folgen Der norwegische Investor FSN Capital übernimmt die Frankfurter Traditionsbäckerei Eifler. Damit entsteht mit der BrotWert Group eine der größten regionalen Bäckereigruppen Deutschlands. Frankfurt/Oslo – Beim Bäcker Eifler stehen große Veränderungen bevor. Die Traditionsbäckerei aus Frankfurt gehört künftig zur neu gegründeten BrotWert Group. Der norwegische Finanzinvestor FSN Capital hat eine Mehrheitsbeteiligung an dem Familienbetrieb übernommen – und bündelt damit nun drei regionale Bäckereiketten in Deutschland unter einem Dach. Die BrotWert Group vereint nun die Bäckereien Bäcker Görtz, Bäckerei Pappert und Der Bäcker Eifler. Zusammen betreiben sie laut FSN Capital rund 500 Filialen in Nordbayern sowie in der Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Region. Damit zählt die Gruppe nach eigenen Angaben zu den größten regionalen Bäckereigruppen Deutschlands. FSN Capital übernimmt Frankfurter Bäcker Eifler FSN Capital hatte Bäcker Görtz aus Ludwigshafen bereits 2022 übernommen. 2025 folgte die Bäckerei Pappert aus Eichenzell in Osthessen. Mit dem Eifler-Deal ist nun die dritte Familienbackstube Teil des Verbunds. Der Bäcker Eifler wurde 1921 in Frankfurt gegründet und wird seit vier Generationen von der Familie Eifler geführt. Von der zentralen Produktion in Frankfurt-Fechenheim aus beliefert das Unternehmen seine 95 Filialen im Rhein-Main-Gebiet mit Brot, Backwaren, Konditoreiprodukten und Snacks. Rund 200 Mitarbeitende sind bei dem Betrieb beschäftigt. Investoren entdecken das Bäckereihandwerk Gerhard und Michael Eifler werden das Unternehmen auch künftig leiten. Die Familie bleibt zudem am Betrieb beteiligt. Michael Eifler, Geschäftsführer des Unternehmens, erklärte laut Pressemitteilung der FSN Capital: „Der Bäcker Eifler stand schon immer für Tradition und Qualität sowie für Innovation und kontinuierliche Verbesserung. Ich freue mich, das Unternehmen in eine Gruppe zu führen, in der wir als Familienunternehmen nicht nur Werte und Ziele teilen, sondern auch unsere Stärken bündeln können. Mit FSN Capital haben wir einen Partner an unserer Seite, der uns dabei unterstützt, unsere erfolgreiche Geschichte fortzuführen und unser Angebot noch mehr Kunden zugänglich zu machen.“ Peter Görtz, Gruppen-CEO der BrotWert Group, wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Der Bäcker Eifler ist eine der bestgeführten und profitabelsten Bäckereien Deutschlands. Das Unternehmen ist daher eine ideale Ergänzung für unsere Gruppe.“ Immer mehr Private-Equity-Gesellschaften Der Deal reiht sich in einen breiteren Trend ein: Finanzinvestoren interessieren sich zunehmend für Handwerksbetriebe. Wie tagesschau.de berichtet, hat die Zahl der aktiven Private-Equity-Gesellschaften in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen – von knapp 350 im Jahr 2016 auf heute mehr als 550, wie Zahlen des Bundesverbands Beteiligungskapital (BVK) zeigen. Wirtschaftsprofessor Oliver Gottschalg, Experte für Private-Equity-Investitionen, erklärte gegenüber der Tagesschau: „Finanzinvestoren sind in der Regel darauf erpicht, Unternehmen zu kaufen, bei denen es Wertsteigerungspotential gibt.“ Dabei gehe es nicht zwingend um das Kernprodukt: „Da geht’s jetzt gar nicht mal so sehr um Brötchen.“ Kritische Stimmen: Droht das Ende kleiner Backstuben? Nicht alle sehen die Entwicklung positiv. Markus Glasl vom Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften warnt laut Bericht, dass durch solche Übernahmen die kleinbetrieblichen Strukturen des Handwerks zerstört werden könnten. Diese seien wichtig für die Ausbildung und die Versorgung im ländlichen Raum. Renditeorientierte Entscheidungen von Finanzinvestoren könnten dazu führen, dass kleinere Backstuben in Dörfern schließen. Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks mahnt zur Vorsicht. Verbandsgeschäftsführer Friedemann Berg erklärte gegenüber der Tagesschau: „Die Übernahme von Bäckereien durch Investoren darf nicht dazu führen, dass die Vielfalt und damit die Seele des Bäckereihandwerks verschwindet.“ Mehr Effizienz dürfe nicht mit einem Sparprogramm gleichgesetzt werden. Robin Mürer, Co-Managing Partner bei FSN Capital, betont hingegen: „Wir bauen Deutschlands führende Bäckereigruppe auf, mit einem klaren Fokus auf Regionalität, Handwerk und Tradition. Damit wollen wir die langfristige Zukunft dieser Betriebe und ihrer Mitarbeitenden sichern.“ Über finanzielle Details des Deals haben die beteiligten Parteien laut Mitteilung Stillschweigen vereinbart. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt einer möglichen fusionskontrollrechtlichen Prüfung.

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