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Fränkisches "Schloss Neuschwanstein": Zwangsversteigerung droht

Unterhaltung

Schloss Mainberg mit seinen drei markanten Gebäuden hat auf 632 Quadratmetern Wohnfläche 28 Zimmer. Sechs davon sind Schlafzimmer. Aktuell wird es von einem Immobilienmakler für 3,25 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Der Preis sei verhandelbar, steht auf der Internetseite. Das Schloss hat eine lange Geschichte: 1540 wurde es erbaut, und es gehörte unter anderem dem Schweinfurter Industriellen Ernst Sachs.

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Eigentümerin hofft auf Verkauf vor Versteigerungstermin

Die Gläubigerbank der Eigentümerin Renate Ludwig hat inzwischen die Geduld verloren und beantragte beim Amtsgericht Schweinfurt einen Versteigerungstermin.

"Da hängt mein Herzblut dran", sagt Ludwig am Telefon. Seit 2008 ist sie alleinige Eigentümerin. Nahezu alle 14 Tage würde sie mit potentiellen Schloss-Käufern im Gespräch sein. Unter den Kaufinteressierten seien zuletzt drei Leute aus der Schweiz, aber auch Unternehmer oder Bauträger gewesen. Darunter Leute, "die sich vielleicht einen Hotelneubau nebenan" vorstellen könnten, sagt sie. Ich habe nächsten Montag ein nächstes Gespräch, die Hoffnung stirbt zuletzt." Ihre Kredite seien ihr gekündigt worden, sagte sie abschließend.

Hohe Sanierungskosten für Schloss Mainberg drohen

Was Interessenten abschrecken würde, das seien erwartete Sanierungskosten von 20 Millionen Euro aufwärts. Zu ihren bisherigen Investitionen sagt die 77-Jährige: "Die Stromleitungen habe ich ja erneuern lassen. Die Abwasserleitungen und Wasserleitungen müssten halt gemacht werden. Das Dach ist dicht, warum soll man das erneuern, das ergibt ja gar keinen Sinn."

Fehlender Brandschutz legte Gastronomie lahm

In dem Schloss wurden lange Zeit Tagungen ausgerichtet. Und es wurden rauschende Feste gefeiert. Allerdings nur bis 2011. Da erlaubte das Landratsamt Schweinfurt die gastronomische Nutzung von Schloss Mainberg aus Brandschutzgründen nicht mehr. Es fehlten unter anderem Feuerschutztreppen oder Notausgänge.

Damit waren Renate Ludwig von einem Tag auf den anderen ihre Einnahmemöglichkeiten entzogen worden. Und für die nötigen Brandschutzinvestitionen hatte sie kein Geld.

1,6 Millionen Euro vom Freistaat für Notsicherungsmaßnahmen

Die Mauern der Vorburg drohten abzustürzen. Und weil die Schlosseigentümerin das Geld dafür nicht aufbringen konnte, finanzierte der Freistaat Bayern vor ein paar Jahren mit Geldern aus dem sogenannten Entschädigungsfonds Metallstützen an den Eckmauern.

Die Gemeinde Schonungen oder auch der Förderverein hofften über viele Jahre, dass der Freistaat Bayern das Schloss übernehmen würde. Aber der winkte bislang aufgrund der hohen Sanierungskosten dankend ab.

Vielfältige Vermarktungsbemühungen

Die Gemeinde Schonungen hatte zuletzt für rund 100.000 Euro ein Träger- und Nutzungskonzept erstellen lassen und mit der Schlosseigentümerin zuletzt vor eineinhalb Jahren zu einem "exklusiven Besichtigungstermin für potentielle Investoren" eingeladen. Das allerdings ohne Erfolg.

Renate Ludwig erklärt gegenüber BR24: "Das Schloss ist statisch in Ordnung. Ich mache auch Schlossführungen. Es fehlt halt eine Heizung, die Brandschutzmaßnahmen müssten auch realisiert werden. Dann könnte der Betrieb hier wieder starten. Es ist viel gemacht worden."

Industriegeschichte: Ernst und Gunter Sachs in Mainberg

Als Schloss Mainberg im Besitz des Schweinfurter Industriellen Ernst Sachs war, ließ er jeden Raum von einem Münchner Architekten individuell gestalten. Hier wurde auch sein Enkel, der spätere Playboy und Kunstsammler Gunter Sachs, geboren.

Der Mainberger Historiker Thomas Horling beschreibt Schloss Mainberg als bayernweit einmaliges Beispiel des Späthistorismus. Der Förderverein spricht von einer "bayerischen Villa Hügel" – in Anlehnung an den einstigen Familiensitz der Krupp-Dynastie in Essen.

Nun ist die Frage, ob ein Verkauf noch vor der Zwangsversteigerung gelingt und ob Renate Ludwig, die "mit Herzblut" an ihrem Schloss hängt, dort zumindest ein Wohnrecht behalten kann.

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