Frankreich: 200 Tonnen Quallen legen Atomkraftwerk lahm
Dieser Ausdruck wurde am 27.08.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht
Dritte Störung dieser Art 200 Tonnen Quallen legen Atomkraftwerk in Frankreich lahm
Frankreich setzt intensiv auf Atomkraft. Nun sorgen zahlreiche Quallen erneut dafür, dass das größte Atomkraftwerk des Landes nicht wie geplant arbeiten kann. Helfen soll nun eine ungewöhnliche Maßnahme.
27.08.2026, 17.28 Uhr
War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback!
Massenhaft aufgetauchte Quallen haben erneut mehrere Reaktorblöcke im größten französischen Atomkraftwerk Gravelines lahmgelegt. Seit der vergangenen Nacht seien mehr als 200 Tonnen Quallen aufgetaucht, teilte eine Sprecherin des französischen Betreibers EDF der Deutschen Presse-Agentur mit. Zwei der sechs Reaktorblöcke seien vorsorglich komplett heruntergefahren worden, um »sicherzustellen, dass diese Situation keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit unserer Anlagen hat«.
Kein Reaktorblock kann wie geplant arbeiten
Die Quallen treten laut Mitteilung von EDF im Bereich der Filtersysteme der Meerwasserpumpstation auf. Derzeit läuft demnach kein Reaktorblock wie vorgesehen: Zwei weitere Blöcke werden wegen des massenhaften Auftretens der Tiere mit reduzierter Leistung betrieben. Die zwei verbliebenen Einheiten seien ebenfalls abgeschaltet, unter anderem wegen einer Wartungsinspektion.
Bereits Mitte des Monats und im August vergangenen Jahres brachten die Quallen den Betrieb durcheinander. Um massive Quallenansammlungen früh zu erkennen und zu bewältigen, habe das Kernkraftwerk Gravelines Überwachungs- und Erkennungssysteme eingerichtet, hieß es seitens EDF weiter.
Boote sollen Quallen vor AKW einfangen
Unterstützung habe man dabei unter anderem von der Organisation France Pêche Durable, erklärte die EDF-Sprecherin. Sieben Boote seien rund um die Uhr im Bereich des Atomkraftwerks unterwegs, um Quallen zu fangen und sie anschließend wieder weiter draußen im Meer auszusetzen.
Zu den Ursachen des Phänomens könne man derzeit nichts sagen, teilte die Sprecherin mit. Man arbeite mit verschiedenen Partnern zusammen, um es besser zu verstehen. Für das Stromsystem bestehe durch den Vorfall kein Risiko, versicherte die Sprecherin.
Gravelines ist eines von knapp 20 Atomkraftwerken in Frankreich. Es liegt an der nordfranzösischen Küste, etwa auf halber Strecke zwischen Calais und Dünkirchen.
jpe/dpa