DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Frankreich bei der WM: Die Deschamps-Devise - Égalité statt Egomanie

Sport

Dieser Kurs führt bisher auf direktem Weg Richtung WM-Titel. Und für den Coach zu einem Rekord nach dem anderen. Durch das hochverdiente 2:0 im Viertelfinale gegen Marokko ist klar, dass Deschamps den langjährigen Deutschland-Trainer Helmut Schön (1964 bis 78) mit 26 WM-Spielen als Rekordtrainer ablösen wird. Bei den meisten WM-Siegen (20) hatte er Schön (16) bereits in der Vorrunde abgelöst. Zwei weitere Triumphe fehlen ihm nun noch, um ein Alleinstellungsmerkmal im Weltfußball zu erreichen, das nur sehr schwer zu kopieren sein dürfte. Deschamps hat als Spieler 1998 den Titel gewonnen, als Trainer auch schon: 2018. Dieses "Double" gelang außer ihm nur Franz Beckenbauer und Mario Zagallo, ein "Triple" hat noch niemand erreicht. ARD-Experte Schweinsteiger ist begeistert Für ARD-Experte Bastian Schweinsteiger ist eine der besonderen Gaben von Deschamps, dass er aus den vielen Topstars des Kaders eine Einheit geformt hat. Keiner ist wichtiger als das Team. Égalité statt Egomanie. "Es gibt Trainer, die können das", sagte Schweinsteiger nach dem souveränen Sieg über Marokko. Das habe man etwa anhand der Reaktionen nach dem Spiel gesehen, "an den Umarmungen". Unter anderem mit Kapitän Mbappé lag der 57-Jährige sich lange in den Armen. Schweinsteiger imponiert zudem: "Das sind alles hochtalentierte Spieler, aber die sind sich nicht zu schade, dreckige Arbeit zu machen." Die Franzosen verteidigten im Kollektiv - die Marokkaner kamen kaum einmal in gute Abschlusspositionen. Den 22 eigenen Torschüssen standen lediglich fünf der Marokkaner gegenüber. Und eben diese Einstellung, diese Arbeit im Kollektiv hat im bisherigen Turnierverlauf dazu geführt, dass Frankreich auf ganz unterschiedliche Weisen Spiele gewonnen hat. Temporeich und doch geduldig gegen den Senegal (3:1), cool und abgezockt gegen den Irak (3:0), locker-lässig gegen Norwegen (4:1) und Schweden (3:0), tatsächlich dreckig und leidensfähig gegen Paraguay (1:0) - und jetzt majestätisch-souverän gegen Marokko. Selbst die Kritiker feiern Deschamps jetzt Bei sechs großen Turnieren hat Deschamps nun fünfmal geliefert, die einzige Enttäuschung war das Achtelfinal-Aus gegen die Schweiz bei der EM 2021 in Deutschland. Dass er vor dieser WM in Kanada, Mexiko und den USA dennoch immer wieder harte Kritik einstecken musste, ist schon fast in Vergessenheit geraten. Meistens ging es um die für viele Experten zu wenig spektakuläre und auch mal als destruktiv bezeichnete Spielweise. Deschamps ließ das meist ungerührt an sich abperlen, verwies immer wieder mal auf Ergebnisse und Erfolge. Nur einmal herrschte er einen schwedischen Reporter an: "Wenn du dich gelangweilt fühlst, guck was anderes. Du musst uns nicht zuschauen." Im Moment schwärmen die französische Presse und die Alt-Stars vom Auftritt Frankreichs bei der WM - und von Deschamps. Dazu hat auch ein sehr emotionaler Moment beigetragen, denn beim dritten Gruppenspiel gegen Norwegen ließ er sich auf der Trainerbank von seinem langjährigen Assisten Guy Stéphan vertreten, um nach Hause zu fliegen und der Beerdigung seiner verstorbenen Mutter beizuwohnen. Als er zum Team zurückkam, hielt er vor der Mannschaft eine Rede, die bei vielen Spielern große Emotionen auslöste. Er verglich die Mission WM-Titel mit einer Bergbesteigung und vermittelte seinem Team das totale Vertrauen: "Ihr seid fähig, etwas Großes zu erreichen." "Haben eine große Hürde genommen" Diesen Glauben strahlten Mbappé und seine Nebenleute gegen Marokko aus. Auch der verschossene Elfmeter des Superstars veränderte nichts an der Herangehensweise, der Druck blieb einfach so hoch, bis Marokko irgendwann daran zerbrach. "Wir sind ganz ruhig, wir sind in einer Blase und haben eine große Hürde genommen", sagte Deschamps später in seiner ruhigen, aber sehr klaren und bestimmenden Art und erklärte: "Die Spieler haben die Pflicht, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um so weit wie möglich zu kommen - mal gelingt das und mal nicht."

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