Frankreich bereitet sich auf nächste Krawallnacht vor: Es brennt wieder in Paris! Krawalle auch in Italien
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Paris/Mailand – Frankreich räumt nach einer Nacht der Gewalt die Trümmer weg. Ausgebrannte Autos stehen auf den Straßen, Schaufenster sind zertrümmert, Geschäfte geplündert. Doch Ruhe kehrt nicht ein: In Paris eskaliert die Lage am Sonntag erneut, das Land befürchtet eine weitere Nacht der Gewalt. Auch in Italien kommt es an diesem Wochenende zu schweren Ausschreitungen, zu Plünderungen und Zerstörung.
Am Place de la République in Paris kamen am Sonntagnachmittag nach einem nicht angemeldeten Aufruf in sozialen Netzwerken mehrere Hundert Menschen zusammen. Die Polizei versucht, die Versammlung aufzulösen, setzt Tränengas und Blendgranaten ein. Gegenstände fliegen auf die Beamten, mehrere Menschen werden festgenommen.
Kurzzeitig scheint sich die Lage zu beruhigen, dann flammen die Spannungen wieder auf. Ein BILD-Reporter berichtet von brennenden Barrikaden und Jagdszenen in den Nebenstraßen. Fernsehbilder zeigen erneut Plünderungen.
Besonders schwer getroffen wurden in der Nacht die Viertel zwischen Bastille und République . Ladenbesitzer kritisieren, dass die Polizei vielerorts nicht oder erst spät eingegriffen habe. Am Sonntag schlossen viele Café-Besitzer vorsorglich ihre Außenbereiche.
Ähnliche Bilder in Italien: In Mailand werden Geschäfte geplündert und Mülltonnen angezündet, Demonstranten werfen nach Behördenangaben Steine. Die Polizei versucht, die Gewalttäter mit Tränengas und Wasserwerfern auseinander zu treiben. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte für Montag eine Regierungssitzung an.
Mehr als 1800 Festnahmen
Am Samstag waren Hunderttausende Menschen in Frankreich gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Gewerkschaften, Gelbwesten, Schüler, Studierende und Landwirte hatten mobilisiert. Die Regierung sprach von rund 550.000 Teilnehmern, die Organisatoren von etwa 800.000. Vor allem in Paris , Lyon und Marseille eskalierte die Lage.
Frankreich ist Proteste gewohnt. Streiks und Massendemonstrationen haben dort eine lange Tradition. Doch die Gewalt und Plünderungen dieses Wochenendes gehen weit über klassischen Protest hinaus.
Randalierer plünderten Geschäfte, legten Brände und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehr als 1800 Menschen wurden festgenommen, mehr als 500 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt. Ein 17-Jähriger in Saint-Étienne verlor durch eine von der Polizei abgefeuerte Granate eine Hand. In Limoges wurde das historische Rathaus durch Brandstiftung schwer beschädigt, in Marseille stürmten Demonstranten das Rathaus.
Macron: Der Staat werde „kompromisslos“ vorgehen
In einer Rede am Sonntagabend rief Präsident Emmanuel Macron zur Ruhe auf und kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalttäter an. Zum Schutz von Städten und öffentlichen Gebäuden könnten die Behörden auch Versammlungen verbieten.
Gleichzeitig stellte Macron Gespräche mit Schülern, Studenten, Lehrern und Gewerkschaften in Aussicht. „Wir können von unserer Jugend nicht verlangen, an die Zukunft zu glauben, ohne ihr die Möglichkeit zu geben, an der Lösungsfindung mitzuwirken und mitzureden“, sagte er. An die Randalierer richtete er jedoch eine klare Warnung: Der Staat werde „kompromisslos“ vorgehen.
Die Randale trifft Frankreich in einer ohnehin angespannten politischen Lage: Seit Mitte September demonstrieren Schüler für mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen und eine bessere Ausstattung. Zugleich sorgt der geplante Sparhaushalt der Regierung für zusätzlichen Unmut.