Frankreich: Bis zu „versuchtem Totschlag“ - 1435 Festnahmen und Hunderte verletzte Polizisten bei Protesten
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Bei den landesweiten Protesten in Frankreich am Samstag hat die Polizei nach Regierungsangaben insgesamt 1435 Menschen festgenommen. In mehr als hundert Fällen sei es um Waffenbesitz gegangen, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Montag in einem Fernsehinterview. Bei Personenkontrollen wurden demnach vor allem Messer, Boule-Kugeln, Glaskugeln, verschiedene Waffen und Abschussrohre für Feuerwerkskörper sichergestellt.
Insgesamt sei der Protesttag „unter Kontrolle“ geblieben, sagte Nuñez. Zwar habe es keine größeren Zwischenfälle gegeben, dennoch seien 267 Polizisten verletzt worden. Bei zahlreichen Angriffen müsse sogar von „versuchtem Totschlag“ gesprochen werden, betonte der Innenminister. Weiter sprach er von 150 verletzten Demonstranten, davon drei Schwerverletzte in Toulouse, Reims und Clermont-Ferrand.
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Nach unterschiedlichen Angaben waren am Samstag in Frankreich erneut zwischen 410.000 und 800.000 Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Die bereits seit Wochen andauernden Proteste waren zuletzt zunehmend außer Kontrolle geraten, es kam zu Vandalismus und Plünderungen. Für einige Städte wurden in der Folge nächtliche Ausgangssperren verhängt.
Neue Proteste drohen bereits am kommenden Samstag
Für den kommenden Samstag wurde bereits zu neuen Protesten aufgerufen. Die Regierung bereite sich darauf mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften vor, sagte Innenminister Nuñez dem Sender RMC/BFMTV.
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wurde am Montag unterdessen zu einem Besuch in der Hafenstadt Marseille erwartet. Dort wollte er nach Angaben des Elysée-Palasts von den Plünderungen betroffene Geschäftsleute treffen und Sicherheitskräften für ihren Einsatz danken.
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Nach den schweren Ausschreitungen in der Vorwoche hatte Nuñez am Wochenende ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften mobilisiert und gesagt: „Wir sind bereit.“ 70.000 Polizeikräfte und Gendarmen sollten im Einsatz sein, Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge standen bereit.
Doch am Ende der Demonstration verschärfte sich die Lage. Bilder zeigten Wolken von Tränengas und Feuerwerkskörpern sowie den Einsatz von Wasserwerfern, in Fernsehaufnahmen waren Knallgeräusche zu hören, eine Mülltonne brannte. Auch Bilder aus anderen französischen Städten wie Lyon, Bordeaux und Marseille zeigten Tränengaswolken und Feuer. Das Innenministerium berichtete von Störungen der öffentlichen Ordnung in mehreren Städten.
AFP/coh