Frankreich: Gericht kippt Burkini-Verbot in Mandelieu-la-Napoule
Dieser Ausdruck wurde am 07.08.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Aufregung an der Côte d’Azur Gericht kippt Burkiniverbot in Badeort Mandelieu-la-Napoule Schon vor Jahren hat Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht gegen ein Burkini-Verbot votiert. Ein Küstenort widersetzte sich und erlaubte weiter keine Ganzkörperbadeanzüge. Nun wurde die Regelung aufgehoben. 07.08.2026, 16.24 Uhr War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! Im südfranzösischen Küstenort Mandelieu-la-Napoule dürfen Burkinis nicht verboten werden. Das hat das Verwaltungsgericht in Nizza entschieden. Burkinis sind Ganzkörperbadeanzüge, oft von Musliminnen getragen. Wie die Richter im Eilverfahren entschieden , beeinträchtige das Verbot drei Grundfreiheiten in schwerwiegender und rechtswidriger Weise, und zwar die Bewegungsfreiheit, die Gewissensfreiheit und die persönliche Freiheit. Die Gemeinde habe das Verbot damit begründet, dass von Personen mit Kleidung, die wie der Burkini deutlich eine religiöse Zugehörigkeit zum Ausdruck bringt, eine Störung der öffentlichen Ordnung ausgehe, teilte das Gericht mit. Dafür habe die Gemeinde aber keinerlei Belege geliefert und lediglich auf zwei Vorfälle verwiesen, die sich vor 10 und 14 Jahren zugetragen haben. Das Gericht stellte fest, dass keine Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass solche Kleidungsstücke ein Risiko für die Sicherheit der Strandbesucher und Badenden darstellen würden. Das Urteil illustriert den Streit, den die französische Gesellschaft schon seit vielen Jahren über das Kopftuch und andere muslimische Bekleidungsstücke für Frauen führt. Obwohl der Staatsrat, Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht, ein Burkini-Verbot am Strand schon vor Jahren kippte, haben einige Küstenorte im Sommer dennoch eine solche Regel verfügt. Mandelieu-la-Napoule war 2012 sogar der erste Badeort, der ein entsprechendes Verbot verhängte. Trotz der Entscheidung des Staatsrats erneuerte der konservative Bürgermeister des Ortes das Verbot stets aufs Neue. Frankreich versteht sich als laizistisches Land, in dem eine strikte Trennung von Staat und Religion herrscht. Der Umgang mit religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Kontroversen, vor allem im Zusammenhang mit dem Islam. Im Freiburger Lorettobad gibt es einen abgetrennten Bereich nur für Frauen. Zum Glück, sagen sie. Die einen baden im Burkini, die anderen oben ohne – mehr über Besuch im letzten Frauenfreibad Deutschlands, lesen Sie hier . esk/dpa