Frankreich: Marine Le Pen darf bei Präsidentschaftswahl antreten - aber nur mit Fußfessel
Dieser Ausdruck wurde am 07.07.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Urteil gegen Rechtspopulistin Marine Le Pen darf bei französischer Präsidentschaftswahl antreten – aber nur mit Fußfessel Ein Berufungsgericht in Frankreich hat Rechtspopulistin Marine Le Pen zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Zwei Jahre wurden zur Bewährung ausgesetzt, die verbleibende Zeit muss sie eine Fußfessel tragen. 07.07.2026, 14.09 Uhr War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! Ein französisches Berufungsgericht hat die Verurteilung der Rechtspopulistin Marine Le Pen wegen der Veruntreuung von EU-Geldern bestätigt, die Sperre für die Ausübung öffentlicher Ämter allerdings verkürzt. Damit bleibt ihr der Weg für eine Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2027 theoretisch offen. Das entscheidende Datum, um sich in ein öffentliches Amt wählen zu lassen, ist die erste Wahlrunde. Ihre Strafe hätte Le Pen bis dahin verbüßt, da ihr bereits seit Ende März 2025 das passive Wahlrecht entzogen wurde. Allerdings verurteilte das Gericht Le Pen zu einer dreijährigen Haftstrafe, von der zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Das verbleibende Jahr muss sie mit einer elektronischen Fußfessel verbringen. Dies dürfte eine Präsidentschaftskampagne sowohl politisch als auch logistisch erschweren. Das Urteil lässt somit neue Zweifel aufkommen, ob Le Pen im kommenden Jahr für das höchste Staatsamt in Frankreich kandidieren wird. Le Pen lehnte Wahlkampf mit Fußfessel ab, bleibt sie dabei? Einen Wahlkampf mit Fußfessel hatte die 57-Jährige im Vorfeld des Urteils ausgeschlossen. Ob sie bei der Entscheidung bleibt, ist noch offen. Medienberichten zufolge könnte Le Pen sich um 20 Uhr im französischen Fernsehen dazu äußern. Die Französinnen und Franzosen wählen am 18. April und 2. Mai 2027 in zwei Runden ein neues Staatsoberhaupt. Präsident Emmanuel Macron kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Laut Umfragen haben die Rechtsnationalen gute Chancen, in die entscheidende Stichwahl einzuziehen. Strafe für Veruntreuung von Geldern des Europaparlaments Der Prozess in Paris drehte sich um den Vorwurf der Veruntreuung von Geldern. Zwischen 2004 und 2016 sollen Abgeordnete von Le Pens Partei Geld für parlamentarische Assistenten im Europaparlament bekommen haben, die aber zumindest in Teilen für die Partei Front National (mittlerweile: Rassemblement National) gearbeitet hätten. Le Pen hatte eine Verantwortung dafür vor Gericht von sich gewiesen. Neben der rechten Führungsfigur standen die Partei und elf weitere Angeklagte vor Gericht. Am Ende der Ära Macron zerbröselt das politische Zentrum in Frankreich. Radikale von rechts und links rangeln um den Einzug in den Élysée-Palast. Lesen Sie hier mehr über Frankreich im Jahr vor der Wahl. jmm/dpa