Frankreich: Roman wegen KI-Verdachts aus Auswahlliste für Prix Goncourt gestrichen
Ein Roman des kanadisch-haitianischen Autors Thélyson Orélien ist wegen des Verdachts auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) von der Auswahlliste für den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt gestrichen worden. Mehrere Wissenschaftler und Journalisten seien bei Analysen übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, dass der Roman C’était ça ou mourir »allem Anschein nach sehr weitgehend das Produkt einer künstlichen Intelligenz« sei, teilte die Académie Goncourt mit.
Orélien hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Er sprach von dem Versuch, ihn »zum Schweigen zu bringen«. Neben dem KI-Verdacht verwies die Akademie auf Plagiatsvorwürfe aus Kanada wegen Texten, die vor mehr als zehn Jahren veröffentlicht worden sein sollen.
Oréliens Buch für weitere Buchpreise nominiert
Mit dem Schritt solle »die Integrität« der Auszeichnung und der Académie Goncourt geschützt werden, deren Ziel es sei, »von Frauen und Männern« geschriebene Literatur zu würdigen und zu fördern. Es handele sich um ein »klares Signal«, dass die Akademie mithilfe von KI entstandene Texte »weder fördert noch auszeichnet«.
Der Roman C’était ça ou mourir (etwa: Das oder sterben) über Flucht, Migration und Überleben ist im französischen Buchhandel ein Erfolg. Das Werk wurde zunächst in Kanada und anschließend im August in Frankreich veröffentlicht. Oréliens Buch steht auch auf den Auswahllisten weiterer bedeutender französischer Literaturpreise, darunter des Prix Femina und des Prix Médicis.