Frankreich verkündet erfolgreiche Tests zur Integration lasergelenkter Raketen auf der Rafale im Kampf gegen Drohnen
Frankreich will seine Kampfjets vom Typ Rafale noch in diesem Monat mit einer neuen Waffe gegen Drohnen ausstatten. Das teilte die französische Generaldirektion für Rüstung (DGA) mit. Künftig sollen lasergelenkte 68-Millimeter-Raketen Ziele wie die iranische Schahed günstiger bekämpfen als die bisher dafür eingesetzten Mica-Luft-Luft-Raketen. Nach Angaben des französischen Militärportals „Opex360“ kostet eine Mica-Rakete mehr als 1 Million Euro, während Drohnen dieses Typs nur bei einigen tausend US-Dollar liegen. Ein solcher Waffeneinsatz sei auf Dauer „nicht tragbar“, hatte Luftwaffenchef Jérôme Bellanger bereits im Oktober in einer Parlamentsanhörung erklärt. Er forderte „Lösungen zu niedrigen Kosten“. Vertrag für Rafale-Laserraketen kam am 31. Dezember Ab Ende 2025 prüfte die DGA mehrere Möglichkeiten für eine schnelle Anti-Drohnen-Lösung auf der Rafale. Die Wahl fiel auf eine bereits vorhandene Waffe: eine lasergelenkte 68-Millimeter-Rakete, die schon auf dem Kampfhubschrauber Tiger genutzt wird. Am 31. Dezember 2025 vergab die Behörde im Rahmen eines Eilverfahrens einen Entwicklungsauftrag an Dassault Aviation und Thales. Zwischen Vertragsvergabe und erster Einsatzfähigkeit lagen damit weniger als acht Monate. Die neue Fähigkeit trägt die Abkürzung Ladac. Sie steht für „Lutte anti-drone sur avion de combat“ – Drohnenabwehr vom Kampfflugzeug aus. Die französische Luftwaffe soll noch bis Ende Juli erste Ausrüstung für die neue Fähigkeit erhalten. Dazu gehören Startbehälter für die 68-Millimeter-Raketen, die lasergelenkten Raketen selbst und Talios-Zielpods. Diese Sensorbehälter hängen außen unter der Rafale. Sie spüren Ziele auf, verfolgen sie und markieren sie mit einem Laser, damit die Raketen ins Ziel gelenkt werden können. ANZEIGE ANZEIGE Einsätze über dem Golf beschleunigten das Projekt Zusätzlichen Schub erhielt das Vorhaben durch laufende Einsätze. Französische Rafale mussten in den Vereinigten Arabischen Emiraten den Luftraum gegen iranische Angriffe schützen. Dabei sind binnen weniger Wochen mehrere Dutzend Mica-Raketen verbraucht worden. Das habe die Entwicklung der billigeren Alternative beschleunigt, so „Opex360“. Seit Februar liefen an mehreren Standorten Versuche unter Führung der DGA. Dabei wurde die Rafale so angepasst, dass sie Drohnen mit dem Radar RBE2 erfassen, mit dem Talios-Behälter verfolgen, per Laser markieren und anschließend mit 68-Millimeter-Raketen bekämpfen kann. Getestet wurden auch das Mitführen der Startbehälter im Flug, ihre sichere Trennung vom Flugzeug und Schüsse auf Luftziele. Laut „Opex360“ ist noch offen, ob auch die Bordkanone der Rafale für den Drohnenkampf angepasst wurde. Ein entsprechender Auftrag sei zwar ebenfalls vergeben worden. Für einen Abschuss mit der Kanone müsse sich der Pilot einer Schahed jedoch stark annähern. Das sei sehr riskant, sagte DGA-Chef Patrick Pailloux im Parlament.