Frankreich verpatzt Zidanes Heimpremiere gegen Italien
Nach drei Spielen in Gruppe 1 der A-Liga steht Frankreich damit zwar weiter an der Spitze, verpasste aber die blüteweiße Weste: Nach den 1:0-Siegen in der Türkei und in Belgien folgte nun ein 1:1- Michael Olise erzielte per Traumtor die Führung der Franzosen in der 55. Minute, Alessandro Bastoni glich in der 68. Minute aus.
Zwei Drittel Ballbesitz, aber zu wenig Konsequenz
Die erste Hälfte ohne den am Knie verletzten Superstar Kylian Mbappé begann Frankreich drückend überlegen. Italien ließ sich in der eigenen Hälfte einschnüren, kam phasenweise nur auf gut 30 Prozent Ballbesitz.
Doch die reichten, um die erste Riesenchance der Partie zu haben. Nach einem der wenigen Konter des Teams von Roberto Mancini spielte Sebastiano Esposito am Fünfmeterraum quer auf Moise Kean, der schaffte es aber aus kürzester Distanz nicht, den Ball an Frankreich-Keeper Mike Maignan vorbeizuschieben.
In der Folge drückte wieder Frankreich, wurde zweimal auch durch krasse Fehler von Riccardo Calafiori begünstigt. Doch die allerletzte Konsequenz fehlte bei den Abschlüssen von Ersatz-Kapitän Ousmane Dembélé, Michael Olise, Desiré Doué und Rayan Cherki, sodass Gianluigi Donnarumma im Tor der Squadra Azzurra gar nicht mal an seine Grenzen gehen musste, um die Null zu halten.
Frattesi vergibt Italiens Führung
Der teilweise fast halbherzig wirkende Umgang mit den vielen Halbchancen hätte sich beinahe nach einer guten halben Stunde gerächt. Davide Frattesi hatte das 1:0 für die Gäste auf dem Fuß, Maignan war bei seinem flachen Abschluss aus acht Metern schon geschlagen, doch der BAll ging um Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite hatten die Italiener dann aber auch einmal richtig Glück, als sich eine verrutschte Flanke von Olise auf die Latte senkte.
Nach dem Wechsel wurde die Partie zunächst noch einseitiger. Und erstmals war Donnarumma extram gefragt: Einen Doué-Flachschuss aus 20 Metern konnte er nur mit größter Mühe nach vorn abwehren, den Nachschuss von Dembélé entschärfte er dann aber mit grandiosem Stellungsspiel.
Mauer lässt Donnarumma komplett im Stich
Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff war Donnarumma dann aber komplett chancenlos, auch weilö ihn seine Abwehr vollständig im Stich ließ. Beim Freistoß von Olise hatte er eine Mauer mit sechs Spielern aufgestellt, soch als der Bayern-Star zum Anlauf schritt, rannten die Italiener völlig wild auseinander. Die Kugel schlug mit Berühung der Lattenunterkante im rechten Winkel ein, dem Keeper von Manchester City blieben nur fassungslose Gesten in Richtung seiner indisponierten Vorderleute.
Doch auch die Franzosen leisteten sich weiter den ein oder anderen Blackout. Nach einer eigentlich überragenden Abwehraktion von Dayot Upamecano konnte Lucas da Cunha ein Anspirel von Adrien Rabiot nicht verarbeiten und ließ die Kugel einen Meter vom Fuß springen. Bastoni erkannte das sofort, sprintete dazwischen, eroberte die Kugel und schloss sein Solo eiskalt an Maignan vorbei zum Ausgleich ab.
Kean hat sogar den Matchball für Italien
Nach dem Ausgleich drängten beide Teams auf die drei Punkte. Rabiot verpasste mit einem Schrägschuss nur knapp das zweite Tor der Franzosen (75.), zehn Minuten vor dem Ende musste Maignan aber auch alles aufbieten, um einen Kopfball von Kean noch über die Latte zu lenken.
Ab der 86. Minute musste Frankreich dann sogar zu zehnt das Remis über die Zeit retten. Upamecano hatte nach einer Rudelbildung bereits Gelb gesehen und handelte sich dann nach einem harten Foul die Gelb-Rote Karte ein. Der eingewechselte Nicolo Barella hatte danach noch die Chance zum 2:1, setzte seine Direktabnahme aber deutlich über die Latte. Auch Frankreich wurde nochmal gefährlich, doch Donnarumma rettete in der Nachspielzeit mit einer Klasse-Parade gegen Eduardo Camavinga das Remis.