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Franziska Kett ist bei den DFB-Frauen unverzichtbar - Wück schwärmt

Sport

"Sie hat alles, was man braucht"

Deutschlands Unverzichtbare

13.10.2026 - 09:45 UhrLesedauer: 3 Min.

Franziska Kett ist auf der linken Abwehrseite der deutschen Nationalelf gesetzt. Ihr Trainer lobt sie in den höchsten Tönen. Die Außenverteidigerin selbst blickt zu einem Rekordmann auf.

Aus Bremen berichtet Jan Schultz

Aus dem rechten Halbfeld segelt der Ball vors Tor. Franziska Kett rauscht heran, steigt im richtigen Moment hoch und überspringt ihre Gegenspielerin. Es folgt ein Kopfball wie ein Kanonenschlag. Wuchtig, präzise, gefährlich. Australiens Torfrau bekommt die Hände zwar rechtzeitig hoch, der Ball prallt dennoch in Richtung Torlinie. Deutschlands Linksverteidigerin Kett jubelt schon, als Melissa Kössler das Leder aus wenigen Zentimetern final über die Linie bugsiert.

"Melissa hat sich bei mir entschuldigt", berichtete die 21-jährige Außenverteidigerin drei Tage später auf Nachfrage von t-online bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Japan. Wie ernst sie das Thema selbst nahm, deutete Kett bereits mit ihrem herzhaften Lachen an. Sie fasste es aber auch in Worte: "Ich habe mich für Melissa sehr gefreut. Am Ende zählt, dass wir gewinnen." Das war am Freitagabend in Karlsruhe der Fall, die deutschen Frauen setzten sich mit 4:2 gegen den 15. der Weltrangliste durch.

Kett gehörte dabei zur Startelf und erneut zu den auffälligsten deutschen Spielerinnen. Erst im April 2025 hat sie ihr Debüt für die A-Nationalelf gegeben, sich aber in Windeseile zur unumstrittenen Leistungsträgerin auf der linken Defensivseite entwickelt. Bundestrainer Christian Wück schwärmte: "Franzi hat alles, was man braucht, um eine sehr erfolgreiche Karriere hinzulegen."

Wück lobt Kett in den höchsten Tönen

Die 21-Jährige habe "eine unheimlich gute Technik, diese Schnelligkeit und ein unfassbares Spielverständnis", führte der Bundestrainer aus. Dazu komme ein nahezu blindes Verständnis zwischen ihr und Klara Bühl, die auch beim FC Bayern die Offensivposition vor Kett bekleidet. Wücks Urteil könnte kaum positiver ausfallen: "Für uns ist sie ein ganz fester Bestandteil der Nationalmannschaft. Sie kann jeder Mannschaft auf der Welt helfen."

Es ist ein Loblied, das in der Form vor anderthalb Jahren wohl nicht einmal die Besungene selbst erwartet hätte. "Christian hat mir die Chance gegeben, als es bei mir nicht lief: Ich war oft verletzt, habe bei Bayern nicht viel gespielt", erinnerte sich die Nationalspielerin an die Zeit rund um ihr Länderspieldebüt im April 2025 zurück.

In den anderthalb Jahren "ist sehr viel passiert", berichtete Kett. "In der Vergangenheit", beobachtete Wück, "hatte sie Anpassungsprobleme mit ihrem Körper, ihrer Athletik und ihrer Gesundheit". Aber das sei passé: "Jetzt ist sie auf dem Stand, dass sie eine ganze Saison durchspielen kann." Und das auf höchstem Niveau. Den Stammplatz hat sich die 21-Jährige nämlich nicht nur bei den DFB-Frauen, sondern auch beim Serienmeister FC Bayern erarbeitet. "Ich habe die Chance gut genutzt", blickte sie selbst zufrieden zurück.

Kett wurde eigentlich als Flügelstürmerin ausgebildet

Unerwartet ist nicht nur der große Entwicklungssprung per se, sondern auch, dass sich die Linksfüßlerin ausgerechnet als Defensivspielerin international einen Namen macht. Denn eigentlich wurde sie in der Offensive ausgebildet. Noch bei ihren ersten Profieinsätzen für den FCB kam sie als Linksaußen zum Einsatz. Als Idol nannte sie daher auch einen der aufregendsten Offensivspieler der vergangenen Jahre: Neymar. Rekordtorschütze der brasilianischen Herren-Nationalmannschaft. Und mit seinem 222-Millionen-Euro-Wechsel nach Paris bis heute teuerster Fußballer der Geschichte.

Mit ihrem Offensivdrang lässt Kett auch heute noch die dynamische, den Weg zum Tor suchende Flügelstürmerin durchschimmern. Nur mit einem Treffer hat es bisher noch nicht geklappt, zumindest nicht im Nationalteam. "Aber", kündigte Kett vor dem Freundschaftsspiel gegen Japan an, "ich nehme mir vor, in den nächsten Spielen ein Tor zu erzielen". Dann muss nur noch Kössler mitspielen.

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