Frau springt zwei Stockwerke tief in Sicherheit: Feuerwehr im Großeinsatz bei Hochhausbrand nahe Berliner Ostbahnhof
Bei den beiden Hochhausbränden in Berlin-Friedrichshain und im Märkischen Viertel sind sechs Menschen so schwer verletzt worden, dass sie ins Krankenhaus kamen. Darunter ist ein Feuerwehrmann, wie Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mitteilte. Insgesamt 225 Menschen mussten demnach ihre Wohnungen verlassen und wurden von Feuerwehrkräften betreut. Einige Menschen seien in Friedrichshain von Einsatzkräften unter sehr schwierigen Bedingungen gerettet worden. Laut Spranger waren bei den beiden Großeinsätzen 280 Angehörige der Berliner Feuerwehr dabei sowie Ehrenamtliche Freiwilliger Feuerwehren. Die Senatorin dankte allen Einsatzkräften, die schnell und entschlossen die Rettungsmaßnahmen eingeleitet und umgesetzt hätten. Feuerwehr rettet Menschen mit Drehleitern Der dramatische Wohnungsbrand in Berlin-Friedrichshain ist am Freitagmorgen glimpflich ausgegangen. Ein Mensch habe bei Eintreffen der Feuerwehrkräfte schon auf dem Fensterbrett des betroffenen Hochhauses nahe dem Ostbahnhof gesessen, hinter ihm schwarzer Rauch, sagte Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Da die Drehleiter nicht bis in den elften Stock, sondern nur etwa bis in den neunten Stock reichte, musste die Person in den etwa ein bis zwei Quadratmeter großen Drehleiterkorb springen. Dort sei sie von Feuerwehrleuten aufgefangen worden. Auf einem Video eines Bewohners ist zu sehen, wie Teile der Fassade des Gebäudes in der Straße der Pariser Kommune nach unten fielen. Er filmte auch den Drehleiterkorb und den Moment des Sprungs – auf den Bildern ist der Korb von unten zu sehen und wie er beim Aufkommen der Person wackelt. Kurz darauf ist zu hören, wie Leute „Ja“ und „Jawoll“ rufen, einige klatschen. In dem Drehleiterkorb, der anschließend nach unten gelassen wird, ist eine Frau zu erkennen. Über 100 Betroffene durch Wohnungsbrand in Friedrichshain „Das war wirklich auf Messers Schneide“, sagte Feuerwehrsprecher Wenzel. Es hätte auch leicht zu einem großen Unglück kommen können. Die Frau sei leicht verletzt worden. Insgesamt gab es laut Feuerwehr 115 Betroffene, von denen 25 durch Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht werden mussten, teils mithilfe von Brandfluchthauben über den Treppenraum, teils über eine Drehleiter über den Balkon. Insgesamt 13 Menschen wurden leicht verletzt und vom Rettungsdienst behandelt. Fünf von ihnen wurden per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Auch ein Rettungshubschrauber stand bereit, wurde aber nicht für den Transport benötigt. „Eine Vielzahl der Betroffenen wurde durch uns betreut, wobei nicht alle das Hilfsangebot in Anspruch nehmen mussten“, teilte die Feuerwehr mit. Weil die Nacharbeiten andauern, können die Betroffenen noch nicht in die Wohnungen zurückkehren. Es würden etwaige Verletzungen abgeklärt, es seien aber auch Kräfte für eine psychosoziale Betreuung vor Ort, unter anderem durch das Bezirksamt, das sich auch um die Unterbringung derjenigen kümmere, deren Wohnungen nicht mehr bewohnbar seien. Der Brand war laut Feuerwehr gegen 6.27 Uhr auf dem Balkon einer Wohnung im elften Stock des Gebäudes ausgebrochen. Sehr schnell habe das Feuer auf die Wohnung und anschließend auf die darüberliegende Wohnung übergegriffen, sagte Wenzel. Insgesamt hat das Wohnhaus 21 Stockwerke. Der Einsatz sei „dramatisch“ gewesen, sagte Wenzel. „Das muss man nicht alle Tage erleben.“ Der Rauch hat sich in dem Hochhaus stark ausgebreitet. Es gebe Nachlöscharbeiten und umfangreiche Kontroll- und Belüftungsmaßnahmen, sagte Wenzel. Die Feuerwehr ist weiterhin mit mehr als 130 Einsatzkräften vor Ort, in der Spitze waren es rund 150. Brände in Hochhäusern seien immer herausfordernd, auch weil Material in hohe Stockwerke gebracht und viele Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen, sagte Wenzel. Zur Unterstützung wurden mehrere Freiwillige Feuerwehren zur Besetzung der umliegenden Feuerwachen alarmiert. Die Straße der Pariser Kommune wurde zwischen An der Ostbahn und Rüdersdorfer Straße in beide Richtungen gesperrt. Die Polizei bat darum, den Bereich weiträumig zu umfahren. Weiteres Feuer in Reinickendorfer Hochhaus Auch im Märkischen Viertel in Reinickendorf war in der Nacht zu Freitag ein Feuer in der Wohnung eines zehngeschossigen Wohnhauses ausgebrochen. Wie die Feuerwehr auf ihrer Webseite mitteilte, gingen kurz nach 4 Uhr mehrere Notrufe ein. Bei Eintreffen der ersten Kräfte hatte sich der Brand in einer Wohnung an der Quickborner Straße bereits auf das darüber liegende Geschoss ausgebreitet. Etwa 70 Personen wurden aus dem Gebäude geführt. Eine Person wurde leicht verletzt. Die Brandbekämpfung war am Freitagmorgen abgeschlossen, der Großeinsatz dauere allerdings mit Kontroll- und Belüftungsmaßnahmen noch an, sagte ein Sprecher der Feuerwehr der dpa. In der Spitze waren 116 Feuerwehrleute im Einsatz. (dpa, Tsp)