Frauen-Bundesliga: VfL Wolfsburg feiert knappen Sieg gegen den HSV
Frauen-Bundesliga
Ein Sieg mit viel Dusel - VfL-Frauen schlagen den HSV
Stand: 04.10.2026 16:38 Uhr
Die Fußball-Frauen des VfL Wolfsburg haben in der Bundesliga einen glücklichen Heimsieg gegen den HSV gefeiert. Sie gewannen das Nordduell am Sonntag mit 2:1 (1:0). Ihr Führungstreffer war aber höchst umstritten.
von Alex von Kuczkowski
Ella Peddemors hatte beim 1:0 in der 45. Minute ihren linken Unterarm zu Hilfe genommen. Zudem war nicht klar ersichtlich, ob der Ball tatsächlich vollumfänglich hinter der HSV-Torlinie war.
"Für mich war das ein klares Handspiel. Ich weiß nicht, wie die Schiedsrichterin das nicht sehen kann", ärgerte sich HSV-Kapitänin Pauline Machtens nach Abpfiff im NDR Interview. "Am Ende war das Glück nicht auf unserer Seite. Wir sind trotzdem stolz auf unsere Leistung."
Nach dem Ausgleich der Hamburgerinnen durch Camilla Linberg (47.) sorgte die eingewechselte Anny Kerim-Lindland erst spät für die Entscheidung zugunsten der Gastgeberinnen (80.).
Der VfL verbesserte sich damit auf Platz zwei hinter Bayern München. Der HSV verharrt im Tabellen-Mittelfeld.
Nach der Länderspielpause müssen die Niedersächsinnen am 18. Oktober beim noch sieglosen Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 ran (18.30 Uhr). Der HSV bereits einen Tag vorher beim 1. FC Köln (12 Uhr, beide Spiele im NDR Livecenter).
Wolfsburg zuletzt mit Bundesliga-Niederlage
Die "Wölfinnen" waren heiß auf Wiedergutmachung. Zwar gab es zuletzt zwei Siege in der Europa-Cup-Quali gegen Sturm Graz und ein 6:0 im DFB-Pokal beim SC Sand. Aber: In der Bundesliga hatten sie vor zwei Wochen die erste Saisonniederlage (1:2 bei der TSG Hoffenheim) kassiert.
Die HSV-Frauen kamen hingegen mit ihrem ersten Saisonsieg im Gepäck nach Wolfsburg, einem 5:1 vor zwei Wochen gegen den 1. FC Nürnberg.
VfL zweimal im Pfosten-Pech
Dementsprechend gingen beide Mannschaften von Beginn an sehr angriffslustig zur Sache. Mit einem deutlichen Chancenplus für die Gastgeberinnen in der ersten Halbzeit.
Die größten Aufreger-Szenen spielten sich rund um die 30. Minute ab. Erst scheiterte VfL-Linksverteidigerin Sarai Linder mit ihrem Knaller von der Strafraumgrenze am rechten Pfosten.
Dann kam Nikola Karczewska im direkten Gegenzug nach einem Freistoß von Linberg für den HSV zum Kopfball, den Wolfsburgs Torhüterin Stina Johannes aber gerade noch von der Linie kratzte. Wenige Minuten später klatschte auch der abgefälschte Schuss von VfL-Angreiferin Cora Zicai an den Pfosten (43.).
Kontroverses 1:0 für den VfL
Dann aber fiel das erste Tor. Oder doch nicht? Die Führung der "Wölfinnen" kurz vor der Halbzeit war aus zweierlei Gründen fraglich. Zum einen bekam Peddemors den Ball nach einer Flanke von Zicai in der Strafraummitte an den linken Unterarm, von wo aus er Richtung HSV-Tor trudelte.
Zum anderen hechtete Hamburgs Keeperin Jule Baum, die ihr erstes Bundesliga-Spiel bestritt, zwar noch hin, nach Ansicht von Schiedsrichterin Nadine Westerhoff sei die Kugel vor der Rettungstat aber schon vollumfänglich hinter der Linie gewesen. Das sahen die Hamburgerinnen (natürlich) anders. Trotz ihrer Proteste zählte das 1:0 für den VfL jedoch (45.). Einen VAR gibt es in der Frauen-Bundesliga nicht.
Kurioser Ausgleich für den HSV
Geschockt waren die HSV-Frauen davon aber nicht. Ganz im Gegenteil. Direkt nach dem Wechsel wurde Linberg steil über rechts geschickt, die trotz sehr spitzem Winkel einfach mal ihr Glück versuchte. Mit Erfolg! Der Ball flutschte durch die Beine von Johannes ins Tor - 1:1 (47.).
Und kurz darauf hatten die Hamburgerinnen sogar die Chance zur Führung. Lieske Carleer verlor im eigenen Strafraum den Ball an Paulina Bartz, die intuitiv Johannes überlupfte. Camilla Küver rettete aber in höchster Not auf der Linie (51.).
Eine ähnliche Szene dann auch auf der Gegenseite. Nach einer VfL-Ecke kam Carleer zum Kopfball, der aber ebenfalls noch auf der Linie geklärt wurde (68.).
Entscheidung in der Schlussphase
Sollten die HSV-Frauen beim klaren Favoriten tatsächlich einen Punkt entführen? Nein! Denn der VfL schlug noch mal zu - in Co-Produktion zweier eingewechselter Spielerinnen.
Kessya Bussy drang halblinks in den Strafraum ein und legte quer auf Kerim-Lindland, die aus kurzer Distanz das Leder ins Tor beförderte - 2:1 (80.). Das war die Entscheidung.
"Ein rundum gelungener Tag", strahlte VfL-Urgestein Svenja Huth, die gegen den HSV ihr 350. Bundesliga-Spiel absolvierte und damit auf Platz drei der ewigen Bestenliste vorrückte, im Gespräch mit dem NDR.
Zwar erwiesen sich die Hamburgerinnen als teilweise ebenbürtig. Am Ende traten sie aber ohne Punkte die Heimreise an.