Fraunhofer-Test: Batteriespeicher drücken Stromspitze von 583 auf 221 Euro
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Fraunhofer-Test: Batteriespeicher drücken Stromspitze von 583 auf 221 Euro
Von: Anne Bajrica
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Fraunhofer simuliert 20 GW Batteriespeicher: Die Börsenstromspitze am teuersten Tag 2025 sinkt von 583 auf 221 Euro/MWh.
München – 583 Euro pro Megawattstunde – so teuer war Strom am Abend des 20. Januar 2025 zeitweise an der deutschen Börse. Doch was passiert mit dem Strompreis, wenn Batteriespeicher in solchen Stunden zusätzlich Strom ins Netz drücken? Sie laden vorher, wenn Strom billig ist, und verkaufen ihn wieder, wenn die Preise nach oben schießen.
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Wissensmagazin SMART UP NEWS
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Dadurch steigt ausgerechnet in den teuersten Stunden das Angebot – und die Preisspitze wird kleiner. Eine Simulation des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE macht diesen Effekt sichtbar. Mit 20 Gigawatt Batterieleistung und 40 Gigawattstunden Kapazität wäre die Spitze an diesem Tag von 583 auf 221 Euro pro Megawattstunde gefallen.
Für die Berechnung nutzt der Strompreissimulator von Energy-Charts die tatsächlichen Kauf- und Verkaufsgebote der Day-Ahead-Auktion und ergänzt virtuelle Speicher. So lässt sich nachvollziehen, wie sich zusätzliche Batterien auf reale Marktbedingungen ausgewirkt hätten.
Batteriespeicher drücken Strompreis-Spitzen kräftig
Über das gesamte Jahr 2025 hinweg fiel der Effekt ebenfalls deutlich aus. Im untersuchten Szenario sank die durchschnittliche tägliche Differenz zwischen teuerster und billigster Viertelstunde von 130 auf 53 Euro je Megawattstunde. Das entspricht einem Rückgang um rund 60 Prozent.
Auch besonders extreme Ausschläge wurden seltener:
Stunden mit Preisen über 200 Euro je Megawattstunde: von 169 auf 20
Stunden mit negativen Preisen: von 575 auf 271
Marktwert von Solarstrom: von 45,08 auf 61,02 Euro je Megawattstunde
Berücksichtigt wurden dabei Blockgebote von Kraftwerken und Verbrauchern. Grenzüberschreitender Stromhandel war in diesem Szenario nicht enthalten.
Speicher bremsen negative Preise
Am 11. Mai 2025 zeigte sich die Wirkung in die andere Richtung. Mittags fiel der Börsenpreis bis auf minus 250 Euro je Megawattstunde. Mit 20 Gigawatt Batterieleistung lag der niedrigste simulierte Preis nur noch bei minus 20 Euro.
Die Speicher nahmen in dieser Phase überschüssigen Strom auf. Damit stieg die Nachfrage in Stunden mit sehr niedrigen Preisen. Für die Berechnungen setzten die Fraunhofer-Experten einen Wirkungsgrad von 86 Prozent an. Auch die Alterungskosten je gespeicherter Megawattstunde fließen ein.
Solarstrom gewinnt deutlich an Wert
Besonders stark verändert sich der Marktwert von Solarstrom. Ohne die zusätzlichen Speicher lag er bei 45,08 Euro je Megawattstunde. Mit 20 Gigawatt Batterieleistung stieg er auf 61,02 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 35 Prozent.
Der Grund liegt vor allem in sonnigen Mittagsstunden. Dann trifft eine hohe Solarstromproduktion häufig auf eine vergleichsweise geringe Nachfrage. Speicher können einen Teil dieser Strommenge aufnehmen. Dadurch geraten die Börsenpreise weniger stark unter Druck.
Blockgebote verändern den Börsenpreis zusätzlich
Viele Kraftwerke und größere Verbraucher handeln ihren Strom nicht Viertelstunde für Viertelstunde. Sie bieten mehrstündige Blöcke an. Sobald sich die Preise durch zusätzliche Batteriespeicher verändern, können solche Gebote aus dem Markt fallen oder neu zum Zug kommen.
Der Strompreissimulator berücksichtigt diese Reaktion. Zusätzlich existiert ein Szenario mit den über die europäische Strommarktkopplung verbundenen Nachbarländern. Dort können Preisänderungen in Deutschland wiederum Kauf- und Verkaufsentscheidungen außerhalb des deutschen Marktes beeinflussen.
Fraunhofer berechnet rund 2000 Varianten pro Woche
Für jede Woche werden rund 2000 Kombinationen durchgerechnet. Einstellen lassen sich Batterieleistungen zwischen null und 20 Gigawatt sowie Speicherdauern von zwei bis sechs Stunden. Hinzu kommen verschiedene Marktszenarien.
Die Berechnung erfolgt in Viertelstunden. Erfasst werden der reale und der simulierte Börsenstrompreis, die Lade- und Entladeleistung sowie der Ladestand der Batterieflotte. Grundlage sind die von der europäischen Strombörse EPEX SPOT zusammengefassten Kauf- und Verkaufsgebote der Day-Ahead-Auktion.
„Über die Wirkung von Batteriespeichern auf den Strompreis wird viel diskutiert, meist mit Modellen für die Zukunft“, sagt Leonhard Gandhi, Projektleiter für die Energy-Charts am Fraunhofer ISE. Der Simulator verwendet dagegen tatsächlich abgegebene Gebote aus dem Stromhandel.
Börsenstrompreis ist nicht gleich Haushaltsstrompreis
Die Verringerung der Preisspanne um 60 Prozent lässt sich nicht auf die Stromrechnung privater Haushalte übertragen. Berechnet werden Preise am Day-Ahead-Markt. Haushalte zahlen zusätzlich unter anderem Netzentgelte, Steuern, Umlagen und Vertriebskosten.
Auch langfristige Veränderungen des Strommarktes sind darin nicht vollständig enthalten. Eine dauerhaft größere Batterieflotte könnte das Verhalten von Kraftwerken, Händlern und Nachbarländern verändern. Erlöse aus Intraday-Handel, Regelenergie, Systemdienstleistungen und Netzentlastung bleiben ebenfalls außen vor.
„Speicher glätten den Preis, aber sie erzeugen keinen Strom“, sagt Gandhi. Neben zusätzlichen Speichern bleibt deshalb gesicherte Leistung nötig.
Kurz zusammengefasst: