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Freiburger Weihbischof Christian Würtz wird Bischof in Eichstätt

Nation

Rund 700 Gläubige sind zur Verkündung der Nachricht in den Eichstätter Dom gekommen: Der Freiburger Weihbischof Christian Würtz wird neuer Bischof in Eichstätt. Papst Leo XIV. ernannte Würtz am Dienstag zum 83. Bischof von Eichstätt. Viele mussten den Namen des neuen Bischofs erst einmal googeln. Christian Würtz ist weitgehend unbekannt im Bistum, was durchaus Vorteile mit sich bringt und sich viele Gläubige gewünscht hatten: Jemand von außen mit einer neuen Sicht auf die Dinge. Würtz ist jüngster Ortsbischof Deutschlands "Sie machen mir mit Ihrem Applaus Mut, mich in eine völlig neue Situation einzufinden“, sagte Christian Würtz bei der Bekanntgabe am Dienstag im Eichstätter Dom. "Für mich ist es wichtig, Mitglaubende zu haben, die mich stützen. Und ich bin sicher, die auch hier in der Diözese Eichstätt zu finden." Würtz wurde 1971 in Karlsruhe geboren und wird mit 55 Jahren Deutschlands jüngster Ortsbischof. Er studierte zunächst Rechtswissenschaften und erhielt 2002 seinen Doktortitel. Zeitgleich begann er sein Theologiestudium in Freiburg und Würzburg. 2006 empfing er im Freiburger Münster die Priesterweihe. Als Seelsorger war er in verschiedenen Pfarreien eingesetzt, auch als Dompfarrer in Freiburg. Nach einer kurzen Zeit als Vikar kehrte er an die Universität zurück und promovierte 2011 ein zweites Mal – dieses Mal in Theologie. 2019 wurde er Weihbischof in Freiburg. In der Erzdiözese Freiburg war unter anderem für die Priesterausbildung verantwortlich. Bischof Hanke war 2025 zurückgetreten Christian Würtz gilt als moderner, kritisch-konstruktiver, geduldiger und dialogbereiter Kleriker. Innerkirchlichen Reformen steht er offen gegenüber. So kann er sich beispielsweise eine Lockerung des Zölibats vorstellen. Ob er sich auch eine Weihe von Frauen vorstellen kann, dazu hat er sich bislang nicht positioniert. Allerdings war er offen für zahlreiche Gespräche über dieses Thema mit verschiedenen Gruppierungen. Da Würtz bereits Weihbischof ist, wird es keine Bischofsweihe in Eichstätt geben. Wann die Amtseinführung stattfindet, ist noch nicht klar. Der Eichstätter Bischofsstuhl ist seit Pfingsten 2025 frei. Der damalige Bischof Gregor Maria Hanke hatte am Pfingstsonntag vor einem Jahr seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Benediktinermönch war 19 Jahre Bischof in Eichstätt gewesen und hatte selbst um den Rücktritt gebeten. Hanke war im Juni 2025 erst 70 Jahre alt; Bischöfe gehen normalerweise erst mit 75 Jahren in den Ruhestand. Hanke nannte als Gründe für den vorzeitigen Rückzug eine innere Ermüdung nach zahlreichen Krisen wie den Missbrauchsskandalen und dem Eichstätter Finanzskandal. Er hat sich mittlerweile als einfacher Seelsorger ins Allgäu zurückgezogen und arbeitet dort als Pater Gregor. Seit Hankes Rücktritt wurde das Bistum Eichstätt von Dompropst Alfred Rottler als Diözesanadministrator geleitet. Eichstätt gehört zu den kleineren Bistümern Gemäß dem Bayerischen Konkordat gibt es in den bayerischen Diözesen kein Wahlrecht des Domkapitels, anders als in den anderen Diözesen Deutschlands. Der Papst ernennt den neuen Diözesanbischof daher frei. Die bayerischen Domkapitel können lediglich eine Liste mit aus ihrer Sicht geeigneten Kandidaten beim Vatikan einreichen. Mit gut 330.000 Katholiken gehört Eichstätt zu den eher kleineren Bistümern. Auf seinem Gebiet liegt die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die einzige katholische Universität Deutschlands. Bekannt ist Eichstätt außerdem für das Collegium Orientale, ein Studienkolleg für Priesterkandidaten verschiedener Ostkirchen. Es ist weltweit das einzige Seminar, an dem Mitglieder katholischer, orthodoxer und altorientalischer Ostkirchen gemeinsam studieren. In den vergangenen Jahren waren der Finanzskandal und die auch daraus resultierenden Sparzwänge eines der großen Themen im Bistum Eichstätt. Der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor hatte gemeinsam mit einem Unternehmer vor mehr als zehn Jahren rund 60 Millionen Dollar aus Bistumsgeldern ungesichert in riskante US-Immobilienprojekte investiert. Über die Hälfte der Summe konnte durch Vergleiche zurückgeholt werden. Mit Informationen der KNA

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