Friedrich Merz: Bisschen runterkühlen
Das Münchner Start-up Isar Aerospace hat kürzlich erstmals von Europa aus eine Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Ein Riesending. Als der Bundeskanzler Friedrich Merz online dazu gratulierte, klangen die Kommentare aus dem Orbit ungefähr so: »Ich hoffe, da wird die CDU auch bald hingeschossen«, und »Könnte man Merz damit auf den Mond schießen?«.
Es ist womöglich auch diese Atmosphäre, die Friedrich Merz in der größten Krise seines politischen Lebens dazu veranlasste, am Wochenende bis an den Polarkreis zu reisen. Der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo hatte zu einem »Arktis-Gipfel« in die lappländische Hauptstadt Rovaniemi geladen. Das Eis schmilzt, dadurch entstehen neue Handelsrouten, aber eben auch größere militärische Gefahren. Zum Beispiel durch die russische U-Boot-Flotte, die jetzt an Orte gelangen kann, die das Eis vorher unpassierbar gehalten hatte. »Hier ist wirklich die Bedrohung sichtbar«, hatte Merz bei einem 38 Sekunden langen Auftritt vor der Presse gesagt. »Ich kann nur an uns alle appellieren, diese Gefährdung ernst zu nehmen.« Wie zur Bestätigung hatte am Sonntag eine russische Drohne einen Passagierzug attackiert, der aus Kyjiw nach Warschau unterwegs war. Fast wäre auch ein Sonderzug betroffen gewesen, in dem unter anderem der außenpolitische Berater des Kanzlers, Günter Sautter, gesessen hatte.