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Friedrich Merz: Stimmen für AfD nicht mit Werten der CDU vereinbar, »False Flag«

Nation

Dieser Ausdruck wurde am 07.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.

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Landtag in Sachsen-Anhalt Merz kritisiert Stimmen für AfD und bringt »False-Flag«-Verdacht ins Spiel

Die Wut über mögliche CDU-Stimmen für den ersten AfD-Landtagspräsidenten wächst. Merz äußert sich nun klar: Wer für die AfD stimme, spiele das Spiel der Extremisten. Der Kanzler warnt jedoch vor »voreiligen Schlussfolgerungen«.

07.10.2026, 18.00 Uhr

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich zur Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt geäußert. »Wir sehen, dass es Kräfte gibt in diesem Land, die die DNA unserer Demokratie, unseres Systems, außer Kraft setzen wollen. Dieser Extremismus dringt mit Wucht in unsere Parlamente ein.« Die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt für AfD und BSW seien »ein historischer Einschnitt«. Das habe nun Folgen, wie sie am Dienstag bei der Wahl des Landtagspräsidenten zu sehen gewesen seien, sagte Merz beim Deutschland-Gipfel von »Handelsblatt« und »WirtschaftsWoche« .

Die AfD stellt mit Rausch erstmals in Deutschland einen Landtagspräsidenten . Er erhielt am Dienstag 48 Jastimmen. 29 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Zudem gab es fünf Enthaltungen. Das BSW hatte angekündigt, Rausch zu unterstützen. Zusammen kommen die Fraktionen von AfD und BSW auf 44 Abgeordnete. Rausch erhielt damit bei der geheimen Abstimmung wohl vier Stimmen aus anderen Reihen.

SPD, Grüne und Linke hatten angekündigt, mit Nein zu stimmen. Die CDU-Fraktionsspitze empfahl ihren Abgeordneten, sich bei der Wahl zu enthalten. Wenn alle dieser Empfehlung gefolgt wären, hätte es 14 Enthaltungen geben müssen. Die Spekulationen um CDU-Stimmen für Rausch sind in vollem Gang . Sachsen-Anhalts CDU-Fraktionschef Sven Schulze dementierte, dass es Stimmen aus seiner Partei für Rausch gegeben habe. Rausch behauptete hingegen, er sei auch mit CDU-Stimmen gewählt worden.

Merz ging nun in seiner Rede beim Deutschland-Gipfel darauf ein: »Es war eine geheime Wahl. Wir wissen nicht, von wem insgesamt der AfD-Kandidat seine Stimmen erhalten hat.« Wie und ob die Aufklärung dieser geheimen Wahl gelingen mag, sei noch zu klären, so Merz. Doch für ihn gelte: »Wer einen Abgeordneten einer rechtsextremen Partei zum Landtagspräsidenten wählt, muss das mit seinem Gewissen vereinbaren.« Wer seine Stimme der AfD gebe, »der spielt das Spiel der Extremisten und er zerstört Glaubwürdigkeit. Mit den Werten meiner Partei, der CDU, verträgt sich das jedenfalls nicht.«

Gleichzeitig warnte er vor »voreiligen Schlussfolgerungen«, dass Abgeordnete der CDU ihn mitgewählt haben könnten. »False-Flag-Operationen gibt es nicht nur militärisch, die gibt es auch politisch«, sagte Merz und verdächtigte damit auch Abgeordnete anderer Fraktionen – der SPD, der Grünen oder der Linken – Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt zu haben, um CDU-Abgeordnete als AfD-Unterstützer zu diskreditieren.

Der Bundeskanzler stand offenkundig unter Druck – auch vom Koalitionspartner. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte sich am Dienstagabend spontan zu einem Protestmarsch versammelt. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kritisierte das Wahlverhalten im Landtag von Sachsen-Anhalt scharf. »Das ist der Tag von Wut, das ist der Tag von Enttäuschung darüber, dass Demokratinnen und Demokraten offenbar nichts gelernt haben aus der Geschichte und die Geschichte sich wieder wiederholen lassen«, rief er. »Wer das zugelassen hat, hat sich an der Demokratie unseres großartigen Landes vergangen.« Lesen Sie dazu hier mehr.

czl/Reuters

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